Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters

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Nachdruck. Folgt laut Verlag/Lieferant: 15.08.2016
Buchprofile - Rezension
Eine Liebeserklärung eines Sohnes an seinen Vater - aber einmal ganz anders.
Das Buch ist von der ersten Seite an eine einzige skurrile Geschichte und reizt zum Lesen bis zum versöhnlichen Schluss. Der "unsichtbare Vater" entpuppt sich als Jude und sogar als Sohn eines Rabbi, der aber seinen Glauben nicht lebt und in der neuen Umgebung, als es ihn als Kontingentflüchtling aus der Ukraine in ein Dorf in der damaligen DDR verschlägt, nicht als Jude wahrgenommen werden, sondern als "unsichtbarer Jude" gelten wollte. Bei einer Reise nach Israel, zu der ihn sein Sohn mitnimmt, stellt sich sein bisheriges Leben und das seiner Familie als höchst paradox und mehrschichtig heraus. Eine Wende in der Beziehung von Sohn und Vater tritt ein, als der Vater überrascht feststellen muss, dass sein Sohn mehr Jude sei als er es je war. Das ändert alles. Die mehrwöchige Urlaubsreise nach Israel wirft Schicksalsfragen für Vater und Sohn und alle seine Freunde auf - und ist eine köstliche Lektüre, vor allem wenn man selbst eigene Eindrücke von diesem Land hat und sie mit dem vergleichen kann, wie viel trivial Witziges Vater und Sohn im Alltag dort erleben. Auch unsere Lebenswirklichkeit in der Bundesrepublik wird nicht geschönt, vor allem fordert das Buch immer wieder dazu heraus, Antworten auf heutige politische Strömungen von links und von rechts zu finden. - Dieses Buch ist eine ausgezeichnete, leicht lesbare Urlaubslektüre mit durchaus ernstem Hintergrund, immer wieder überraschend realistisch in der Handlung und einfach sehr gut geschrieben. Ein Buch, das man sich gerne in einer Bücherei ausleiht!
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Artikelbeschreibung

Bevor Dmitrij Kapitelman und sein Vater nach Israel aufbrechen, beschränkten sich ihre Ausflüge auf das örtliche Kaufland - damals in den Neunzigern, als sie in einem sächsischen Asylbewerberheim wohnten und man die Nazis noch an den Glatzen erkannte. Heute verkauft der Vater Pelmeni und Krimsekt und ist in Deutschland so wenig heimisch wie zuvor in der Ukraine. Vielleicht, denkt sein Sohn, findet er ja im Heiligen Land Klarheit über seine jüdische Identität. Und er selbst - Kontingentflüchtling, halber Jude, ukrainischer Pass - gleich mit. "Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters" ist ein sehnsuchtsvoll-komischer Spaziergang auf einem Minenfeld der Paradoxien. Und die anrührende Liebeserklärung eines Sohnes an seinen Vater.

Produktsicherheit

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
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Personeninformation

Dmitrij Kapitelman, 1986 in Kyjiw geboren, kam im Alter von acht Jahren als »Kontingentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Leipzig und absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. Heute arbeitet er als freier Journalist. 2016 erschien sein erstes, erfolgreiches Buch "Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters", für das er den Klaus-Michael Kühne-Preis gewann. 2021 folgte "Eine Formalie in Kiew", für das er mit dem Buchpreis Familienroman der Stiftung Ravensburger Verlag ausgezeichnet wurde.

Pressestimmen

"Kapitelman reist mit seinem Vater ins Land der Vorfahren, heraus kommt eine tiefsinnig-komische Geschichte über Heimat, Fremde und Liebe. Großartig." Brigitte, 04.01.17 "Sehr komisch, sehr unterhaltend, sehr rührend und vielfältig paradox. ... Man muss manchmal fast weinen, so rührend ist diese eifersüchtig bekümmerte Vaterbeobachtung. Sie ist übrigens frei von jedem Kitsch und, noch erstaunlicher, von jedem Klischee. ... Ein herrliches Buch." Jens Jessen, Die Zeit, 24.11.16 "Kiew, Meerane, nördlich von Zwickau, Grünau, jener berühmt-berüchtigte Ortsteil von Leipzig, und Jerusalem. Das sind die Kulturkreise, die Dmitrij Kapitelman in seinem autobiografischen Roman 'Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters' mit einer großen Leichtigkeit trotz scharfsinniger Analysen durchschreitet und ausleuchtet. Eine Reise durch die Paradoxien, auf der Suche nach Heimat und jüdischer Identität voller Selbstironie, einfach hinreißend." Eva Demmelhuber, Bayern 2, 20.11.16 "Ob in Leipzig oder Israel: Dmitrij Kapitelman spitzt Widersprüche zu und stellt Paradoxien heraus. Saukomische Dialoge wechseln sich mit scharfsinnigen Analysen ab. Zudem zeichnet sich der Text durch seinen kreativen Umgang mit Sprache aus. Diese Liebeserklärung an einen Vater ist ebenso komisch wie berührend. Der Israel-Teil liest sich wie eine literarische Reisereportage, die der Problematik gerecht wird. ... Kapitelman erzählt von der Suche nach Heimat und jüdischer Identität. In der deutschen Gegenwartsliteratur ist Dmitrij Kapitelman in diesem Text jedenfalls angekommen." Mareike Ilsemann, WDR 5, 05.11.16 "Ein wunderbares Buch." Anja Maier, taz, 18.10.16 "In 'Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters' lotst uns ein junger Autor mit Bravour durch die Minenfelder eines neuen deutsch-jüdischen Zusammenlebens." Mirko Schwanitz, Bayern 2 Radio, 01.10.16 "Dmitrij Kapitelman hat ein mitreißendes und komisches Buch geschrieben - über eine Israelreise, über jüdische Identität und vor allem über seinen Vater ... Eine autobiographische Erzählung, die mit Verve dem nachspürt, was eine jüdische Verbundenheit, jenseits von Religiosität und Sprache, sein könnte." Sascha Hilpert, rbb Stilbruch, 08.09.16 "Wer bin ich, und wenn ja, wie jüdisch: Dmitrij Kapitelmans hinreißendes Debüt über seinen Vater, Israel und die Frage der Herkunft. ... So brillant wie politisch scharfsichtig formuliert." Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung, 06.09.16 "Dmitrij Kapitelman hat einen wunderbar leichten Ton gefunden, voll Humor und Selbstironie, einen Ton, der den ernsten Hintergrund geschickt konterkariert. ... Und so ist es äußerst unterhaltsam, wenn der junge Autor von seinen Erlebnissen in Israel erzählt. ... Intelligent und nachdenklich, witzig, sprühend und vielschichtig, und nicht zuletzt auch eine Hommage an Dmitrij Kapitelmans Vater." Irene Binal, ORF Ö1 ex libris, 04.09.16 "Ein bewegendes und mit wunderbarem Gespür für Komik geschriebenes Buch. ... Es lässt sich listigerweise genauso schwer einordnen wie die Menschen, von denen es handelt. Man kann es lesen als Roman oder als Reiseerzählung oder als literarische Reportage, und doch ist es etwas ganz Eigenes." Julian Schütt, SRF2 Kultur, 28.08.16 "Das Buch ... ist eine Reise mitten hinein in eine komplexe Identitätskrise: Jüdisch sein, als Jude in Deutschland leben und sich zum Nahostkonflikt stellen." Lea Koch, WDR5, 22.08.16
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