Meinungsfreiheit

Wie Polizei und Justiz unser Grundrecht einschränken - und wie wir es verteidigen | Nominiert für den Deutschen Sachbuchpreis 2026
24,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Plädoyer für ein liberales Verständnis des Grundrechts auf Meinungsfreiheit.
„Niemand hat das Recht, nicht kritisiert zu werden“. Wie ein Mantra durchzieht diese Grundhaltung das Buch des Journalisten und Juristen Ronen Steinke. Er markiert damit sein liberales Verständnis des titelgebenden Bürgerrechts, betrachtet die zunehmend restriktive Auslegung seiner Grenzen aber mit Sorge. Jedes Kapitel ist mit kleinen juristischen Fallbeispielen gespickt, als aufschlussreiches Quiz für die Leser. Wie nicht anders zu erwarten sind die Urteile mal mehr, mal weniger nachvollziehbar. Man lernt: Was geeignet ist, den „öffentlichen Frieden zu stören“, ist strafwürdig. Das Buch schließt mit der Mahnung an Regierende und Richtende, das Recht auf freie Meinungsäußerungen nicht selbstherrlich zu reglementieren. Kollateralschäden bei anderen Freiheitsrechten seien sonst unvermeidbar, der demokratischen Streitkultur zum Schaden. Wie immer schreibt Steinke gut lesbar, flott und pointiert. Die zugrundeliegenden Fälle sind trotz ihrer Fülle penibel recherchiert, knapp 100 Seiten Anmerkungen lassen interessierte Leser bei Bedarf tief eintauchen. Was gleichzeitig auch die Problematik des Ansatzes aufzeigt, die Meinungsfreiheit als juristisch greifbares Gut rein legalistisch handhaben zu wollen. Wo bleiben Tugenden wie Bürgersinn und Toleranz, wo die Resilienzarbeit der Angegriffenen und Anstandsformen der Angreifer? Auch wenn der Autor nicht ganz das Niveau seines Bestsellers über den Verfassungsschutz (BP/mp 23/1058) zu halten vermag, bleibt es eine sehr lohnende Lektüre. Für alle, denen dieses Freiheitsrecht am Herzen liegt. – Bereichert jeden Bestand.
Weiterlesen
Susanne Steufmehl empfiehlt:

Wer regelmäßig die Süddeutsche Zeitung liest oder Polit-Talks im TV verfolgt, wird Ronen Steinke kennen, Der promovierte Nürnberger Jurist und SZ-Redakteur brilliert in politischen und gesellschaftlichen Debatten mit Ruhe und messerscharfen Analysen, Und auch, wer politische Themen lieber vermeidet, sollte sein neues Buch „Meinungsfreiheit“ lesen. Schon der provokante Untertitel „Wie Polizei und Justiz unser Grundrecht einschränken – und wie wir es verteidigen“ zeigt die Bedeutung dieses Bürgerrechts, das uns alle betrifft und für unser Zusammenleben essenziell ist. „Meinungsfreiheit“ ist kein abstrakter Rechtsbegriff für Juristen und beileibe kein Freifahrtschein für Beleidigungen, sondern die Grundlage für offene Gespräche, Kritik und gesellschaftlichen Fortschritt. Steinke schreibt sein Plädoyer klar, ausgewogen und ohne belehrenden Ton. Er macht deutlich, wie sehr dieses Grundrecht unseren Alltag prägt und bringt Beispiele dafür, was den öffentlichen Frieden stört und damit strafwürdig ist. Dazu berichtet er von einigen beispielhaften, exakt recherchierten Gerichtsprozessen.

Ein immens bedeutendes Buch für dieses Zeit, in der wir alles daransetzen müssen, eine freie, demokratische Gesellschaft mit freier Meinungsäußerung zu bleiben.

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch
RegalGeflüster empfiehlt:

Artikelbeschreibung

Noch nie gab es so viele Ermittlungen wegen bloßer Worte, egal ob es um Migration, Klimapolitik, die Ukraine oder den Nahostkonflikt geht. Der Staat definiert heute etliche politische Aussagen als strafbar, die noch vor zehn Jahren ganz klar unter die Meinungsfreiheit fielen.

Grenzen der Meinungsfreiheit

Ronen Steinke zeigt auf, wo neuerdings die Grenzen der Meinungsfreiheit verlaufen, auch im digitalen Raum. Gerade in der gegenwärtigen Lage, so kritisiert der preisgekrönte Journalist und Jurist, sollte das Land mehr Meinungsfreiheit wagen, anstatt zu glauben, man überzeuge Menschen, indem man ihnen den Mund verbietet.

Wer bestimmt, was als »Hass und Hetze« gilt?

Wegen des Satzes »Impfen macht frei« kann man neuerdings schon bestraft werden, aber »Deutschland den Deutschen, Ausländer raus« in der Disco zu grölen, ist erlaubt. »Gaza = Auschwitz« ist eine Straftat, doch die Aussage, der Bundeskanzler sei ein »Volksschädling«, ist erlaubt. Zu sagen, die CSU hetze gegen die Grünen, als seien diese die »neuen Juden«, ist eine Straftat, aber die Vertreibung aller Palästinenser aus dem Gazastreifen zu fordern, ist erlaubt. Wer kennt sich da noch aus?

Heutzutage wird es oft Gerichten überlassen zu entscheiden, welche Meinungsäußerungen strafbar sind und welche nicht. Ein engagiertes Plädoyer für mehr Transparenz und ein dringender Appell, mehr Meinungsfreiheit zu wagen, das heißt Debatten in der Zivilgesellschaft zuzulassen, solange sie gewaltfrei bleiben.

Produktsicherheit

Hersteller: Piper Verlag GmbH
Anschrift: Georgenstraße 4
DE-80799 München
Kontakt: info@piper.de

Personeninformation

Ronen Steinke, Dr. jur., geboren 1983 in Erlangen, ist Leitender Redakteur und Kolumnist bei der Süddeutschen Zeitung. Er studierte Jura und Kriminologie, arbeitete in Anwaltskanzleien, einem Jugendgefängnis und beim UN-Jugoslawientribunal in Den Haag. Seine Promotion über die Entwicklung der Kriegsverbrechertribunale von Nürnberg bis Den Haag wurde von der FAZ als »Meisterstück« gelobt. Seine 2013 veröffentlichte Biografie über Fritz Bauer, den mutigen Ermittler und Ankläger der Frankfurter Auschwitz-Prozesse, wurde mit »Der Staat gegen Fritz Bauer« preisgekrönt verfilmt und in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Im Berlin Verlag erschien 2017 sein hochgelobtes Buch »Der Muslim und die Jüdin. Die Geschichte einer Rettung in Berlin«. 2020 folgte »Terror gegen Juden. Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt«, 2022 der Bestseller »Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich. Die neue Klassenjustiz« und 2023 »Verfassungsschutz. Wie der Geheimdienst Politik macht«.

Pressestimmen

»(Steinke) präsentiert seinen Leserinnen und Lesern einen aufwendig recherchierten Querschnitt (...) der gegenwärtigen juristischen und politischen Debatte.« Tobias Lentzler CH - NZZ am Sonntag 20260628
Mehr von Steinke, Ronen

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.