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Vorbeugen und heilen im alten Bayern
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Bayern im Buch-Rezension
Gesundheitsmaßnahmen in Bayern im 17. bis 19. Jh.
Der rote Leinenrücken, der blassfarbene Buchdeckel und der Autorname in Schreibschrift signalisieren bereits, dass sich der Inhalt des Buches mit vergangenen Zeiten beschäftigt. Thema ist nämlich "Vorbeugen und Heilen im alten Bayern", wie der Untertitel ankündigt. Helmut A. Seidl, Hochschullehrer für Neuere Sprachen, hat zu volkskundlichen und historischen Themen bereits mehrere Publikationen veröffentlicht. Aus seiner umfangreichen Sammlung von Sprüchen zum Thema Gesundheit aus Altbayern zeichnet er ein farbiges Bild von Empfehlungen und Warnungen besonders aus dem 17. bis 19. Jh. Man erfährt, wie man am besten für sein leibliches Wohlergehen sorgt und Krankheiten kuriert. So manche populäre Gesundheitsregeln kann Seidl auf Anschauungen der alten hippokratischen Schulmedizin zurückführen. Freilich findet sich auch viel Aberglauben und Quacksalberei. In 20 Kapiteln geht es u.a. um Aderlass, Schröpfen, Wasserlassen, Niesen und Schluckauf, alkoholische Getränke, Kropf und Wampe (Bauch), günstige und ungünstige Hochzeitstermine und Sexualleben, aber auch um die "Drud", die einem den Schlaf raubt. Zum Ausbrennen von gefährlichen Bissen diente der sog. Hubertusschlüssel. Die mundartlichen Ausdrücke werden in Klammern ins Hochdeutsche übersetzt. Hilfreich sind auch sprachgeschichtliche Erläuterungen, ferner ein Wortregister. Einige Schwarzweißbilder versetzen den Leser gleich in vergangene Zeiten. Dies ist ein volkskundliches Buch, das einen auch schmunzeln lässt.
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Artikelbeschreibung

"Gsund" ist der altbairische Ausdruck für "Gesundheit". Und um diese zu bewahren bzw. zu erlangen, suchte man im alten Bayern sein Heil vielfach in dubiosen Praktiken, abergläubischen Vorstellungen oder volksmedizinischen Empfehlungen wie etwa: "Auf an Katznjamma g'hört a frische Maß Bier." Nicht selten gehen Ratschläge und Weisheiten dieser Art auf überholte Ansichten der Schulmedizin zurück.Das Buch möchte kein medizinischer Ratgeber im heutigen Sinne sein, auch wenn mancher Gesundheitstipp durchaus noch gerechtfertigt wäre. Es versteht sich vielmehr als vergnüglich-informativer Beitrag zur Kulturgeschichte Bayerns. In 20 Kapiteln à la "Bick & Bader", "Kropf & Wampe" oder "Schmalz & Schmai" gibt Helmut A. Seidl Antworten auf Fragen wie: Wozu brauchte man den Hubertusschlüssel? Aus welchem Grund ist ein Rausch im Monat gesund? Oder was hat es bei alten Menschen mit den drei bösen Zoacha auf sich?

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Personeninformation

Der gebürtige Niederbayer Helmut A. Seidl lehrte Neuere Sprachen in Nürnberg und Augsburg. Er ist Autor von Büchern und Aufsätzen zu philologischen und volkskundlich-historischen Themen: darunter eine Trilogie zu spektakulären Mordfällen im Königreich Bayern sowie Dokumentationen über "Schmähinserate im alten München" bzw. "Bayerns größte Räuberbande".
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