Der letzte Syrer

Roman
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Buchprofile - Rezension
Eine Gruppe junger Menschen versucht verzweifelt, Widerstand gegen Assads Schreckensregime zu leisten.
Mit dem Arabischen Frühling 2011 könnte auch für Syrien eine neue, demokratisch legitimierte Zeit beginnen. Assad jedoch schlägt die aufkeimenden Demonstrationen brutal nieder. Was folgt, ist ein Bürgerkrieg, durch den Syrien im Chaos versinkt. Die Protagonisten dieses Romans, vor allem Studenten, leisten im Untergrund Widerstand. Da sind Youssef und Mohammad, beide homosexuell, die ihre Neigung weder in ihren Familien noch öffentlich zeigen dürfen. Dazu Chalil, der in Joséphine verliebt und fester Bestandteil von deren kleiner Widerstandsgruppe ist. Die jungen Leute träumen von einem selbstbestimmten Leben in einem freien und westlich orientierten Land. Das aber lehnen die mit ihnen zeitweise verbündeten Islamisten ab. Sie wollen einen Gottesstaat etablieren, der den jungen Leuten, genau wie Assads Willkür-Regime, nur auf religiös fundierte Weise, die Zukunft raubt. Militär, Polizei und Geheimdienst verfügen über ein fast lückenloses Netz der Überwachung. Deshalb wird als erster Chalil verhaftet. In einem für seine Grausamkeiten berüchtigten Foltergefängnis soll er die Mitglieder seiner Widerstandsgruppe verraten. - Ein erschütternder und vor allem wegen seiner oft detailliert beschriebenen Foltermethoden nur schwer zu ertragender Roman. Der Autor ist sich dessen bewusst und so wird sein Buch zur Bloßstellung der Zustände in Syrien und zugleich zur Anklage unsäglicher Menschenrechtsverletzungen. Aufrüttelnd und gerade deswegen empfehlenswert.
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Artikelbeschreibung

März 2011, die arabische Welt ist in Aufruhr, alles scheint möglich. In Damaskus schart die Studentin Joséphine eine Gruppe junger Leute um sich. Sie alle eint die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben, eine freiere Welt. Sie haben Träume, Pläne für die Zukunft, sie verlieben sich. Youssef und Mohammad. Youssef und Joséphine. Chalil und Joséphine. Homosexualität und ein gesellschaftlich konservatives Milieu prallen aufeinander. Zusehends verflechten sich die Ideale der jungen Generation mit einer Revolution, die ein ganzes Land erfasst und in einen Bürgerkrieg mündet. Omar Youssef Souleimane ergründet die Herzen der syrischen Jugend am Beginn des Arabischen Frühlings. Sie trat für ein Ende der Diktatur und eine Demokratisierung ihres Landes ein, sollte aber an den brutalen Schergen des Regimes und an gewaltbereiten Islamisten scheitern. Ein ebenso poetisches wie schockierendes Plädoyer für die Freiheit des Individuums, für eine Gesellschaft, die allen einen Raum lässt.

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Personeninformation

Omar Youssef Souleimane, geboren 1987 in al-Kutaifa bei Damaskus, aufgewachsen in Saudi-Arabien. Bis 2010 arbeitete er als Journalist in Syrien. Mit Ausbruch des Bürgerkrieges floh er über Jordanien nach Frankreich, wo er 2012 politisches Asyl erhielt. Heute lebt er als Schriftsteller in Paris. Omar Youssef Souleimane veröffentlichte mehrere preisgekrönte Gedichtbände sowie die autobiographische Erzählung "Le petit terroriste" (2018). "Le dernier Syrien" ist sein erster Roman.

Pressestimmen

"Der seit 2012 in Paris lebende syrische Journalist und Dichter Omar Youssef Souleimane hat den Jugendlichen, die die Revolution von 2011 trugen, ein Denkmal gesetzt." (Rolf Brockschmidt, Der Tagesspiegel) "Mit seinen ganz unterschiedlichen Figuren zeichnet der Schriftsteller ein scharfes Bild quer durch den syrischen Widerstand. Das Buch ist ein Plädoyer für die Freiheit des Einzelnen, die Freiheit der ganzen Gesellschaft und die Freiheit eines Landes. (...) Mit poetischem Kampfgeist beschreibt diese vielschichtige Erzählung eine vergessene Revolution, eine vergessene Generation und ein vergessenes Land. Eine Lektüre, die sich lohnt, auch wenn sie wehtut." (Flora Roenneberg, Bayerischer Rundfunk) "Bewusst führt Souleimane in seinem Roman zwei Stränge zusammen: hier das Ringen um politische Freiheit, dort das Ringen um sexuelle Selbstbestimmung. Denn der Autor möchte mit seinem Roman nicht nur an die gescheiterten Träume seiner eigenen Generation erinnern. Sein Roman geht einen Schritt weiter - und macht klar, dass die Arabellion nicht nur ein Regime, sondern eine ganze Gesellschaftsordnung stürzen wollte." (Claudia Kramatschek, SWR2) "Der Roman ist mehr als eine Dokumentation der gescheiterten syrischen Revolution. Souleimane erzählt von der Gedankenwelt und vom Lebensgefühl der jungen ProtagonistInnen, ihrem Ausbruch aus religiösen Konventionen und familiärer Enge, ihrer Suche nach Liebe. (...) Ein bedrückender, aber auch ein sinnlicher und poetischer Debütroman." (Boris Bögli, Amnesty Journal)
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