Kayabu

Eine Geschichte aus Amazonien
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Buchprofile - Rezension
Durch die Freundschaft mit Kayabu lernt Naná viel über das Leben der Indigenen.
In einem Dorf an einem Flussarm des Amazonas wohnt Naná mit ihrer Familie. Eines Tages bekommt Nanás Klasse einen neuen Schulkameraden, Kayabu. Der Junge lebte mit seiner Familie im Regenwald, den sie aber wegen der Brandrodungen verlassen mussten. Kayabu und Naná tauschen sich über ihre Lebensweisen aus, doch ihre Freundschaft währt nicht lange: Kayabus Familie zieht weiter. Es ist die Geschichte eines gegenseitigen Interesses beider Kinder: die Wohnverhältnisse der großen Familie, der Umgang mit Geld, die tägliche Sorge um Nahrung, die Fähigkeiten zu schwimmen und Fische zu fangen – obwohl die Kinder beide Bewohner des Amazonasgebietes sind, unterscheiden sich ihre Lebensstile erheblich. Und auch die jungen Leser:innen und Betrachter:innen dieses Kinderbuchs werden viel über diese so weit entfernte Region lernen. Das bewirken die vielen Dialoge der Erzählung, die eine große Unmittelbarkeit vermitteln. Und auch die breit angelegten Bilder malen den erzählerischen Raum schön und detailreich aus. Es sind Collagen aus Papier, Stoffen und Pflanzenfasern, die in ihrer Textur einen besonderen Erfahrungsraum schaffen. Diese so außergewöhnliche Gestaltung wird dafür sorgen, das Interesse an Amazonien zu wecken. Sie lässt das Ferne und Fremde ganz nah erscheinen.
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Artikelbeschreibung

Naná lebt in einem Dorf am Ufer des Amazonas. Das Leben der Menschen ist vom feuchtwarmen Klima und vom Rhythmus der Jahreszeiten geprägt. Wenn in der Regenzeit der Fluss über die Ufer tritt, lassen die Menschen das Wasser durch ihre Wohnhäuser fließen, und die Dorfkinder legen den Schulweg mit dem Boot zurück.Eines Tages, als Naná mit ihrer Angelrute am Ufer sitzt und darauf wartet, dass ein Fisch anbeißt, taucht ein Kanu auf. Darin sitzt eine Mutter mit ihren Kindern, der älteste Junge steuert das Boot mit einem Paddel geschickt durch die Strömung. Naná fragt sich, wohin diese Menschen unterwegs sein mögen. Dann taucht der Junge aus dem Kanu kurz darauf in der Dorfschule auf. Er heißt Kayabu und bekommt seinen Platz neben Naná. Die beiden freunden sich an, obwohl sie immer wieder über die Welt des anderen staunen. Dass Kayabu noch nie mit Geld zu tun hatte, ist für Naná ebenso verwunderlich, wie Kayabu sich nicht vorstellen kann, dass Naná Angst vor dem Wald hat, der gleich hinter dem Dorf beginnt. Kayabu und seine Familie haben tief im Innern des Regenwalds gelebt - bis ein durch Brandrodung entfachtes Feuer sie zur Flucht zwang. Ein Schicksal, das sie mit vielen Indigenen im Amazonas-Regenwald teilen.Diese Freundschaftsgeschichte öffnet ein Fenster auf die Welt der indigenen Bevölkerung Amazoniens, deren Lebensraum durch industrielle Abholzung und Rohstoffabbau bedroht ist. In Brasilien gab es einst 1000 indigene Volksgruppen, heute sind es noch etwa 300.

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Personeninformation

Eymard Toledo ist 1963 in Brasilien geboren. Mit 25 Jahren ist sie mit dem Rucksack nach Europa gereist. Das führte zu einem Studium in Produktdesign in Berlin, heute lebt sie als freischaffende Künstlerin in Mainz. Für ihre Bilderbücher wählt sie stets ungewöhnliche Perspektiven, um vom Leben in Brasilien zu erzählen. Für das Buch «Kayabu» ist sie nach Amazonien gereist und hat den Menschen lange zugehört. Aus diesen Gesprächen ist dieses Buch entstanden - illustriert in der ihr eigenen, verblüffenden Collagetechnik.
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