Wir waren wie Brüder,2 Audio-CD, 2 MP3

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Buchprofile - Rezension
Die Idylle eines Dorfs in Brandenburg ist nach der Wende vorbei: Arbeitslosigkeit, Zukunftsangst und rechte Gedanken bestimmen den Alltag vieler Jugendlicher.
Bis zur Wende ist alles in Ordnung: Viele der Bewohner eines Dorfs in Brandenburg arbeiten in der LPG „Pflanze“ und der Klassenfeind ist im Westen. Die Jugendlichen träumen in ihrer Ödnis sogar von einem Anschlag auf den Westen, damit mal etwas passiert. Und es passiert tatsächlich etwas: Denn eines Tages ist der Arbeiter- und Bauernstaat DDR am Ende. Die Dorfgemeinschaft zerbricht, es gibt nun Gewinner und Verlierer. Einige können sich schnell mit den neuen Verhältnissen arrangieren, für andere bricht die jahrzehntelang gepflegte Realität zusammen. Die Hauptfigur von Schulz‘ Debütroman ist selbst eher ein Sonderling in der Dorfgemeinschaft und sehnt sich nach Anerkennung und dem Gefühl, dazuzugehören. Schnell geben einige rechtsdenkende Halbstarke den Ton im Dorf an. Doch es bleibt nicht bei Naziparolen und Rechtsrock aus den Lautsprechern: Aus Enttäuschung und Langeweile werden Ausländer und linke „Zecken“ angegriffen. Als seine georgische Freundin Mariam nach einem Überfall ins Krankenhaus kommt, muss sich unser „Held“ fragen, ob er den richtigen Weg geht. Daniel Schulz ist taz-Reportage-Chef und spart in seinem Text nicht mit klaren Worten; das ist starker Tobak. Schon im Vorwort wird gewarnt: Hier geht es rassistisch, antisemitisch, sexistisch und homophob zu. Schauspieler Tom Gerngroß gibt der gleichermaßen direkten, politisch inkorrekten und beklemmend realistischen Schilderung den richtigen Ton. Dazwischen gibt es immer wieder laute Rockmusik. Das ist keine leichte Hörbuchkost, zeigt aber die Perspektivlosigkeit und das beinahe „dumpfe“ Leben so mancher Wendebiografie. Voraussetzung sind Hörer/-innen mit starken Nerven und einem kritischen Geist. Deshalb: eher etwas für größere Büchereien.
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Artikelbeschreibung

Er ist zehn, als in der DDR die Revolution ausbricht. Während sich viele nach Freiheit sehnen, hat er Angst: vor den Imperialisten und Faschisten, vor denen seine Lehrerinnen ihn gewarnt haben. Vor dem, was kommt und was er nicht kennt. Wenige Jahre später wird er wegen seiner langen Haare von Neonazis verfolgt. Gleichzeitig trifft er sich mit Rechten, weil er sich bei ihnen sicher fühlt. So sicher wie bei Mariam, deren Familie aus Georgien kommt und die vor gar nichts Angst hat. Doch er muss sich entscheiden, auf welcher Seite er steht."Wir waren wie Brüder" ist eine drastische Heraufbeschwörung der unmittelbaren Nachwendezeit - und ein nur allzu gegenwärtiger Roman über die oft banalen Ursprünge von Rassismus und rechter Gewalt - ein road movie der besonderen Art ...

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