Ochsenkopf

Roman | "Absolut genial geschrieben!" Dora Heldt
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Buchprofile - Rezension
Kritische Auseinandersetzung mit den Folgen der Geiz-ist-geil-Mentalität am Beispiel eines scheiternden Metzgers.
Der niederländische Autor Manik Sarkar erzählt in seinem Debütroman die Geschichte eines Scheiterns. Rensing, der Metzgerssohn, erweist sich schon in der Ausbildung als Meister seines Faches, was den Umgang mit Fleisch angeht. Er macht es sich zum Ziel, wenn er erst die väterliche Metzgerei übernommen hat, diese zum Zentrum einer neuen Fleischkultur zu entwickeln, in der es nur die ausgesucht besten Stücke gibt. Voller Liebe fürs Detail, vom Einkauf, der Verarbeitung bis zum Verkauf der edlen Stücke erzählt Manik Sarkar, die blutigen Details der Fleischverarbeitung nicht auslassend, wie es Rensing anfangs gelingt, seinem Ideal voller Leidenschaft nahezukommen. Dieses Konzept scheint aufzugehen, bis in die niederländische Provinz die Supermarktketten Einzug halten und künftig nur das Prinzip des billigen Einkaufs gilt. Rensing versucht, dem etwas entgegenzusetzen. Seine Kunden lassen ihn im Stich und er muss ständig tiefer sinkende Qualitäten verkaufen, ganz gegen seine innere Einstellung. Doch nicht nur seine hochfliegenden Pläne scheitern, auch seine Ehe geht in die Brüche, so dass er am Ende einsam und bankrott in einem bizarren Selbstmord endet. – Für alle Leser, die sich von den blutigen Einzelheiten nicht abschrecken lassen, eine gelungene Auseinandersetzung mit der Geiz-ist-geil- Mentalität und eine Art Gesellschaftsroman. Allen Büchereien sehr empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Ein sturer Ochsenkopf gegen den Rest der Welt - Manik Sarkar seziert in seinem Roman »mit messerscharfer Präzision die Gleichgültigkeit der Gesellschaft.« Gaea SchoetersRensing junior brennt für die Welt der Fleisch- und Wurstwaren, schon als Kind hilft er dem Vater in der Metzgerei. Er will alles moderner und effizienter machen. Noch wichtiger aber ist ihm die Qualität des Fleisches, nur das allerbeste ist gut genug für seine Kunden. Doch genau für diese Kunden fehlt ihm jedes Gespür. Stur versucht er seine Ideale zu verwirklichen, aber als immer mehr Dorfbewohner an seinem Geschäft vorbei zum Supermarkt gehen, wird sein Leben zunehmend zum Kampf eines einsamen Metzgers gegen den Rest der Welt ...»Ochsenkopf« ist ein tragikomischer Roman über einen leidenschaftlichen Menschen, der an sich selbst und den Veränderungen um ihn herum scheitert. Und Manik Sarkar fesselt die Leser:innen mit seinem bestechend unterhaltsamen Stil.

Produktsicherheit

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
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Kontakt: info@hanser.de

Personeninformation

Manik Sarkar, geboren 1973 in Groningen, übersetzt Literatur aus dem Französischen und Englischen und arbeitet als Dozent an der Übersetzer-Fachschule in Amsterdam. »Ochsenkopf« ist sein erster Roman. Ruth Löbner, geboren 1976 in Mönchengladbach, übersetzt Prosa und Lyrik aus dem Niederländischen, u.a. von Gijs Wilbrink, Amarylis De Gryse, Loekie Zvonik, Toine Heijmans und Lucas Rijneveld.

Pressestimmen

»Sarkar zeigt, wie ein Künstler des Schlachtens an der Logik des Marktes zerbricht. Das ist zugleich Kapitalismuskritik und eine Satire auf den Geniekult. Das allein macht 'Ochsenkopf' lesenswert. Hinzu kommt die stilistische Klasse. Mal heiter, mal verstörend verbindet Sarkar den Stoff mit überraschend sinnlichen Bildern.« Tim Felchlin, SRF Kultur, 03.08.26 »Sarkar schreibt einen drastischen und stilistisch großartigen Debütroman über das Schlachten. Seine Einsichten sind heute wichtiger denn je... er sucht nicht mit der Lupe nach Motivation oder Moral seiner Figuren, sondern nimmt das Filetiermesser und schneidet aus der Lebensgeschichte des Rensing sehr sauber genau das heraus, was es braucht, um den Wandel des Kapitalismus am Beispiel eines kleinen Betriebs auf dem Land zu zeigen.« Christian Baron, der Freitag, 30.07.26 »So was habe ich noch nicht gelesen! ... Völlig irre, durchgeknallt, verrückt und absolut genial geschrieben! Es ist böse, es ist scharfsinnig, es hat Tiefgang ... faszinierend ... Ein Buch, das man nicht vergisst!« Dora Heldt »Sarkar legt ein konzentriertes Debüt vor, das aus dem Metzgerhandwerk weit mehr macht als ein bloßes Milieuporträt. Seine körperlichen Bilder strotzen vor rauer Poesie ... Der Autor verhandelt fast beiläufig und doch unübersehbar die großen konsumkritischen Fragen: Wie kann Qualität, die ihren Preis hat, in der heutigen Marktlogik bestehen? Warum ist es vielen Kunden gleichgültig geworden, was sie sich einverleiben? ...Ohne ein Gramm überflüssigen Fetts.« Stefan Fischer, dpa, 26.07.26 »Sarkar schafft es, dem blutigen Fleischhauergewerbe viel Poesie abzugewinnen ... Mit dem jungen Rensing hat er eine Hauptfigur geschaffen, die in ihrer Ambivalenz aus Rohheit und Zärtlichkeit, Abstoßung und Hingabe ein würdiger Nachfahre des Fleischers Oskar ist, dem Ödön von Horváth in den 'Geschichten aus dem Wiener Wald' einen Platz in der Weltliteratur verschafft hat. Und er hat es mit Sicherheit geschafft, dass nach der Lektüre dieses Buches niemand mehr Faschiertes einkauft, ohne es sich zuvor wirklich gut zu überlegen.« Wolfgang Huber-Lang, APA, 26.07.26 »Sarkar pariert die wichtigsten Stücke von Rensings Geschichte mit gut geschärfter Klinge und präpariert die sinnlichsten Details seines Erzählmaterials heraus. So gelingt es ihm, erstaunlich viel Welt, viel Gesellschaft in dieser nicht einmal 180 Seiten umfassenden Geschichte eines einzelnen scheiternden Mannes unterzubringen ... Ein lesenswertes und lehrreiches Debüt, nicht nur für Fleischesser.« Julia Schröder, SWR Kultur, 19.07.26

Bewertungen

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