Die Verschwundenen

Roman
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Buchprofile - Rezension
Aurelio, unschuldiges Bauernopfer für die kriminellen Geschäfte seines Schwiegervaters, wird nach langen Jahren aus der Haft entlassen.
Um sein Neubauprojekt zu realisieren, schreckt Don Carlos vor nichts zurück. Kriminelle Investoren und korrupte Behörden mischen in Mexiko überall mit, und wenn selbst derartige Beziehungen nicht mehr weiterhelfen, müssen die Leute, die dem Bauvorhaben im Wege sind, eben verschwinden. Man findet Blutspuren, aber keine Leichen. Damit die Medien keine unangenehmen Fragen stellen und die Polizei nicht gründlicher nachforscht, wird etwas anderes inszeniert, und Schwiegersohn Aurelio geht, obwohl unschuldig, als Bauernopfer für fünfzehn lange Jahre ins Gefängnis. Nach der Entlassung ist unklar, ob er sich auf die Versprechungen des Schwiegervaters verlassen kann oder um sein Leben fürchten muss. - Der mexikanische Autor vermischt geschickt die Hintergründe dieses Bauskandals, die Brutalität bei der Durchsetzung von Geschäftsinteressen mit einer komplexen Familiengeschichte. Schuld und Sühne auf mexikanisch - ein überall gut einsetzbarer Roman aus einem Land am Rande des Abgrunds. (Übers.: Hans-Joachim Hartstein)
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Artikelbeschreibung

Wie ein skrupelloser Bauunternehmer mit Bestechung, Erpressung und Mord seine Ziele durchzusetzen versucht und in Kauf nimmt, dass die eigene Familie daran zerbricht: In seinem grandiosen Roman zeichnet Ortuño ein erschütterndes Sittenbild des heutigen Mexiko, in dem Korruption und Gewalt allgegenwärtig sind. Der Bauunternehmer Don Carlos Flores plant in Guadalajara eine luxuriöse Wohnanlage, für die er schon einen Namen hat, Olinka, und auch Investoren. Er muss sich für dieses Projekt, das ihn und seine Familie noch reicher machen soll, nur noch den Grund und Boden aneignen. Und die Leute vertreiben, die dort wohnen. Dazu ist ihm jedes Mittel recht. Viele gehen nach Schikanen freiwillig, aber zwei Familien lassen sich nicht vertreiben und die sind plötzlich verschwunden. Gleichzeitig wird Don Carlos der Geldwäsche für die Drogenbosse aus dem Norden Mexikos beschuldigt und Journalisten recherchieren, wo die Verschwundenen geblieben sind. Alle Spuren weisen auf Don Carlos, der den Kopf aus der Schlinge zieht und seinen Schwiegersohn, Aurelio Blanco, als Bauernopfer den Behörden ausliefert. Ohne zu ahnen, wofür er eigentlich benutzt wird, deckt ihn Aurelio bereitwillig. Doch mit 15 Jahren Haft hat er nicht gerechnet. Als man ihn freilässt, sucht er Gerechtigkeit. Wird es sie für ihn geben?

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Personeninformation

Antonio Ortuño wurde 1976 in Guadalajara geboren. Sein Debütroman wurde von der Zeitung Reforma zum besten mexikanischen Roman 2006 gewählt, 2010 kürte ihn das Magazin Granta zu einem der besten jungen spanischsprachigen Autoren der Gegenwart. Auf Deutsch erschienen bei Kunstmann Die Verbrannten (2015) und Madrid, Mexiko (2017). Der Autor ist 2018/2019 Stipendiat des DAAD in Berlin.
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