Die Live Butterfly Show

Gedichte. Ausgezeichnet mit dem Leipziger Buchpreis für Regentonnenvariationen 2015 und dem Georg-Büchner-Preis 2017
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Buchprofile - Rezension
Gut fünfzig Gedichte, die durch ungewohnte Sprachbilder unsere Weltwahrnehmung verändern.
Die neuere Lyrik, lange Jahre in der lesenden Öffentlichkeit wenig oder überhaupt nicht zur Kenntnis genommen, hat besonders durch die Gedichte von Jan Wagner wieder an Interesse gewonnen. Mit bedeutenden Preisen überhäuft und in den wichtigsten Tageszeitungen - fast - immer hymnisch gelobt, haben es die Gedichte dieses Dichters geschafft, von einem breiteren Publikum zur Kenntnis genommen zu werden. Hier findet man einen Ton, der sich tatsächlich nur in der Lyrik anschlagen lässt. Immer ist da etwas Spielerisches, Leichtes, irgendwie über unserer gewohnten Alltagssprache Schwebendes zu vernehmen. Man liest seine Gedichte, vor allem die, die unscheinbaren Dingen und vergessenen Pflanzen gewidmet sind. Die erste, schnelle Lektüre fällt ungeübten Lyriklesern vielleicht schwer. Doch dann liest man die Gedichte noch einmal, am besten nicht stumm, sondern laut und langsam, ändert sich mit jedem Gedicht unsere gewohnte Weltwahrnehmung. "Plötzlich beginnt dein warmes gelb zu flattern/ wie eine gipfelflagge, ein fetzen stoff/ im arktiseis, bevor der letzte waltran/ verbraucht ist". So beginnt ein Gedicht, das einer Lampe gewidmet ist. Eine Lampe, deren warmer gelber Lichtschein flattert wie ein Fetzen Stoff im Arktiseis. Bilder, auf die man erst einmal kommen muss. Gute Gedichte erkennt man daran, dass sie unser Welt- und Alltagswahrnehmung "aus den Angeln der Gewohnheit" heben. In diesem Band findet man gut fünfzig Gedichte, die man immer wieder liest, weil man sich ihrem irritierend lang anhaltenden Echo einfach nicht entziehen kann.
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Artikelbeschreibung

Die Schmetterlinge, die Jan Wagner in diesem Gedichtband aus dem Netz holt und Loopings fliegen lässt, können auch Münchner Krähen sein, Marder im Blutrausch oder ein Biker aus Montana. Entscheidend ist: Sie fliegen. Welchen Gegenstand, welches Wesen Jan Wagner auch einfängt und poetisch verwandelt, er hebt damit die Gesetze der Schwerkraft auf - selbst die vielfach ummauerte Verbotene Stadt gerät ins Schweben, und unsere Wahrnehmung, unser Denken verlieren mit jedem gelesenen Vers an Trägheit. Mit jedem Band dagegen scheint Jan Wagner an Souveränität zu gewinnen, seine Formenvirtuosität zeigt sich in der "Live Butterfly Show" als unbekümmerte Lust an der Freiheit in der Form, am Klang, die großen Spaß macht.

Produktsicherheit

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Personeninformation

Jan Wagner, 1971 in Hamburg geboren, lebt in Berlin. 2001 erschien sein erster Gedichtband »Probebohrung im Himmel«. Es folgten »Guerickes Sperling« (2004), »Achtzehn Pasteten« (2007), »Australien« (2010), »Die Eulenhasser in den Hallenhäusern« (2012) und der Sammelband »Selbstporträt mit Bienenschwarm« (2016) und zuletzt »Die Live Butterfly Show« (2018) sowie die Essaybände »Der verschlossene Raum« (2017) und »Der glückliche Augenblick« (2021). Für seinen Gedichtband »Regentonnenvariationen« (2014) gewann er 2015 den Preis der Leipziger Buchmesse, 2017 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Auch erschien u.a. seine Neuübersetzung von »Unterm Milchwald« von Dylan Thomas (2022), zudem gab er die Anthologien »Grand Tour« (2019) und »Tanzt die Orange« (2025) heraus.

Pressestimmen

"Jan Wagner ist derzeit einer der hellsten Sterne am poetischen Himmel in Deutschland. Außerordentlich inspiriert, mit großer Phantasie ausgestattet und einem traumwandlerisch sicheren Griff zu Metaphern und Bildern, schafft dieser Dichter federleichte Gedichte, die bisweilen schwer nachwirken können. Eine absolute Empfehlung." Matthias Ehlers, WDR 5, 20.04.2019 "Jan Wagner gibt den klassischen Motiven der Lyrik eine neue und ungewöhnliche Note. Er hat eine ganz eigene, klare Stimme - eine Art Jan-Wagner-Sound." Mario Scalla, Hessischer Rundfunk, 19.05.2019
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