Der Wal

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Nachdruck. Folgt laut Verlag/Lieferant: 18.10.2022
Buchprofile - Rezension
Ein monumentaler Roman über drei Frauenschicksale in Südkorea.
Myeong-Kwan Cheons Roman "Der Wal", in Korea bereits 2004 erschienen, lässt sich nur schwer zusammenfassen. Vor dem Hintergrund der gewalttätigen Geschichte (Süd-)Koreas im 20. Jh. zwischen brutaler japanischer Kolonialherrschaft, Koreakrieg, Diktatur und mühsam erkämpfter Demokratie entwirft der Autor die miteinander verwobenen Lebensläufe dreier starker Frauen in der fiktiven Stadt Pyongdae. Da ist zunächst eine namenlose Frau, die aus "Rache", denn sie findet wegen ihrer Hässlichkeit keinen Mann, als Suppenküchenbetreiberin ein Vermögen anhäuft und versteckt; dann ist da Kumbok. Sie stammt aus einem Bergdorf und schafft durch das Ausnutzen von Männern, die sie mit ihrem Duft betören kann, ihren Aufstieg, der darin gipfelt, dass sie in Pyongdae die Suppenküche der namenlosen Frau nach deren Tod übernehmen kann. Und dann ist da noch Chunhui, Kumboks Tochter, eine gewaltige, sanfte Erscheinung. Chunhui ist stumm, sie war lange im Gefängnis, weil sie ungewollt einen Brand ausgelöst hat, der 800 Menschen das Leben gekostet hatte. Nun lebt sie wieder in einer alten Ziegelfabrik, wo sie einst gearbeitet hat. - Der Roman ist insgesamt vor allem dem magischen Realismus verbunden, aber auch traditionellen Erzählweisen der koreanischen Kultur. Cheon verwebt meisterhaft ein gewaltiges, meist vielfach gebrochenes Figurenpersonal, immer wieder neue Wendungen, skurrilen Humor und nicht zuletzt stille wie wilde Gefühle zu einem kaum beschreibbaren Panorama. Das Buch fordert Aufmerksamkeit und Konzentration - es belohnt dafür mit einem reichen Leseerlebnis und einem tiefen, weiblichen Einblick in die koreanische Kultur.
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Artikelbeschreibung

»Der Wal« erzählt die abenteuerliche Geschichte zweier Frauen: die von K mbok, einem ehrgeizigen Mädchen vom Land, das zur erfolgreichen Unternehmerin, Fabrikbesitzerin und Kinobetreiberin avanciert und mit seinem mysteriösen Duft die Männer um ihren Verstand (und manche von ihnen um ihr Leben) bringt; und die von K mboks stummer, trotz ihrer furchteinflößenden Gestalt sanftmütigen Tochter Ch'unh i, die ungewollt Schuld wird an einem verheerenden Brand, der den Untergang einer ganzen Stadt nach sich zieht, dafür jahrelang im Gefängnis sitzt und schließlich an den Ort ihrer Kindheit, eine in der Zwischenzeit verfallene Ziegelfabrik zurückkehrt."Der Wal" ist ein wüstes Märchen in drastischen Bildern, mit einem Aufgebot an absonderlichen Protagonisten - von denen manche Tod Brownings Filmklassiker "Freaks" entsprungen sein könnten -, voller bizarrem Humor und einer geschickt durch immer wieder neue Wendungen aufgebauten Spannung, die den Leser bis zur letzten Seite gefangen hält. Die koreanische Kritik rühmte den frischen, eigenständigen Erzählstil, in dem sich Elemente des magischen Realismus genauso finden lassen wie Motive aus altkoreanischen Mythen oder Anleihen an Martial Arts-Filme und allerlei Arten von Trivialliteratur.»Ein epochales Meisterwerk, das die Gesetze und Grenzen des Romans verlacht.«Begründung der Jury zum 10. Munhakdongne Literature Award»Das koreanische Tausendundeine Nacht.«Jang Jin, Filmregisseur (»Welcome to Dongmakgol«)

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Personeninformation

Cheon Myeong-kwan wurde 1964 im südkoreanischen Yongin geboren. Nach Schulabschluss und Militärdienst arbeitete er als Verkäufer von Sportartikeln und als Versicherungsvertreter, bevor er sich einige Jahre lang erfolglos im Filmgeschäft versuchte. Als Romancier hatte er mehr Erfolg: "Der Wal" wurde von der Kritik als der "spannendste Roman Koreas seit der Jahrtausendwende" gerühmt.
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