'Ich habe dem starken Geschlecht überall den Fehdehandschuh hingeworfen'

Das Leben der Lola Montez
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Bayern im Buch-Rezension
Lola Montez (1821-1861) - ein bewegtes Leben jenseits aller Konventionen.
Elizabeth Gilbert, so ihr Geburtsname, wurde als Tochter eines schottischen Offiziers und einer irischen Mutter geboren. Die junge Familie verschlug es schon bald nach Indien, wo der Vater kurz nach der Ankunft aber bereits starb. Die Mutter heiratete erneut und gab Elizabeth später in ein Mädchenpensionat. Bereits mit 16 Jahren heiratete Elizabeth Gilbert einen Offizier und kehrte mit ihm nach Indien zurück, die Ehe scheiterte aber bald. Wieder in London, erlernte sie Spanisch und bereiste dann die iberische Halbinsel. Dort vollzog sich ihre "Metamorphose" und sie eroberte als spanische Tänzerin "Maria de los Dolores Porrys y Montez" zunächst Großbritannien. Fortan sicherte sie sich ihren aufwendigen Lebensstil als Tänzerin, Hochstaplerin und Geliebte unzähliger solventer Herren. Schließlich langte sie in München an, wo sie sich innerhalb weniger Tage die Gunst des Königs Ludwig I. sicherte. Mit ihrem provokativen Lebensstil löste sie einen Skandal nach dem anderen aus und war letztlich auch für den Monarchen nicht mehr zu halten. Schließlich musste sie in die Schweiz flüchten. Später kehrte sie nach London zurück, unternahm eine Tournee in Australien und wurde dann in den USA sesshaft. Dort starb sie 1861. Die Biografie der Exotin, die mit Vehemenz ihren Nimbus als Diva und Vamp pflegte, kann wohl als Standardwerk gesehen werden. Briefwechsel, Zeitzeugenberichte, Auszüge aus den Lebenserinnerungen der Montez selbst oder aus Biografien sowie detaillierte Schilderungen der politischen Gegebenheiten im sog. "Vormärz" zeugen von der Qualität der Arbeit, Bilder sind allerdings nur spärlich vorhanden. Für größere Bestände unbedingt empfehlenswert!
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Artikelbeschreibung

1848: Der bayerische König Ludwig I. tritt zurück wegen einer Tänzerin! Ein Skandal! So wie das ganze Leben der Lola Montez (1821 1861) für die bessere Gesellschaft ihrer Zeit ein einziger Skandal war. Der Weg dieser Femme fatale, die in Wirklichkeit Tochter eines britischen Offiziers war und Eliza Gilbert hieß, hätte in ganz bürgerlichen Bahnen verlaufen sollen. Doch sie brach von Jugend an mit allen Konventionen und feierte bald als 'spanische Tänzerin' Triumphe in den Metropolen Europas wie nach 1851 in Amerika und Australien. Sie war eine markante Persönlichkeit, ausgestattet mit Stolz und Mut, und brachte unverblümt zum Ausdruck, was sie von ihren männlichen Zeitgenossen hielt: 'Wenn Gott die Männer mißt, legt er das Maßband nicht um den Kopf.' Für die Biografie zum 200. Geburtstag dieser unzeitgemäßen Frau standen der Historikerin Marita Krauss erstmals die Tagebücher Ludwigs I. zur Verfügung, die einen ganz neuen Blick auf die Beziehung zwischen König und Tänzerin eröffnen. <BR> <BR>Lola Montez hatte viele Gesichter und viele Namen. Die Tochter eines britischen Offiziers, die eigentlich Eliza Gilbert hieß, widersetzte sich bereits früh moralischen Konventionen. Was Männer betraf, so hatte sie ihre eigene, kühne und auf jeden Fall unzeitgemäße Agenda: Mit 16 brannte sie durch, heiratete ihren Liebhaber und zog mit ihm nach Indien, mit 22 tingelte sie als 'spanische Tänzerin' durch die Hauptstädte Europas, und mit 25 begann sie ihre Affaire mit König Ludwig I. Als man sie deswegen aus München vertrieb, vermarktete Lola Montez ihre Geschichte am Broadway in New York und in den Outbacks Australiens. Das Schicksal der selbstbewussten Tänzerin, die als Geliebte des Königs zur Gräfin Landsfeld erhoben wurde und sich nie von der Männerwelt einschüchtern ließ, inspirierte Filmemacher und Theaterregisseure. Die Historikerin Marita Krauss hat nun gestützt auf zahlreiche Quellen, darunter auch bislang unzugängliche Tagebuchaufzeichnungen König Ludwigs I. den Weg der Lola Montez in all seinen Höhen und Tiefen beschrieben. Entstanden ist eine ebenso seriöse wie unterhaltsame Biografie, die zugleich ein facettenreiches Bild der Geschlechterverhältnisse im 19. Jahrhundert bietet.

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