Leben ohne Folgen

Roman
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Buchprofile - Rezension
Ausschnitte aus Lebensgeschichten von Vätern in widrigen Umständen.
Lorenz hat kurz vor der Geburt seines Kindes den Halt im Leben verloren: Während seine Frau eine erfolgreiche Karriere vorweisen kann, sucht er vergeblich nach einer Tätigkeit, die ihn mit Sinn erfüllt. Quitzow hingegen ist bereits stolzer Vater, doch seine Ehe und damit seine Beziehung zu seinem Sohn drohen zu zerbrechen. Für Marco wiederum ist der Sorgerechtsstreit mit all seinen unschönen Facetten schon in vollem Gange. - Die Schicksale dieser und weiterer männlicher Protagonisten, die in den verschiedenen Kapiteln des Romans beleuchtet werden, verbinden mehrere Elemente: Oft handelt es sich um Väter, die sich in wirtschaftliche Abhängigkeit von einer erfolgreichen (Ex-)Frau begeben haben und nun im Zuge der Trennung aus dem Leben des gemeinsamen Sohns gedrängt zu werden drohen. Andere verpassen die Kindheit ihrer Söhne gänzlich, sei es unwissentlich oder selbst verschuldet. Wie eine rote Linie zieht sich zudem eine Leidenschaft für die Werke des Schweizer Schriftstellers Roberto Cotti durch die Geschichten dieser Männer. Der Roman fordert insgesamt eine gewisse Bereitschaft, sich auf die langsam enthüllten Beziehungen zwischen den nur scheinbar zusammenhanglosen Charakteren einzulassen.
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Artikelbeschreibung

Ein komischer, berührender Roman über das Scheitern in und an unserer Zeit Die große Liebe ist gefunden, das erste Kind ist unterwegs, bevor steht der Umzug in die Provinz - weg aus der Wahlheimat Berlin. Man hofft auf das vollkommene Glück, aber vollkommen ist nur der Zerfall: Beziehungen rücken in ein anderes Licht, gängige Rollenbilder werden aufgebrochen, aber das Scheitern an den Herausforderungen des Lebens ist unausweichlich. Aus Liebe wird Hass und plötzlich ist die Trennung nah.In verschiedenen literarischen Fragmenten werden Urkonflikte immer wieder neu durchlebt, mit Protagonisten, die sich in der heutigen Leistungsgesellschaft nur schwer zurechtfinden, die sich gleichen, die vielleicht miteinander verwandt sind und deren Leben auf geheimnisvolle Weise verbunden scheinen - beinahe so wie im Werk des großen Schriftstellers Roberto Cotti, der zum Fixstern in diesem literarischen Kosmos des Scheiterns wird. Der Montageroman »Leben ohne Folgen« ist provozierend im Politischen, berührend im Persönlichen und zeigt die Fragilität des Wohlstands. Prallvoll mit Leben oszilliert der Roman zwischen bodenlos Tragischem und absurd Komischem. Überlagerungen, Spiegelungen und Widersprüche fügen sich nach und nach wie Teile eines Puzzles zusammen.

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Personeninformation

Roman Graf, geboren 1978 in Winterthur, arbeitete nach einer Lehre als Forstwart in verschiedenen Berufen, studierte an der Schule für Angewandte Linguistik in Zürich und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Er lebt seit 2003 in Deutschland und veröffentlichte die Romane »Herr Blanc«, »Niedergang«, »Mädchen für Morris« und »Leben ohne Folgen« sowie den Gedichtband »Zur Irrfahrt verführt«.Auszeichnungen u.a.:Nominiert für den Schweizer Buchpreis (2013); Preis für das beste deutschsprachige Debüt vom Festival du premier roman in F-Chambéry; Förderpreis Bremer Literaturpreis (2010); Mara-Cassens-Preis (2009); Studer/Ganz-Preis (2008)

Pressestimmen

»Roman Graf ist ein unaufgeregter Erzähler, langsam, aber nicht langweilig« (Jutta Duhm-Heitzmann, WDR 5, 30.07.2024) »Roman Graf erzählt spielerisch-mäandernd vom 'Leben ohne Folgen'« (Andrea Kathrin Kraus, Kreuzer Sonderheft zur Frankfurter Buchmesse 2024) »Was sich bei Roman Graf auf den ersten Seiten liest wie eine leichtfüßige Parodie auf das Berliner Kreativ-Prekariat, entpuppt sich bald als eine ziemlich ernste Verhandlung der Frage nach dem vermeintlich richtigen Lebenskonzept.« (Cornelius Wüllenkemper, FAZ, 19.11.2024)
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