Alle unsere Leben

Roman
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Buchprofile - Rezension
Die Geschichte zweier irischer Auswanderer in London.
1979, in einem gnadenlosen, pulsierenden London begegnen sich zwei irische Außenseiter: Milly, eine junge Ausreißerin, und Pip, ein talentierter Boxer. Milly flieht vor der Enge und dem strengen katholischen Moralkodex ihrer Heimat und stürzt sich in die aufregende Großstadt. Sie findet Arbeit in einem Pub. In dem Lokal kehrt auch Pip, dessen Boxclub gleich daneben ist, gelegentlich ein. Es ist keine Liebe auf den ersten Blick, beide spüren jedoch, dass sie in gewisser Weise füreinander bestimmt sind. Doch es gelingt ihnen nicht, sich fernab ihrer irischen Heimat ein gemeinsames Zuhause zu schaffen. Manchmal treffen sie sich, dann sehen sie sich wieder lange nicht. Dann heiratet Milly den Geschäftsmann Matthew, doch als dieser in Geldprobleme gerät und verschwindet, zieht sie wieder bei Mrs. Oak in dem inzwischen geschlossenen Pub ein und hofft wieder auf Pip. Dieser hat nach seiner Karriere als Boxer diverse Jobs, aber immer wieder Probleme. Er trinkt zu viel, trifft Fehlentscheidungen und muss sogar einmal eine Haftstrafe absitzen. Nach einer Entziehungskur bleibt er trocken und denkt wieder über ein Zusammenleben mit Milly nach, als ihre Wege sich erneut kreuzen ... – Die irische Autorin erzählt in ihrem Roman von zwei Iren in London, die mit Familie, Armut, Sucht und Einsamkeit ringen. Mit präzisem Blick fürs Detail, lebendig und zugleich einfühlsam, entwirft sie ein realistisches Bild von gescheiterten Hoffnungen und der schwierigen Suche nach Orientierung. Mit differenziert gezeichneten Figuren und authentischen Umfeldschilderungen thematisiert die Autorin ungeschönt, aber nie übertrieben gefühlsselig soziale Benachteiligung, Isolation und seelische Verletzungen. Die häufigen Wechsel zwischen unterschiedlichen Zeitebenen erschweren allerdings die Lektüre. – Insgesamt jedoch berührt die epische Geschichte über Einsamkeit, Freundschaft, Menschlichkeit und die Sehnsucht nach Liebe tief und wird bei sensiblen Leserinnen und Lesern noch lange nachklingen.
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Artikelbeschreibung

Es ist der Beginn einer vier Jahrzehnte andauernden Suche nach Liebe: 1979, in einem weiten, gnadenlosen London, finden sich zwei irische Außenseiter - Milly, eine junge Ausreißerin, und Pip, ein talentierter junger Boxer. Sie verlieben und verlieren sich ineinander, doch das Leben drängt sie in unterschiedliche Richtungen. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege, wandern die Gedanken zum anderen.

Vierzig Jahre später klammert sich Milly an das einzige Zuhause, das sie je gekannt hat, während Pip durch die Straßen Londons streift und mit seinen Dämonen kämpft. Zwischen ihnen, vielleicht unüberwindbar, liegt ein ganzes Leben.

In einer sich ständig wandelnden Stadt entfaltet sich eine epische Geschichte über Einsamkeit, Sehnsucht, Menschlichkeit und Liebe.

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Personeninformation

Christine Dwyer Hickey, geboren 1958 in Dublin, ist Autorin und Dramatikerin. Sie schreibt Romane, Kurzgeschichten und Theaterstücke, ihre Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin lehrt sie Kreatives Schreiben. Für ihre Romane war sie u. a. für den Orange Prize und den Prix L'Européen de Littérature nominiert, für Schmales Land wurde sie mit dem Walter Scott Prize und dem Dalkey Literary Award ausgezeichnet. Kathrin Razum (*1964) studierte Anglistik und Geschichte und arbeitet seit 1992 als freiberufliche Literaturübersetzerin. Aus dem Englischen übertrug sie u. a. Susan Sontag, Edna O'Brien, V. S. Naipaul, Rebecca Solnit und Katie Kitamura. Sie lebt bei Heidelberg.

Pressestimmen

»Diese Autorin verdient den ganz großen Durchbruch - und ihr unwiderstehliches neues Buch hat das Herz und die Tragweite dafür. Ein ambitionierter Roman über zwei irische Außenseiter in London, der an Claire Keegan und Douglas Stuart erinnert.« John Self The Times
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