Ein Mädchen verließ das Zimmer

Roman | Die literarische Sensation aus Dänemark
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Buchprofile - Rezension
Erzählung über die missbräuchliche Liebesbeziehung eines 32 Jahre älteren Mannes zu einer 14-Jährigen.
Tanja, Nachzüglerin eines Künstlerpaares, die häufig hinter den Bedürfnissen der Eltern zurückstecken muss, lernt auf einer Vernissage den charmanten Schriftsteller Eg kennen, einen Mann, in den man sich – laut Aussage der Mutter – „leicht verlieben kann“. So beginnt eine scheinbar gleichberechtigte Beziehung zwischen dem Kind, das durch die offensichtliche Zuneigung des Mannes aufblüht und nur noch in Erwartung seines nächsten Briefes lebt, ihm schriftlich ihr Herz öffnet und immer tiefer in eine zunächst nur erträumte, bald aber auch reale Liebesbeziehung hineinmanipuliert wird, was ihr allerdings erst viel später bewusst wird und sie zeitlebens verfolgen wird. Als Tanja dann mit 18 eine zarte Liebe zu einem Gleichaltrigen erlebt, beginnt sie zu ahnen, wie viel ihrer Jugend, ihres Erwachens ihr genommen wurde. Aber erst als Mutter einer kleinen Tochter, weitere 20 Jahre später, erkennt sie auch das Verbrechen, das an ihr verübt wurde, das auch ihrer Tochter widerfahren könnte – und fragt sich zum wiederholten Mal, warum niemand sie beschützt hat. Obwohl die älteren Geschwister den Missbrauch offen thematisiert hatten, verhielten sich die Eltern eher indifferent, die Mutter führte eine intensive Korrespondenz mit Eg, wie Tanja erst nach ihrem Tod entdeckte. – Ein schwieriges Buch zu einem schwierigen Thema, das in einem Milieu von Künstlern spielt, in dem auch Beziehungen zu Kindfrauen nicht unüblich zu sein scheinen. Es spielt zwischen 1980 und heute, teils in Dänemark, teils in Schweden. Manchen Sex und manch unappetitliche Details hätte man sich gern erspart und lieber tiefer mit der Protagonistin in ihre seelischen Nöte und eine mögliche Erlösung geblickt, was von einzelnen Einsprengseln im Text abgesehen, zu wenig, zu distanziert beleuchtet wird. In Dänemark ein Bestseller.
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Artikelbeschreibung

»Ein Kunstwerk.« 3sat Kulturzeit

Als Erwachsene blickt Tanja auf ihre gestohlene Jugend zurück und fragt sich: Warum hat niemand sie beschützt?

1980: Tanja wächst in einer Künstlerfamilie auf. Ihre Eltern sind mit der Karriere des Vaters und ihrer zerrütteten Ehe beschäftigt, während sie einsam und voller Sehnsucht davon träumt, eine Frau zu werden. Auf einer Vernissage in Kopenhagen begegnet sie als 14-Jährige dem charismatischen Schriftsteller Eg. Er macht ihr Komplimente, spricht mit ihr wie mit einer Erwachsenen. Eg beginnt, ihr lange, gefühlvolle Briefe zu schreiben. Tanja ist neugierig und erlebt ihre erste Verliebtheit. Doch das Erwachen von Sexualität wird zu einer verwirrenden und schmerzhaften Erfahrung, die sie für immer prägen wird.

Ulrikka S. Gernes erzählt schnörkellos und doch poetisch von einer Frau, die versucht, eine Verbindung zu dem Mädchen herzustellen, das sie einmal war. Eine radikal mutige Geschichte über Macht und Resilienz, die in Dänemark Tausende Leserinnen und Lesern eroberte.

»Voller Zartheit und innerem Beben. Dieser Roman ist keine Anklage, sondern eine Offenlegung - erschütternd, poetisch, notwendig.« Maria-Christina Piwowarski

»Große Kunst, denn Ulrikka S. Gernes setzt die Sprache mit der Sensibilität einer Lyrikerin ein.« Der Freitag


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Personeninformation

Ulrikka S. Gernes ist eine dänische Schriftstellerin und Dichterin. Sie veröffentlichte 1984 ihren ersten Gedichtband und hat seither zahlreiche weitere Lyrikwerke herausgebracht. Ein Mädchen verließ das Zimmer ist ihr Debüt als Romanautorin und ein Bestseller in Dänemark.

Ursel Allenstein studierte Skandinavistik und Germanistik in Frankfurt und Kopenhagen. Sie ist Übersetzerin aus dem Schwedischen, Norwegischen und Dänischen von Tove Ditlevsen, Maja Lunde und Johan Harstad. Für ihre Übersetzungen wurde sie vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Hamburger Literaturpreis für Übersetzungen.

Pressestimmen

»Ulrikka S. Gernes gelingt es, die Gefühlswelt eines jungen Mädchens überzeugend darzustellen und virtuos verschiedene Zeitebenen zu verknüpfen. Ihr Schreiben legt eine Beziehung frei, die nicht hätte sein dürfen.« Berliner Morgenpost 20260307

Bewertungen

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