Sieben Arten von Weiß

Gedichte. Zweisprachige Ausgabe Edition Lyrik Kabinett
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Buchprofile - Rezension
Gedichte eines im deutschsprachigen Raums noch wenig bekannten italienischen Lyrikers.
Schon die Titel einiger der hier versammelten Gedichte irritieren und machen neugierig: "Training im Nebel", "Nachtrag zu den Seligpreisungen", "Die nigerianische Methode, um beim Scrabble zu gewinnen". Besonders poetisch klingt das alles nicht. Tatsächlich muss man sich bei der Lektüre dieser Gedichte auf sehr irritierende Verse und Wortspielereien gefasst machen. Aber wer sagt denn, dass Gedichte immer leicht lesbar sein und uns auf "schöne Gedanken" bringen müssen? Bei der Lektüre dieser Gedichte ist die Fantasie der Leserinnen und Leser wirklich sehr gefordert, um den Inhalt, die Intention des Geschriebenen zu verstehen. In dem Titelgedicht wird erst in den allerletzten Zeilen erkennbar, was diese "sieben Arten von Weiß" sein könnten. "... ein Gramm Hefe, ein neues Blatt am Falz geöffnet, Bonbons mit Pfefferminzgeschmack, eine Decke von Nebel und aus Gips ganz die Wolken in der doppelten Semantik des Salzes." Vielleicht sollte man vor der Lektüre des Bandes zunächst das Nachwort von Jan Wagner, einem der Übersetzer der Gedichte, lesen. Der Autor, so werden wir aufgeklärt, schreibt nicht nur Gedichte, sondern forscht an der Wiener Akademie der Wissenschaften. Über was er forscht, wird auch in dem Nachwort nicht so richtig klar. Um diesen Gedichtband in allen seinen Tiefen auszuloten, muss man schon sehr vertraut sein mit moderner Lyrik, ihrer Sprache, ihren Metaphern, ihren Bezügen, ihren Vorbildern.
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Artikelbeschreibung

Ein Gedichtband von Federico Italiano, einem "der herausragenden Dichter der zeitgenössischen italienischen Lyrik" Jan WagnerFederico Italiano gehört zu den "stärksten Lyrikern seiner Generation" (La Repubblica). Seine Gedichte verbinden auf höchst originelle Weise Naturbetrachtung - die Reisfelder seiner Heimat Piemont - mit weltumspannend postmodernen Bildern, in denen exotische Riesenkrabben ebenso auftauchen wie nigerianische Scrabble-Weltmeister. Seine spielerisch elegante Lyrik sucht auch den Dialog mit anderen Poeten, ob man sich mit Ted Hughes zum Kaffee verabredet oder Brodsky ein Postskriptum schreibt. "Sieben Arten von Weiß" versammelt die schönsten Gedichte von Federico Italiano in der glänzenden Übersetzung von Raoul Schrott und Jan Wagner.

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Personeninformation

Federico Italiano, 1976 in Novara geboren, lebt als Lyriker, übersetzer und Herausgeber in Wien, wo er an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften forscht. An der LMU München ist er Dozent für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. Seit 2003 hat er fünf Gedichtbände publiziert. Seine Lyrik wurde u.a. mit dem Tirinnanzi-Preis (2020) ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Bei Hanser gab er mit Jan Wagner die Anthologie Grand Tour (Reisen durch die junge Lyrik Europas, 2019) heraus, zuletzt erschien der Gedichtband Sieben Arten von Weiß (2022). Jan Wagner, 1971 in Hamburg geboren, lebt in Berlin. 2001 erschien sein erster Gedichtband »Probebohrung im Himmel«. Es folgten »Guerickes Sperling« (2004), »Achtzehn Pasteten« (2007), »Australien« (2010), »Die Eulenhasser in den Hallenhäusern« (2012) und der Sammelband »Selbstporträt mit Bienenschwarm« (2016) und zuletzt »Die Live Butterfly Show« (2018) sowie die Essaybände »Der verschlossene Raum« (2017) und »Der glückliche Augenblick« (2021). Für seinen Gedichtband »Regentonnenvariationen« (2014) gewann er 2015 den Preis der Leipziger Buchmesse, 2017 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Auch erschien u.a. seine Neuübersetzung von »Unterm Milchwald« von Dylan Thomas (2022), zudem gab er die Anthologien »Grand Tour« (2019) und »Tanzt die Orange« (2025) heraus. Raoul Schrott, geboren 1964, erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Peter-Huchel- und den Joseph-Breitbach-Preis. 2023 hatte er die Ernst-Jandl-Dozentur der Universität Wien inne. Bei Hanser erschien u.a. »Erste Erde« (Epos, 2016), »Politiken & Ideen« (Essays, 2018), »Eine Geschichte des Windes oder Von dem deutschen Kanonier der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal« (Roman, 2019), »Inventur des Sommers« (Über das Abwesende, 2023) und zuletzt das einzigartige Buchprojekt »Atlas der Sternenhimmel und Schöpfungsmythen der Menschheit« (2024). Jan Wagner, 1971 in Hamburg geboren, lebt in Berlin. 2001 erschien sein erster Gedichtband »Probebohrung im Himmel«. Es folgten »Guerickes Sperling« (2004), »Achtzehn Pasteten« (2007), »Australien« (2010), »Die Eulenhasser in den Hallenhäusern« (2012) und der Sammelband »Selbstporträt mit Bienenschwarm« (2016) und zuletzt »Die Live Butterfly Show« (2018) sowie die Essaybände »Der verschlossene Raum« (2017) und »Der glückliche Augenblick« (2021). Für seinen Gedichtband »Regentonnenvariationen« (2014) gewann er 2015 den Preis der Leipziger Buchmesse, 2017 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Auch erschien u.a. seine Neuübersetzung von »Unterm Milchwald« von Dylan Thomas (2022), zudem gab er die Anthologien »Grand Tour« (2019) und »Tanzt die Orange« (2025) heraus.

Pressestimmen

"Mit großer Leichtigkeit, die bekanntlich schwerer als die Schwerkraft ist, entführt Federico Italiano die Interessierten in seine Welt der natürlichen Wahrnehmung. Fein beobachtet und ebenso fein umgesetzt ist die Lyrik von Federico Italiano, einzigartig komponiert und ebenso nachhaltig im Eindruck. 'Sieben Arten von Weiß' ist ein wunderbar und locker zu lesendes Kunstwerk, das man sich idealerweise in einer azurblauen Stunde gönnen sollte." Matthias Ehlers, WDR5 Bücher, 11.06.22
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