Flusslinien

Roman
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Buchprofile - Rezension
Margrit, ihre Enkelin Luzie und Chauffeur Arthur werden sich während der zwölf Frühsommertage an der Elbe gegenseitig zur Stütze.
Margrit ist hundertzwei und lebt in einer Hamburger Seniorenresidenz, meist aber in ihrer Gedankenwelt. Sie sieht schlecht und hört kaum noch, am ehesten die Stimmen aus ihrer Erinnerung. Wenn sie ihr Hörgerät herausnimmt, hört sie alles, zum Beispiel was ihre Enkelin Luzie nicht erzählt: An der Schwingung der Stimme hört sie nämlich, ob etwas verschwiegen wird. Denn Margrit war ehemals Stimmbildnerin, und so bringt sie sich mit Atemübungen durch manche Unbill ihres Lebensabends. Was Luzie verschweigt, ist der Grund, warum sie kurz vor dem Abitur die Schule verließ. Sie will jetzt erst einmal als Tattoo-Artist arbeiten, und Margrit schlägt ihr vor, bei ihr anzufangen. Dritter im Bund ist Arthur (24), der mit seiner Sonde den Elbstrand absucht und als Chauffeur Patienten zur Dialyse fährt – und Margrit regelmäßig zu den Römischen Gärten. Diese interessieren Margrit besonders, seit sie Näheres zu deren Gestaltung herausgefunden hat, nämlich dass es die Gärtnerin Else Hoffa war, eine sehr enge Vertraute ihrer Mutter Johanna. – Katharina Hagena erzählt ihren Mehrgenerationenroman humorvoll und bewegend und lässt die kleinen Geheimnisse ihrer Protagonisten nach und nach ans Licht kommen. Sehr gerne empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Mit Wärme, sprachlicher Kraft und feinem Witz erzählt Katharina Hagena von drei Menschen, drei Schicksalen - und zwölf Frühsommertagen an der Elbe, die alles verändern. 'Flusslinien' ist ein so bewegender wie vielschichtiger Generationenroman über das Leben mit den Wunden, die uns zeichnen, und die Frage, wie man lernt loszulassen, zu vertrauen und weiterzuatmen.Margrit Raven ist hundertzwei und wartet auf den Tod. Früher war sie Stimmbildnerin, jetzt lebt sie in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Jeden Tag lässt sie sich von dem jungen Fahrer Arthur in den Römischen Garten bringen. Dort, mit Blick auf den Fluss, erinnert sie sich: an ihre Kindheit, den Krieg, ihre Liebhaber und an das, was sie über die einstige Gärtnerin dieses Parks weiß, Else, die große Liebe ihrer Mutter.Die Erinnerungen halten Margrit am Leben - und die Besuche ihrer zornigen Enkelin. Luziehat sich kurz vor dem Abitur von der Schule abgemeldet und übernachtet nun allein in einer Hütte an der Elbe. Während sie Margrit, deren Mitbewohner und sich selbst im Keller der Seniorenresidenz tätowiert, versucht sie, Stich für Stich, ihre Kraft und ihr Leben zurückzugewinnen.Und dann ist da noch Arthur. Wenn er gerade niemanden zur Dialyse fährt, sucht er mit einer Metallsonde den Strand ab, erfindet Sprachen, kämpft für gefährdete Arten und ringt mit einer Schuld.Um nicht vom Strom der eigenen Erinnerungen fortgerissen zu werden, müssen sich die drei auf sich selbst besinnen. Und aufeinander einlassen.

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Pressestimmen

»Der Roman liest sich wie ein Schmöker, bietet Diskussionsstoff und auch Themen, denen man gern ausweicht. Für aufgeschlossene Leser:innen jeden Alters.« Angelika Barth Evangelisches Literaturportal 20250801
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Plätschert so dahin
Margrit ist mit ihren 102 Jahren anders als ich sie für ihr Alter eingeschätzt hätte, wagemutiger und offener. Zwischen ihrer noch zur Schule gehende Enkeltochter und ihr liegt ein großer Altersunterschied, trotzdem verstehen sich die beiden prächtig. Arthur (22) der seinen Zwillingsbruder verloren hat rundet das Trio ab. Luzie will sich durch ihre Kunst ausdrücken und ihre Oma stellt sich bereitwillig als Leinwand für ihre Tattoos zur Verfügung. Das konnte ich mit keiner Realität in Verbindung bringen, bewunderte aber den Mut der fiktiven Hundertjährigen. Die gesamte Familienkonstellation ist besonders.
Lange haderte ich mit dem Buch, auch die Form der wörtlichen Rede, in Strichpunkten, gefiel mir bis zum Ende des Buchs nicht. Für meinen Geschmack erzählte die Autorin zu gemächlich und mit zu häufigen Wiederholungen.