Die Lierbachs-Mädeln

Münchner Roman
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Bayern im Buch-Rezension
Kulturgeschichtlich interessanter Roman über München in den siebziger Jahren des 19. Jh.
Emma Haushofer-Merk war vor 100 Jahren eine nicht nur in München bekannte Schriftstellerin. Ihr Roman „Die Lierbachs Mädeln“ erschien im Jahre 1916, also mitten im Elend des Ersten Weltkriegs. Erklärte Absicht der Verfasserin war es, im Gegensatz zur damals tristen Gegenwart zu zeigen, wie das Leben um 1870 in München und im Voralpengebiet friedlicher, genügsamer und auch heiterer war. Die wichtigsten Figuren des Romans sind die beiden Töchter eines erfolgreichen Kunstmalers, die entgegen den Vorstellungen des Vaters Ehen schließen, die beide kein Glück bringen. Während die ältere einen Kunstmaler heiratet, der als Künstler scheitert, wird die jüngere, die auch Malerin werden wollte, Frau eines reichen und skrupellosen Frankfurter Bauunternehmers, den sie viele Jahre als Bettlägerigen hingebungsvoll pflegt, obwohl sie eigentlich einen anderen liebt. Dem Leser wird das Leben im lockeren Münchner Künstlermilieu mit Atelierfesten und den Malaufenthalten am Chiemsee, in Tegernsee und Brannenburg vermittelt. Emma Haushofer-Merk war auch eine prominente und engagierte Kämpferin für die rechtliche Besserstellung der Frauen. Das kommt unaufdringlich, aber klar auch in diesem Roman zum Ausdruck. Ein ausführliches Nachwort von Ingvild Richardsen erklärt die Hintergründe der auch heute noch lesenswerten Geschichte.
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Artikelbeschreibung

Der Erste Weltkrieg tobt noch durch Europa, als die erfolgreiche Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Emma Haushofer-Merk ihren Roman 'Die Lierbachs-Mädeln' veröffentlicht. Liebevoll lässt sie darin die Gesellschaft ihrer Jugendzeit in den 1870er-Jahren in München und am Chiemsee aufleben. Gerade weil die Schrecken des Kriegs die 'Bauernkirchweih hinweg-gefegt hat, das Lachen verstummt und die Feste vorüber sind', wie sie selbst im Vorwort zu ihrem Roman schreibt, blickt Haushofer-Merk zurück auf das 'alte' München, vor allem das 'alte' Schwabing. Dorthin zog es viele Künstler, insbesondere auch Maler, in Scharen und dort verstanden sie es, nicht nur schöpferisch zu arbeiten, sondern auch lustvoll zu feiern und zu leben - lange bevor Schwabing zum Klischee des Bohemienviertels 'Wahnmoching' wurde. Doch auch der Chiemsee galt als ideale Welt und wird als kreatives Paradies der Maler präsentiert.

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