Philosophia

30,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Wird besorgt
Buchprofile - Rezension
Abenteuerroman um die Erlebnisse des jungen Iliazd 1920/21 in Konstantinopel.
1920 zieht es den Georgier Iliazd nach Paris. Auf dem Weg dorthin strandet er in Konstantinopel, wo der junge Müßiggänger ein Jahr verbringt. Im Schatten der Besetzung durch Frankreich und Großbritannien wird er in politische Intrigen verwickelt, in deren Mittelpunkt immer wieder die Hagia Sophia steht. Zu dieser Zeit agieren verschiedene Kräfte in der Stadt. Da sind die Anhänger der türkischen Befreiungsbewegung unter Atatürk, dann der verarmte russische Adel, der vor dem Bürgerkrieg ins Osmanische Reich geflohen ist, und die zurückgeschlagene Weiße Armee. Die Türken wollen die Hagia Sophia weiterhin als Moschee nutzen, während die Angehörigen der Weißen Armee sie wieder als christliche-othodoxe Kirche nutzen möchten und bereit sind, das auch mit Waffengewalt durchzusetzen. Iliazd wird durch aberwitzige Verschwörungstheorien hin- und hergetrieben und gerät in allerlei seltsame und gefährliche Situationen. Vor allem der undurchsichtige Blauerblau, der immer wieder unter verschiedenen Namen und Gesinnungen auftaucht, scheint eine Schlüsselrolle einzunehmen. - Im Nachwort stellt Régis Gayraud, Professor für russische Literatur, den georgischen Schriftsteller und Typografen Ilja Zdanevic (1894-1975) vor, der unter dem Pseudonym Iliazd diesem Roman Anfang der dreißiger Jahre verfasst hat. Anmerkungen helfen außerdem, die vielen lokalen und zeitgeschichtlichen Eigenheiten dieses Romans zu entschlüsseln. Ein intensiver, geheimnisvoller, poetisch geschriebener Leckerbissen für Literaturliebhaber, großen Beständen sehr empfohlen. Ein Vorgeschmack auf das Gastland der Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr. (Übers.: Regine Kühn)
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Dieser Roman ist ein Ereignis: rasante Verschwörungsgeschichte, hinreißende Beichte eines Taugenichts und detailreicher Dokumentarroman einer Zeit der Flucht und der Unruhen. Das Vermächtnis eines durch die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts irrlichternden Künstlers, der die Moderne miterfand und mit den Großen seiner Zeit auf Du und Du stand. Iliazd, ein Georgier, der Russisch sprach, in Frankreich lebte und starb und sich zwischendurch in die Stadt Konstantinopel verliebte, wo er eines seiner aufregendsten Jahre verbrachte. Philosophia berichtet in übermütiger Fabulierlust aus den Jahren 1920/21, in denen die Stadt überfüllt ist von Tausenden russischen Soldaten der Weißen Armee, die von den roten Truppen zurückgeschlagen wurden, Aristokraten mit ihren Familien, Lebedamen, heruntergekommenen Intellektuellen und verarmten Künstlern. Ein Sprachkunstwerk, das seinesgleichen sucht.

Produktsicherheit

Hersteller: MSB Matthes & Seitz Berlin Verlagsgesellschaft mbH
Anschrift: Großbeerenstr. 57A
DE-10965 Berlin
Kontakt: info@matthes-seitz-berlin.de

Personeninformation

Iliazd, bzw. Eli Eganbjuri, alias Ilja Sdanewitsch (Ilya Zdanevic) war ein russisch-georgisch-französischer Autor, Typograph und Verleger. 1894 in Tbilissi geboren, verließ er seine Heimat 1920 und ließ sich im Jahr darauf dauerhaft in Frankreich nieder. Iliazd gilt als einer der innovativsten Typographen des 20. Jahrhunderts, war einer der Begründer des russischen Futurismus und gehörte zum Kreis der französischen Dadaisten und Symbolisten.

Regine Kühn, 1941 in Torgau geboren, studierte Theaterwissenschaften in Moskau, schrieb Spielfilm- und Dokumentarfilmdrehbücher und lehrte an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam Babelsberg.

Régis Gayraud, 1959 in Paris geboren, Professor für russische Literatur, ist durch seine lebenslange Forschung zu Iliazd und der Übersetzung seiner Texte der weltweit profundeste Kenner des Iliazd-Kosmos.

Daniel Fastner, 1976 geboren, promovierte über materialistische Ansätze der Sprachtheorie. Seit 2005 übersetzt er aus dem Englischen und Französischen. Er lebt in Berlin, in den vergangenen Jahren auch zeitweise in China.

Pressestimmen

»Unter Iliazds Augen vergeht Konstantinopel, aus nun Petersburg/Zargrad wird Leningrad. Die Aura des Vergangenen, Philosophia, verschwindet unter dem mitleidslosen Blick der aufklärerischen Philosophie, die sich gerade in die Wirklichkeit aufzuheben versucht. Derart ist dieser Roman eine Elegie auf die sich zerreibende Kunst.« - Christian Lamp, Nilpferdkoenige Christian Lamp Nilpferdkönige - ein Rezensionsprojekt 20180626
Mehr von Iliazd

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.