Triangle of Power - Die Weltordnung von morgen

Von westlicher Dominanz zum multipolaren Machtgefüge - Was das globale Kräftespiel für Frieden, Freiheit und Wohlstand bedeutet
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Buchprofile - Rezension
Überlegungen des finnischen Präsidenten zur sich verändernden politischen Großwetterlage weltweit.
Alexander Stubb, der Staatspräsident Finnlands, nimmt eine geopolitische Vermessung der Gegenwart vor. Ausgangspunkt ist die Erosion der liberalen Weltordnung nach 1989. Der Titel beschreibt drei geopolitische Gravitationszentren der neuen Zeit: den Globalen Westen, den Globalen Osten (v.a. China und Russland), sowie den Globalen Süden als heterogenen, zunehmend selbstbewussten Raum. Dieses Dreieck sei kein starres Blocksystem, sondern dynamisch-fluid. Darum plädiert Stubb für einen „wertebasierten Realismus“: Europäische Außenpolitik dürfe künftig weder naiv-idealistisch noch zynisch-machtpolitisch operieren, sondern müsse Prinzipien wie Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte mit strategischer Nüchternheit verbinden. Stilistisch bewegt sich Stubb auf dem schmalen Grat zwischen politischem Essay und strategischer Programmschrift. Seine Sprache ist klar, bisweilen pointiert und breit anschlussfähig. Das Dreiecksmodell strukturiert die Unübersichtlichkeit der Gegenwart und erlaubt es, Machtverschiebungen systematisch zu denken. Gleichwohl zeigt sich hier eine Schwäche des Buches: Die Triangulation der Welt nivelliert interne Differenzen. Der „Globale Süden“ etwa erscheint als strategische Einheit, obwohl er eher ein Geflecht divergierender Interessen und politischer Systeme ist. Darum liegt der Wert des Ansatzes weniger in detaillierten Rezepten als in seiner ordnungspolitischen Rahmung, die sich als Ausgangspunkt für weiterführende Diskussionen anbietet. – Ab mittleren Beständen.
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Artikelbeschreibung

Die liberale Weltordnung, wie wir sie seit Ende des Zweiten Weltkriegs kennen, löst sich auf: Multilaterale Zusammenarbeit weicht multipolaren Rivalitäten. Globale Normen erodieren. Die Neuausrichtung der Machtverhältnisse ist in vollem Gange - denn was als Nächstes kommt, wird den Rest des Jahrhunderts prägen.
Aus persönlicher Einsicht sowie politischer und akademischer Expertise argumentiert der finnische Präsident Alexander Stubb, dass wir einen Wendepunkt der Geschichte erleben, vergleichbar mit 1918, 1945 oder 1989. Ein neues internationales System entsteht, getrieben von drei großen Kräften: dem globalen Westen, dem globalen Osten und dem globalen Süden. Im Zentrum steht der eskalierende Wettbewerb zwischen den Vereinigten Staaten und China, die beide versuchen, bilaterale Abkommen und regionale Allianzen zu schmieden. Doch letztlich wird der globale Süden entscheiden, ob die Zukunft in Richtung Kooperation oder Fragmentierung tendiert.
Gestützt auf jahrzehntelange Erfahrung an den diplomatischen Frontlinien hält Stubb ein leidenschaftliches Plädoyer für einen wertebasierten Realismus in der Außenpolitik und warnt: Wenn der Westen nicht lernt zuzuhören, wird er seinen Platz in der Welt, die er einst geschaffen hat, verlieren.

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Personeninformation

Alexander Stubb ist der 13. Präsident der Republik Finnland. Zuvor war er Premierminister, Finanzminister, Außenminister sowie Minister für Handel und Europa Finnlands. Präsident Stubb promovierte an der London School of Economics in Internationalen Beziehungen, nachdem er einen Masterabschluss in EU-Verwaltung am College of Europe in Brügge und einen Bachelorabschluss in Politikwissenschaft an der Furman University in South Carolina erworben hatte. Er wurde in Helsinki geboren und ist dort aufgewachsen.

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