Veronica

Roman
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Buchprofile - Rezension
Die Zerbrechlichkeit des Lebens und der Wunsch, es doch voll auszukosten, aus der Perspektive eines abgetakelten Models.
Alison war ein Supermodell, jetzt lebt sie mit verlorener Seele und verlorener Gesundheit in ärmlichen Verhältnissen von Gelegenheitsjobs. In der Retrospektive erzählt sie ungeschönt und nicht selten zynisch von ihrem Weg ins Modeldasein und von dessen Schattenseiten. Sie versucht sich auch im bürgerlichen Leben, studiert, sucht einen Job, will bei der Familie sein, aber immer wieder bricht Alison aus und wirft sich exzessiv in die Abgründe der Modewelt. Veronica ist auf den ersten Blick ganz anders, Korrekturleserin im mittleren Alter, ein biederer Job. Und doch ganz ähnlich. Sie hat ein exzentrisches Wesen mit einem bunten auch von Schicksalsschlägen geprägtem Leben, einer unglücklichen Beziehung und einer tödlichen Krankheit. Die beiden eigentlich ganz ähnlichen Frauen freunden sich an. Das Buch erzählt von ihrem Leben, endet mit Veronicas Tod und Alisons erneutem Versuch, ein geregeltes Leben zu führen. - In einer sehr kraftvollen Sprache erzählt Gaitskill aus Alisons Sicht heraus die Geschichte der beiden Frauen und ihrer lebenshungrigen, aber so schwer gelingenden Suche nach sich selbst. Kein leichtgängiger Lesestoff, der aber sicher ab mittleren Beständen seine Leser/-innen finden wird.
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Artikelbeschreibung

»Gaitskill verdient ein Denkmal für diesen schönen, niederschmetternden Roman.« Elle

Alison und Veronica lernen sich im nächtlichen Glamour des New York der 1980er Jahre kennen: ein Topmodel nach dramatischem Karriere-Aus und eine exzentrische Korrekturleserin mittleren Alters. Im Laufe der nächsten zwanzig Jahre muss die Freundschaft dieser ungleichen Frauen Narzissmus und Zärtlichkeit, Ausbeutung und Selbstaufopferung, Liebe und Tod aushalten. Gaitskill bewegt sich nahtlos zwischen den leuchtenden und den düsteren Seiten der Metropole, wo Schönheit und Stil dem Exzess Vorschub leisten, und der Welt der Überlebenden, die zwanzig Jahre später vor den Scherben ihres Daseins stehen. Meisterhaft beschwört »Veronica« die Zerbrechlichkeit und das Geheimnis menschlicher Beziehungen. Aufwühlend, unerschrocken und schmerzlich schön.

Shortlist für den National Book Award.

»Gaitskills Figuren bluten, schwitzen, weinen, und sie erleben Traurigkeit, Wut und Liebe ebenso stark als körperliche Empfindung wie als Emotion.« San Francisco Chronicle

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Personeninformation

Mary Gaitskill, geboren 1955 in Detroit, verdiente ihr Geld als Stripteasetänzerin, Blumenverkäuferin, Sekretärin, Model und Buchhändlerin. Während des späten Studiums schrieb sie ihre ersten Erzählungen. Seit ihrem Debüt »Bad Behavior« (1988) lotet sie die Ambiguität menschlicher Gefühle und Beziehungen aus wie sonst kaum jemand. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und lebt heute in New York.

Bei Blumenbar liegen von ihr »Bad Behavior. Schlechter Umgang« und »Das ist Lust« vor.

 

Daniel Schreiber, Kunstkritiker, Essayist und Übersetzer. Sein Buch »Susan Sontag. Geist und Glamour« war die erste Biographie über die bekannte amerikanische Intellektuelle und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Er ist Autor der hochgelobten und viel gelesenen Essaybände »Nüchtern«, »Zuhause«, »Allein« und »Zeit der Verluste«. Zuletzt erschien »Liebe!«. Schreiber lebt in Berlin.

Pressestimmen

»'Veronica'« [...] zeigt, worin Gaitskill so gut ist: Menschliche Abgründe und die Paradoxie zwischen Intimität und Isolation beschreiben, ohne dabei in Pathos und Sentimentalitäten abzurutschen oder aber in Widerwärtigkeiten, wie es einige männliche Autoren gerne tun.« Neues Deutschland 20230330
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