Sophie Scholl. Eine Kostbarkeit für immer

Edition der Tagebücher (1937-1943)
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Bayern im Buch-Rezension
Sophie Scholl – eine junge Frau auf der Suche nach sich selbst.
Sophie Scholls Tagebücher aus den Jahren 1937 bis 1943 – beginnend mit ihrer Schulzeit (Ulm: Sept./Okt. - Dez. 1937), weitergeführt im Praktikum (Bad Dürrheim: Juni - Aug./Sept. 1940), im Evangelischen Fröbelseminar (Ulm: Anfang 1941), während des Reichsarbeitsdienstes (versch. Orte: April - So/Herbst 1941) und des Kriegshilfsdienstes (versch. Orte: Nov. 1941 -Febr. 1942), beendet in ihrer Studienzeit (München: Juni 1942 – Jan. 1943) – sind nun erstmals vollständig von der Historikerin/Archivarin Regine Reisch chronologisch angelegt sowie wissenschaftlich und methodisch korrekt erarbeitet worden. Sophie Scholl hatte sich mit diesen Tagebüchern einen Raum geschaffen, der nur ihr allein gehörte, in dem sie Gefühle äußern, über Verliebtsein und Liebe schreiben, in dem sie aber auch ihre Überforderung beklagen konnte. Je älter sie wurde, umso ernster und kritischer blickte sie auf ihre eigenen Fähigkeiten sowie auf die ihrer Mitmenschen. Und gerade deshalb ist es verwunderlich, dass sie, die als Mitglied der „Weißen Rose“ ihren Widerstand gegen das NS-Regime mit dem Leben bezahlen musste, in ihren Tagebuchaufzeichnungen keine eindeutigen Äußerungen gegen den NS-Staat verlauten ließ, als etwa ihr Vater und ihre älteren Geschwister wegen NS-feindlichen Verhaltens im Gefängnis waren oder als sie in die Herstellung und Verbreitung der höchst gefährlichen Flugblätter involviert war. Erschien ihr eine diesbezügliche Stellungnahme zu gefährlich? Die Tagebücher geben darauf keine Antwort. Insgesamt zeigen alle Texte Sophie Scholl nicht als „geborene Heldin“, sondern als eine junge Frau, die auf der Suche zu sich selbst war, die Schritt für Schritt an innerer Haltung reifte. Dabei spielte ihr Glaube, der ihr seit Kindertagen wichtig war, in den letzten Monaten ihres Lebens eine wesentliche, substanzielle Rolle.
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Artikelbeschreibung

Ringen um WahrheitSophie Scholl (1921-1943) schrieb während ihrer Jugendjahre bis kurz vor ihrem Tod Tagebuch. Sie hinterließ damit einen eindringlichen Abdruck ihres Ringens um geistige Wahrheit. In ihren Selbstzeugnissen wird ihr Weg unmittelbar erfahrbar_- von der 16-Jährigen, die von starken Gefühlsschwankungen umhergeworfen wird, bis zur 21-Jährigen, die die Lügen und das Vernichtungsstreben des Nationalsozialismus durchschaut und entlarvt.Erstmals ist es mit der von Regina Reisch herausgegebenen Edition möglich, alle überlieferten Tagebücher in durchgehender Form zu lesen. Mehr als 80 Jahre lang waren diese nur ausschnittsweise zugänglich oder noch gar nicht publiziert. Vollständige, möglichst originalgetreue Wiedergaben der Einträge und eine transparente Kennzeichnung editorischer Eingriffe der Herausgeber fehlten bisher. Die vorliegende Ausgabe bietet nun eine verlässliche Textgrundlage für Historiker, Autoren sowie alle Interessierten.

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Personeninformation

Regina Reisch, geboren 1998 bei Tübingen, aufgewachsen am Starnberger See, studierte Geschichte und Evangelische Theologie an der Universität Kassel. Im Anschluss Ausbildung zur Archivarin beim Bundesarchiv. Beim geschichtswissenschaftlichen Schreiben ist es ihr wichtig, nicht nur möglichst nahe an die Archivquellen heranzutreten, sondern auch das darin gespiegelte Leben spürbar zu machen.

Pressestimmen

»Es ist eine kleine Sensation, was der Allitera-Verlag und die angehende Bundesarchivarin Regina Reisch als Herausgeberin präsentieren: Erstmals werden alle acht Tagebücher der Widerstandskämpferin vollständig als Gesamtedition veröffentlicht. In chronologischer Folge, in moderne Sprache transkribiert, durchgehend und einfach zu lesen.« Merkur
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