Ans Ende der Welt

Erzählung
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

„Vergessen tötet die Toten noch einmal“. Die deutsch-jüdische Schriftstellerin und Fotografin Grete Weil überlebte den Holocaust und verstand ihr Schicksal als Auftrag, fortan gegen das Vergessen anzuschreiben. 1906 in Rottach-Egern geboren, emigrierte sie 1935 nach Holland, engagierte sich im Widerstand und erlebte die letzten Kriegsjahre versteckt, während ihr Ehemann Edgar im KZ Mauthausen umgebracht wurde. Schon 1947 kehrte Grete nach Deutschland zurück und begann ihre Schriftstellerinnen-Karriere, die allerdings jahrzehntelang - bis zum Erscheinen von „Meine Schwester Antigone“ - unbeachtet blieb. 1999 starb sie in München. In dieser meisterhaften Novelle erzählt sie von der Verhaftung und Deportation der Amsterdamer Familie Waterdrager und benötigt nur 84 Seiten, um jeden perfiden Aspekt der Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus zu entlarven. Wichtige Zeitzeugen-Literatur!

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Am 17. Mai 1943 wird Salomon Waterdragers jüdische Familie in Amsterdam verhaftet. Voll ohnmächtiger Wut versucht Waterdrager die Nazis davon zu überzeugen, dass es sich um einen Irrtum handelt - und sitzt dabei selbst einem schrecklichen Irrtum auf.Ans Ende der Welt ist das erste literarische Zeugnis der Deportation holländischer Juden durch die Nazis. Voller Szenen, die Weil als Emigrantin in Amsterdam selbst mitangesehen hatte: die Abholung der Familien, der Aufenthalt im Theater Schouwburg, das als Sammellager dient, die Arbeit des Jüdischen Rates, der die Verhafteten beruhigt und versorgt, und auch die Arbeit einer Widerstandsgruppe. Vor allem aber: die Verhöre und die Folter durch die Nazis, die die Gefangenen dazu bringen, Verrat an ihren Nächsten zu begehen. Beklemmend schildert Grete Weil die Atmosphäre der Angst, Verzweiflung und Hoffnung, an die sich die Verlorenen klammern. Aber sie erzählt auch einfühlsam von einer ersten, scheuen Liebe im Angesicht des nahen Todes.

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