Ruhrgemüse, polnisch

roman
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Buchprofile - Rezension
Geschichte einer polnischen Zuwandererfamilie im Ruhrgebiet vom Ende des 19. Jh. bis in die 1920er Jahre.
Vom Verlassen der polnischen Heimat Ende des 19. Jh. und vom Ankommen in der Fremde, vom Kampf gegen Ausgrenzung und Armut erzählt die Geschichte von Adam und Zuzanna, die ihre Heimat verlassen, um Arbeit zu finden in Dortmund, einer Stadt, die einen industriellen Aufschwung erlebt. Sie bemühen sich, sich schnell zu integrieren, aber Adam liegt auch das Schicksal der Arbeiter am Herzen; er engagiert sich in der neuen sozialdemokratischen Partei, obwohl Zuzanna wütend ist, weil sie fürchtet, dass ihnen Nachteile entstehen. Wegen seines politischen Engagements verliert Adam seine Stelle. Um die Familie zu unterstützen, nimmt Zuzanna Kostgänger auf und verdingt sich als Näherin. Die Familie wächst, kämpft um ihre Identität und die neue Heimat – auch im Widerspruch zu manchen Freunden aus der alten Heimat, polnischen Nationalisten. Während der Streiks und Kämpfe 1919/20 in Dortmund kommt Adam ums Leben. Doch Zuzanna weiß, dass ihre Kinder es geschafft haben, dass sie “dazu gehörten”. – Am persönlichen Schicksal einer Familie wird klar, wie schwer es für Fremde ist, sich in einer anderen Kultur und Sprache anzupassen und dass dies meist erst in der nächsten Generation gelingt. Gespickt mit zahlreichen historischen Details – Rosa Luxemburg am 1. Mai in Dortmund, Gründung von Borussia Dortmund – ist der kurze Roman besonders für Interessierte an regionaler Geschichte ein wichtiger Beitrag in einer besonders schönen Edition: Jedem Kapitel ist eine ganzseitige Illustration vorangestellt.
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Artikelbeschreibung

Eine Familiengeschichte im Ruhrgebiet, die vom Ankommen in der Fremde, von Zusammenhalt, Kampf gegen Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und Armut erzählt - am Ende des 19. Jahrhundert bis in die 1930er Jahre. Adam und Zuzanna erleben als polnische Zuwanderer ein Dortmund im Pulsschlag der enormen industriellen Entwicklung. Durch einen Arbeitsunfall verliert Adam ein Auge und wenig später seine Stelle. Er tritt einem Spar- und Bauverein bei, engagiert sich in der Gewerkschaft, bei den Socialdemokraten und für die neue Arbeiter-Zeitung. Um die Familie zu unterstützen, nimmt Zuzanna Kostgänger auf und verdingt sich als Näherin. Die Familie wächst, kämpft um ihre Identität und die neue Heimat. Birgitta M. Schulte spürt in "Ruhrgemüse, polnisch" den familiären Wurzeln nach. Wie es den Urgroßeltern ergeht, die als Westpreußen und Polen in stürmischen Zeiten im Ruhrgebiet gegen Widerstände von verschiedenen Seiten - Kirche, Nationalverbände, politsche Positionen, Arbeitshierarchien - zu kämpfen haben. Wie sie gezwungen werden, ihren Familiennamen zu ändern - aus Koszynski wird Kosshofer. Wie sie aber dennoch oder auch gerade deswegen ihren Platz finden.

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Personeninformation

Birgitta M. Schulte wurde 1951 in den Bochum geboren. Sie hat als Redakteurin bei pädagogischen Zeitschriften angefangen, war lange Autorin für den Hörfunk der ARD mit den Schwerpunkten Bildung, Frauen, Kultur und arbeitet seit 2015 belletristisch. Nach vielen Veröffentlichungen und vier Sachbüchern ist "Ruhrgemüse, polnisch" ihr erster Roman.
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