Bitte registrieren oder melden Sie sich an, um Ihre Merklisten zu verwalten.
Gertrud Kolmar (1894-1943) gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts, dennoch sind viele ihre Arbeiten bis heute weitgehend unbekannt. Zu ihren Lebzeiten erschienen aus ihrem umfangreichen dichterischen Werk nur drei Gedichtbände: »Gedichte«, »Preußische Wappen« und »Die Frau und die Tiere«. Gertrud Kolmar selbst entschied sich gegen eine Flucht und blieb bei ihrem Vater in Berlin. Sie musste Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie leisten und schrieb nachts an ihren Gedichten. 1943 wurde sie im Verlauf der sogenannten Fabrikaktion deportiert und in Auschwitz ermordet.
Friederike Heimann zeichnet in ihrer Biografie ein sehr persönliches und berührendes Porträt einer Frau, die ihr Leben als jüdische Dichterin in Deutschland schmerzlich erfahren und immer wieder zum Thema ihres lyrischen und erzählerischen Werks gemacht hat.
Die Angst vor den Bomben, eine Kindheit im Krieg - damit beginnen Helmut Lethens Erinnerungen, die durch mehr als sieben Jahrzehnte bundesdeutscher Geschichte führen: der Schock, als er mit achtzehn Jahren in Alain Resnais' Film «Nacht und Nebel» zum ersten Mal mit dem Holocaust konfrontiert ist. Das Gefühl der Befreiung, als er vom biederen Bonn in das viel liberalere Amsterdam zieht, um dort zu studieren. Schließlich das von Aufruhr und Protest aufgewühlte Berlin: Hier demonstriert Lethen 1967 gegen den Besuch des Schahs, und bald agitiert er als Sprecher der Kampagne für ein Kinderkrankenhaus in Kreuzberg an vorderster Front. Die maoistische K-Gruppe schließt Lethen wegen «Versöhnlertums» aus, dennoch trifft ihn der «Radikalenerlass», das Berufsverbot in Deutschland - das sich als unfreiwillige Chance erweist: In den Niederlanden schreibt Lethen die «Verhaltenslehren der Kälte», in denen er das Verhältnis von Geist und Politik im 20. Jahrhundert auf ganz neue und bis heute aktuelle Weise ausgeleuchtet hat.Helmut Lethen berichtet in seiner Autobiographie, was ihn geprägt hat: von politischen und denkerischen Experimenten, von Weggefährten sowie Ideengebern wie Adorno und Enzensberger. Ein Entwicklungsroman der Bundesrepublik - wie ihn nur noch wenige Intellektuelle zu erzählen vermögen.
»Ich glaube nicht, daß es irgendeinen Denkvorgang gibt, der ohne persönliche Erfahrung möglich ist. Alles Denken ist Nachdenken, der Sache nach - denken.« Für Thomas Meyer bilden diese Sätze den Leitfaden seiner Biografie Hannah Arendts. Er folgt ihrem Leben und Werk von Königsberg nach New York und beleuchtet die Faszination und die Kritik, die die Person und ihre Schriften zeitlebens auslösten. Für Interessierte wie für Kenner wird das Phänomen »Arendt« verständlicher. Erstmals als Taschenbuch - mit einem neuen ausführlichen Vorwort und mit bislang unbekannten Dokumenten.
Franz von Assisi - was trieb den reichen Tuchhändlersohn dazu, sein privilegiertes Leben aufzugeben, auf sein Erbe zu verzichten und fortan als obdachloser Minderbruder durch die Lande zu ziehen? Damals hielten ihn die einen für einen verrückten Aussteiger, für die anderen war er ein Vorbild, einer, der verstanden hatte, worauf es im Leben wirklich ankommt. Heute ist die Bedeutung dieses Mannes, der allem entsagte und später sogar heiliggesprochen wurde, unstrittig.
Alois Prinz nimmt uns mit auf eine Reise nach Assisi, in die Landschaften der Toskana und Umbriens. Wir tauchen ein in die mittelalterliche Welt des Franziskus und erfahren, was ihn prägte, aber auch, wie fortschrittlich er nicht nur für die damalige Zeit war mit seinem Bedürfnis nach einem einfachen Leben in Frieden und im Einklang mit der Natur und den Tieren.
Eines der einflussreichsten Werke der Moderne jetzt in der Universal-Bibliothek
Walter Benjamins berühmte Prosaminiaturen sind Kindheitserinnerungen und zugleich das Porträt einer untergegangenen Welt. Sie erzählen von der Stadt und ihren Geräuschen, ihrer Architektur, vom Zusammenleben der Menschen und Alltagsdingen. Vorstufen und erste Texte sind 1932 auf Ibiza und in Berlin entstanden. In äußerst schwieriger Lage im französischen Exil arbeitete Benjamin auch an der Berliner Kindheit weiter. Eine Drucklegung erlebte er nicht mehr, er nahm sich 1940 auf der erneuten Flucht vor den vorrückenden Nationalsozialisten das Leben.Mit einem Nachwort und Anmerkungen von Andrea Gnam.
Lasst uns Wunder in der Schöpfung entdecken!
"Lieber Gott, bitte mach mich zu deinem Werkzeug, damit ich irgendwie irgendwo etwas verändern kann." Ein schlichtes Gebet, das der 12-jähriger Tony Rinaudo an den Schöpfer von Himmel und Erde schickt. Bis heute motiviert ihn dieser Wunsch bei allem, was er anpackt - und das ist Einiges!Er entdeckte das Wunder, dass die Wurzeln ehemals gerodeter Bäume in Wüstenregionen unterirdisch immer noch lebten. Und dass diese Bäume "wiederbelebt" werden können. Das ist der Schlüssel für das Ende von Dürren, Wüstenbildung und Hunger. Tonys Leben erzählt von ökologischem Engagement, Nachhaltigkeit und Klimaschutz, weil Gott uns die Schöpfung anvertraut hat. Es erzählt von einer großen Liebe zu den Menschen - und natürlich zu Bäumen.
Eine neue Sicht auf die Gesellschaft der Antike
Wer war Paulus wirklich? Ein Missionar? Ein Theologe? Oder doch viel mehr: ein Denker von historischer Bedeutung?In dieser außergewöhnlichen Biografie zeichnet Oda Wischmeyer das Porträt eines Mannes, der nicht nur glaubte - sondern dachte. Seine Briefe sind Ausdruck intellektueller Kraft; sie verbinden jüdische Tradition mit christlicher Erfahrung zu einer neuen Deutung der Welt. Wischmeyer zeigt Paulus als streitbaren Denker, politischen Akteur und sprachmächtigen Autor. Sie liest ihn als Führungsgestalt der frühen römischen Kaiserzeit - als jemanden, der mit Begriffen wie Gnade, Gerechtigkeit und Freiheit Denken bewegte und bis heute inspiriert.
Über die Kraft der Vergebung
Die Nazis hassten sie. Doch sie setzte auf Gottes Liebe. Corrie ten Boom rettete unzähligen Juden das Leben. Das Versteck hinter einer eingezogenen Wand im Schlafzimmer der ten Boom-Schwestern ist und bleibt ein weltbekanntes Zeugnis für ihren mutigen Widerstand gegen Hitler. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs trug sie die Botschaft von Vergebung in die ganze Welt hinaus. Und dann kam der Tag, an dem sie ihren KZ-Peinigern noch einmal direkt in die Augen schauen musste. Von Angesicht zu Angesicht. Würde die Kraft der Vergebung auch dafür ausreichen?Corries Lebensgeschichte ist ein Zeugnis dafür, was Gott durch einen Menschen bewirken kann, der ihm vertraut!
Er gilt als bedeutendster Visionär des frühen Christentums: der Apostel Paulus. Einst unter dem Namen Saulus ein gesetzestreuer Pharisäer und erbitterter Verfolger der Urchristen, wurde er nach seinem Bekehrungserlebnis in Damaskus zum Anhänger Jesu und zum leidenschaftlichen Verkünder der christlichen Botschaft. Ein ideales Buch für Einsteiger in die großen Fragen des Glaubens, eine Einführung in das Christentum.
Vom Autor des Bestsellers Hannah Arendt oder Die Liebe zur Welt (insel taschenbuch 4172).
Was uns Franziskus heute noch zu sagen hat
Franz von Assisi fasziniert als radikaler Aussteiger und »sanfter Rebell«. Doch wer war der fröhliche »Gaukler Gottes« wirklich, der den Tieren predigte? Der Historiker Dieter Berg zeichnet in dieser Biografie ein lebendiges Bild des »Poverello« vor dem Hintergrund des spannungsgeladenen Mittelalters. Präzise relativiert Berg das romantisierte Franziskus-Bild, ohne es zu entzaubern. Er lässt Franziskus in seinen Schriften selbst sprechen und analysiert den Weg vom Kaufmannssohn zum Ordensgründer. Ob Kirchenreform oder das Verhältnis zu Klara von Assisi - zentrale Aspekte werden neu bewertet und es wird deutlich, wie aktuell Franziskus' Ideale von Demut, Naturliebe und Friedensarbeit bis heute geblieben sind.
Erinnerungen an Frère Roger - zum 75. Jahrestag der Kommunität von Taizé
Millionen von Menschen kennen die »Nächte der Lichter« und die Lieder aus Taizé. Klaus Hamburger, der dort unter den Brüdern lebte, teilt seine persönlichen Erinnerungen an den Gründer der Gemeinschaft - Frère Roger.
Dieser gilt als eine der großen religiösen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, widmete sein Leben der Ökumene, war Gottsucher, Liebender und Zweifelnder. Vor 75 Jahren bekannten sich die ersten sieben Brüder zu ihrem sogenannten Lebensengagement. Heute gehören der Communauté de Taizé, die große Jugendtreffen veranstaltet, rund 100 Brüder aus über 30 Ländern an.
Klaus Hamburgers biografische Einblicke beleuchten nicht nur Frère Rogers visionäre Rolle in der ökumenischen Bewegung, sondern auch die transformative Kraft der Taizé-Gemeinschaft. Hamburgers persönlichen Anekdoten bieten einen einzigartigen Blick in das Herz einer Bewegung, die Generationen von Gläubigen inspiriert hat.
»Mit der Bibel durch das Jahr« ist das Standardwerk der praktischen ökumenischen Bibelauslegung für das Leben als Christin und Christ in der heutigen Zeit. Die Auslegungen mit kurzen Gebeten für jeden Tag folgen dem ökumenischen Bibelleseplan und sind verfasst von evangelischen, katholischen, freikirchlichen und orthodoxen Autorinnen und Autoren. Zusätzliche Einführungen erklären anschaulich Aufbau, Anliegen und geschichtlichen Hintergrund der biblischen Bücher. Eine zuverlässige Begleitung für jeden Tag des Jahres.
In Mayas Familie herrscht Schweigen. Über die deutsche Vergangenheit und den Holocaust, den die Mutter in Auschwitz überlebt hat, wird nicht gesprochen. Aber Maya trägt die Verwundungen ihrer Familie weiter. Mit zu langen Nächten, Drogen, Schulden und den falschen Typen treibt sie durch das London der siebziger Jahre. Um zu überleben, das wird ihr schlagartig klar, muss sie das Schweigen überwinden. Sie beginnt zu schreiben: Briefe nach Breslau an die von den Nazis ermordeten Großeltern. Stück für Stück setzen ihre Worte eine Familie wieder zusammen, erzählen die Geschichte dreier Generationen im Spiegel der größten Katastrophe des 20. Jahrhunderts.
Dieses Buch ist der Versuch einer Rettung. Maya Lasker-Wallfisch schreibt darin an gegen die Sprachlosigkeit, mutig und gefühlvoll. Sie macht erfahrbar, wie ein transgenerationales Trauma das eigene Leben bestimmt, wie die eigene Geschichte immer abhängt, von dem, was zuvor geschehen ist.