Es wetterleuchtete

Münchener Roman
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Bayern im Buch-Rezension
Emanzipationsroman einer vergessenen Autorin.
Als die 1854 in München geborene Emma Haushofer-Merk im Jahre 1925 starb, geriet sie zu Unrecht in Vergessenheit. Dabei war sie mit ihren anheimelnden und stimmungsvollen Romanen, Erzählungen, Novellen und Essays eine berühmte und von ihren Leserinnen sehr geschätzte Autorin an der Wende vom 19. zum 20. Jh. Doch an ihre großen Erfolge als Salon-Schriftstellerin für die gehobenen Stände konnte sie nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr anknüpfen. Ihre Themen, hauptsächlich aus dem Münchner Großbürgertum samt der klischeehaften Beschreibung etwa der Liebesbeziehung eines „netten, flotten Junggesellen mit schneidigen, stahlblauen Augen und geschmeidigem Wuchs“ mit einer höheren Tochter „mit luftfrischen Wangen, durchstrahlt von Sonne und Licht“ (so in der Erzählung „Kameradschaft“), entsprachen nicht mehr der sozialen und gesellschaftlichen Realität. So ist auch dieser Roman aus dem Jahre 1922 zwar durchaus ein Dokument gepflegter Unterhaltungsliteratur aus der angeblich so guten alten Zeit, aber auch ein schönes Beispiel der Beschreibung gelungener Frauenemanzipation. Denn die Autorin war – zusammen mit ihrer Kollegin Carry Brachvogel – 1913 Gründerin des „Vereins der Münchner Schriftstellerinnen“, dem auch Ricarda Huch und Annette Kolb angehörten und der sich für die Verbesserung der Rechte der Frauen vehement einsetzte. Daher handelt dieser Roman vor dem Titel gebenden Hintergrund der aufziehenden Revolution von 1848 in der königlich bayerischen Haupt- und Residenzstadt von der Stadtrichter-Tochter Frieda Romberger, die sich aus ihrem spießbürgerlichen Milieu befreit, in eine unglückliche Liaison mit dem rebellischen Studenten Kuno gerät und sich mutig und beharrlich ein selbstbestimmtes Leben erkämpft. Große Literatur ist das freilich nicht, aber ein ebenso nostalgisch anrührender wie durchaus engagiert geschriebener Entwicklungsroman. Bei Bedarf.
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Artikelbeschreibung

Emma Haushofer-Merks Liebesroman »Es wetterleuchtete« (1922) ist einer ihrer bekanntesten Werke. Er zeichnet die Kulissen der Biedermeierzeit in München auf bezaubernde Weise und mit einer guten Portion bayerischem Humor nach. Frieda Romberger ist eine Frau, die ihrer Zeit voraus ist: Sie wehrt sich gegen den tyrannischen Vater und die Engstirnigkeit des Münchner Spießbürgertums der 1848er-Jahre. Doch nach ihrer geglückten Flucht aus dem Elternhaus lässt sie ihr Verlobter, ein vermeintlicher Revolutionär, im Stich. Mit der Unterstützung ihres Onkels wagt Frieda in Sendling einen Neubeginn und lernt dabei Adrian Sollbacher kennen. Aber der reiche Münchner Brauerssohn ist bereits verheiratet ¿

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