Die weiße Laterne

Hiroshima, Hiroshima, Hiroshima
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Buchprofile - Rezension
Drei Jugendliche überwinden das Schweigen ihnen nahestehender Zeitzeugen des Atombombenabwurfs auf Hiroshima über die Geschehnisse, die deren Leben noch in der Gegenwart prägen.
Mit zwölf fragt sich Nozomi zum ersten Mal, was es mit der weißen Laterne ohne Namen auf sich hat, die ihre Mutter alljährlich bei der Gedenk- und Gebetszeremonie für die Opfer des Atombombenabwurfs auf Hiroshima aufs Wasser setzt. Und was hat es zu bedeuten, dass eine fremde alte Frau sie nach ihrem Alter und dem Alter ihrer Mutter fragt? Als ihr Kunstlehrer in ein Sanatorium geht, entstehen auch bei Nozomis Mitschüler:innen Fragen nach der Vergangenheit. Sie münden in ein Kunstprojekt, für das die Jugendlichen ihre Verwandten befragen und vieles über persönliche Schicksale aus ihrem Umfeld erfahren, die sie dann bildlich umsetzen. Auch Nozomis Fragen klären sich. – Der außergewöhnliche Jugendroman der 1957 in Hiroshima geborenen Autorin mit sehr empathischen, rücksichtsvollen jugendlichen und erwachsenen Figuren ist ein ruhiges und doch sehr eindringliches Plädoyer für das Erinnern und Erzählen und für die Kraft von Kunst und Lyrik. Die grausame Realität wird nicht ausgespart, aber klar wird auch: Sie konnte die menschliche Verbundenheit nicht auslöschen. Eingeflochten sind zum besseren Verständnis auch ein paar Sachinformationen. Das schmale Buch wurde 2013 in Japan veröffentlicht und spielt im Jahr 1970, hat aber nichts von seiner zeitlosen Aktualität verloren. Ein besonderes Buch, auch für Erwachsene, zu dem vermutlich nicht viele Jugendliche von sich aus greifen werden, dem aber eine große Leserschaft zu wünschen wäre. Preisverdächtig.
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Artikelbeschreibung

Mit schwimmenden Laternen wird in Hiroshima jedes Jahr der Opfer des Atombombenabwurfs vom 6. August 1945 gedacht. Auf den Papierlaternen schreiben die Angehörigen die Namen der Opfern und lassen die Lichter vom Fluss ins Meer treiben.Nozomi ist als Nachgeborener dieses jährliche Ritual seit früher Kindheit vertraut. Sie ist zwölf Jahre alt, als sie sich zum ersten Mal fragt, was damals eigentlich genau passiert ist - und weshalb ihre Mutter jedes Jahr eine weiße Laterne ohne Beschriftung auf den Weg schickt. Als der Kunstlehrer ihrer Schule kurze Zeit später den Schülerinnen und Schülern vorschlägt, die Erfahrungen von Überlebenden des Atombombenabwurfs zum Thema zum Thema zu machen, kommt ein Gespräch zwischen den Generationen in Gang. Nozomi und ihre Freunde bitten Verwandte und Bekannte, von ihren Erinnerungen an den Tag zu erzählen, an dem das Undenkbare Wirklichkeit wurde. Was sie in diesen Gesprächen erfahren, erschüttert die Jugendlichen, gleichzeitig beginnen sie zu verstehen, wie weitreichend die Folgen des Bombenabwurfs sind, und wie stark auch ihr Leben als Nachgeborene davon geprägt ist. Nozomi und ihre Klassenkameraden vertiefen sich den Sommer über in das Projekt. Dabei erfährt Nozomi auch, was es mit der unbeschrifteten weißen Laterne ihrer Mutter auf sich hatDie japanische Autorin Shaw Kuzki legt mit diesem Buch eine ebenso zeitlose wie tiefgehende Erzählung vor - und ein starkes Plädoyer wider das Vergessen.

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Personeninformation

Shaw Kuzki kam 1957 in Hiroshima zur Welt. Sie gehört zur Nachfolgegeneration der Überlebenden des Atombombenabwurfs vom 6. August 1945. Kuzki studierte an der Sophia-Universität in Japan sowie am Trinity College in Dublin. Sie zählt in Japan zu den erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen und hat für ihre Werke schon zahlreiche Preise erhalten. Die weiße Laterne ist ihr erstes Buch, das in deutscher Übersetzung erscheint.

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