Brot für die Toten

Band 1
Roman
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Buchprofile - Rezension
Leben und Überleben im Warschauer Ghetto.
Der als 1. Band der "Bibliothek der polnischen Holocaust-Literatur" in Neuauflage erschienene fiktive, aber starke autobiografische Bezüge aufweisende Roman über das Warschauer Ghetto von Bogdan (eigentlich Dawid) Wojdowski (1930-1994) ist ein erschütterndes Zeugnis der barbarischen Vernichtungsstrategie NS-Deutschlands gegen die Juden, exemplarisch verortet im drei Quadratkilometer umfassenden Ghetto-Bereich Warschaus, in dem bis zu 500.000 Menschen zusammengepfercht ausharren mussten. Der Autor, der selbst zwei Jahre (1940-1942) im Ghetto zubrachte, schildert in der zentralen Gestalt Davids, seinem Alter Ego, aber auch an einzelnen Familienmitgliedern, an Freunden, Bekannten, Nachbarn und anderen, wie sich alle Überlegungen, Beobachtungen und Handlungen nur darum drehen, irgendwie zu überleben. Um seine gläubige, offenen Widerstand strikt ablehnende Familie mit Lebensnotwendigem versorgen zu können, schlüpft David mit seinen Freunden durch schmale Zwischenräume in der Ghetto-Mauer ins "arische" Viertel oder sie stehlen aus den Massengräbern im Ghetto Zahngold, um es gegen Lebensmittel einzutauschen. Doch statt Dankbarkeit erhält er wegen seines unsittlichen Verhaltens Prügel. Sein Leben wird für ihn zunehmend zur Qual in einer immer auswegloseren Situation. Schonungslos zeichnet Wojdowski an David, seiner Familie und all den anderen Ghetto-Bewohnern - u.a. gläubige Juden, Kaufleute, Bettler, Künstler, Prostituierte, Gauner - nach, wie Hoffnung schwindet, sich Egoismus als Lebensgarant aufbaut, Gewalt, insbesondere von Seiten der Ordnungsdienste und der deutschen Bewacher zunimmt und sich Resignation ausbreitet. - Neben der zwar romanhaft, jedoch authentisch dokumentierten Situation im Warschauer Ghetto gewährt der Autor dem Leser eindrückliche und vielfältige Einblicke in jüdisches Leben und jüdische Traditionen. - Empfehlenswert!
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Artikelbeschreibung

Ein Roman über das Warschauer Ghetto, der einzigartig dasteht in der europäischen Literatur. Ein Buch, das das Grauen zum Sprechen bringt.Wie erinnert man an eine Welt, die nicht mehr ist? Wenn die Ermordeten keine Gräber haben, wenn Wohnungen, Häuser, Straßen spurlos verschwunden sind? Wenn alles, was einmal Leben war, der Vernichtung anheimgefallen ist?Bogdan Wojdowskis Roman 'Brot für die Toten' rekonstruiert die Hölle des Warschauer Ghettos: bis zu 500.000 Menschen, eingesperrt auf einem drei Quadratkilometer großen Areal. Als präziser Chronist schildert Wojdowski das Leiden unter der deutschen Barbarei, vor allem aber gibt er den Opfern ihre Würde zurück. Protagonist des Romans ist der Junge David. In seinen Augen, seinem Bewusstsein spiegelt sich 'der Alb, den man Leben nennt'. Davids Familie, die Menschen auf den Straßen - im verzweifelten Versuch, von Tag zu Tag zu überleben -, sie alle erhalten ihre Stimmen, ihre Gesichter, ihre Namen zurück. Nur wenige Werke der Holocaustliteratur vermögen, was Wojdowski mit diesem verdichteten, polyphonen Roman gelungen ist: nicht allein die Vernichtung zu dokumentieren, sondern die vernichtete jüdische Welt in ihrer Vielfalt wieder ins Leben zu rufen.1971 erschien der Roman in Polen, 1974 publizierte der Verlag Volk und Welt Henryk Bereskas exzellente Übersetzung ins Deutsche. Die Neuauflage dieses bedeutenden Werks erscheint als erster Band der auf zehn Bände angelegten 'Bibliothek der polnischen Holocaustliteratur', die an der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen erarbeitet wird. In der Reihe werden u.a. erscheinen: Leopold Buczkowski: Der schwarze Bach; Henryk Grynberg: Kinder Zions; Arnold Mostowicz: Der blinde Max oder Passierschein durch den Styx; Mina Tomkiewicz: Von Bomben und Mäusen

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Pressestimmen

»'Brot für die Toten' ist der tragische Gesang eines vielstimmigen und facettenreichen Figurenchors - sprachlich überaus reich, brillant übersetzt und immer wieder durchsetzt mit Elementen der reichen jüdischen Tradition.« (Moses Fendel, WDR3 Gutenbergs Welt, 22.05.2021) »ein Paukenschlag, ein erschütternder Roman« (Jörg Plath, DLF Kultur Buchkritik, 05.08.2021) »Ein eindringlicher Roman über eines der größten Verbrechen des 20. Jahrhunderts« (Martin Sander, SWR2 Lesenswert, 02.09.2021 ) »'Brot für die Toten' ist eine erschütternde Lektüre.(...) Wojdowski gibt den Opfern Gesicht und Stimme.« (Jörg Plath, Neue Zürcher Zeitung, 17.08.2021) »Einer der wichtigsten Romane der Holocaust-Literatur« (Jonas Engelmann, Konkret, November 2021) »Endlich wiederentdeckt: Bogdan Wojdowskis grandioser autobiographischer Ghetto-Roman« (Marta Kijowska, FAZ, 29.12.2021) »der Autor (schuf) einen Ort in der Literatur, der (...) zu einem Archiv der Stimmen der Ermordeten wird, ihren Alltag dokumentiert, ihre Ängste, ihre Hoffnungen und ihr Sterben« (Jonas Engelmann, Konkret, Dezember 2021 »literarische(s) Meisterwerk« (Gerhard Zeillinger, Der Standard, 23.01.2022) »Endlich wiederentdeckt« (Marta Kijowska, FAZ, 29.12.2021) »Das Buch ist ausdrucksstark und sehr intensiv. Seine Lektüre nimmt die Leserschaft emotional mit.« (Gerald Netzl, antifa, 01./02.2023)
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