Glaubenswelten
22.09.2026

Sichtung V prägt Freiham

Das moderne Kunstwerk „Sichtung V“ soll die weitere Entwicklung des Münchner Neubaugebiets in Freiham inspirieren.
    

32 Meter ragt das Kunstwerk „Sichtung V“ in München-Freiham empor. 32 Meter ragt das Kunstwerk „Sichtung V“ in München-Freiham empor. Foto: © SMB/Bierl

Dreizehn Würfel sind zu einem schlanken Turm aufeinandergeschichtet. Sie bestehen aus Stahl, haben eingeschnittene Sichtfenster nach verschiedenen Richtungen und tragen eine würdige Patina aus Rost.  

Innen ist das 32 Meter hohe Kunstwerk begehbar. Es trägt den Namen „Sichtung V“ (zu lesen als „Sichtung fünf“) und steht auf einem unbebauten Kirchen-Grundstück im neu entstehenden Stadtteil Freiham in München.  

Ganz oben gibt eine Plattform rundherum den Blick auf die Umgebung frei: „Sie können hier immer wieder bewusst einen neuen Ausschnitt der Umgebung kennenlernen, aber auch einen Gesamtblick gewinnen“, sagt Hildegard Rasthofer. Wer anschließend durchs Stadtviertel spaziere, „wird merken, dass er den Raum und den Ort auf andere Weise wahrnimmt“. 

„Sichtung V“ in München-Freiham: 32 Meter hohe Turmskulptur eröffnet neue Perspektiven

Rasthofer hat „Sichtung V“ zusammen mit Christian Neumaier entworfen und gebaut. Dem Künstlerduo geht es darum, die Besucher Räume und Landschaft neu spüren zu lassen. Sie sollen sich bewusst bewegen und ins Nachdenken kommen.  

Um im Rahmen von Führungen ganz oben auf der Plattform anzulangen, sind 156 Stufen zu überwinden. Das Kunstwerk ist höher als viele der umgebenden Hochhäuser, war aber durch das modulare System innerhalb einer Woche aufgebaut.  

Es wird allerdings nicht auf Dauer das Wahrzeichen des neuen Stadtteils sein. „Geplant ist, dass es bis in den Sommer 2027 stehen bleibt“, so Marinus Kohlhauf, der im Erzbistum München und Freising für das Bauwesen zuständig ist.

25.000 bis 30.000 Menschen werden einmal in dem Stadtteil leben. Pfarrei und Erzdiözese wollen mithelfen, dass sie dort finden, was es für das Zusammenleben braucht. Dafür hat die Kirche 5.000 Quadratmeter Boden zur Verfügung.  

Seelsorger Johannes van Kruijsbergen sowie die Verantwortlichen in Pfarrei und Erzdiözese wollen jedoch nicht einfach einen fertigen Plan vor- und umsetzen. Die Bewohner können sich mit Vorschlägen aktiv beteiligen.  

„Schon jetzt wird vielfach der Wunsch geäußert, eine möglichst große Grünfläche zu erhalten“, so van Kruijsbergen. Natürlich sei oft von der Notwendigkeit eines Kindergartens die Rede: „Aber die Kinder werden auch einmal Jugendliche sein.“ Außerdem seien viele Alleinstehende und junge Menschen in dem Stadtteil zu erwarten, „an die bei kirchlichen Planungen oft nicht gedacht wird“.

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Kirche in Freiham plant Treffpunkt
und beteiligt Bewohner an der Gestaltung

Die Pfarrei will deshalb einen Pavillon neben dem Stahlturm errichten: als Treffpunkt für Gruppen oder zum Gespräch mit Seelsorgern. 

Auf einer Wand sollen Passanten Ideen für die Nutzung des Grundstücks schreiben können, ebenso ihre Wünsche an die Seelsorge.  

Nur eines macht Pastoralreferent van Kruijsbergen schon jetzt klar: „Wir werden hier keine Kirche bauen, denn da haben wir mit St. Markus schon eine, die gerade einmal ein paar hundert Meter entfernt liegt.“

Ab Oktober kann die Turmskulptur im Rahmen von Führungen bestiegen werden. Auch ein umfangreiches Rahmenprogramm ist für die kommenden Monate geplant. 
Mehr Informationen unter www.pv-muenchen-west.de.

Alois Bierl
Artikel von Alois Bierl
Chefreporter
Beschäftigt sich mit wichtigen Trendthemen wie Spiritualität.