Was man von hier aus sehen kann

Roman
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Buchprofile - Rezension
Tragikomische Geschichte um eine kleine Dorfgemeinschaft, bei der alle füreinander einstehen.
Die zehnjährige Luise erzählt von ihrem familiären Freundeskreis. Das beginnt damit, dass ihre Großmutter Selma wieder einmal von einem Okapi geträumt hat. Dass das ein schlechtes Omen ist, wissen alle. Während ihre Mutter noch überlegt, ob sie ihren Mann verlassen soll, beschließt Luises Vater, in die weite Welt zu reisen. Für Luise ist das nicht wirklich ein Problem, denn ihre Großmutter und der Optiker haben ihr von je her Halt gegeben, ihr Schwimmen und Radfahren beigebracht und immer ein Ohr für ihre Sorgen und Nöte gehabt. Im zweiten Kapitel überspringt Luise 12 Jahre. Sie hat mittlerweile eine kleine Wohnung in der Kleinstadt und arbeitet in einer Buchhandlung. Doch der Lebensmittelpunkt ist immer noch Selmas Haus. Und dann verliebt sich Luise auch noch in einen buddhistischen Mönch ... - Luises Kinderblick neigt manchmal zu skurrilen Übertreibungen und bringt dadurch einen ironischen Ton in die tragikomische Geschichte. Zum Beispiel, wenn ihr weltreisender Vater zu Besuch kommt: "Er wirkte überlebensgroß, wenn er zwischendurch bei uns vorbeikam, und er nahm so viel Platz ein, dass wir uns neu arrangieren mussten wie Möbelstücke, die sich plötzliche in einer kleineren Wohnung wiederfinden." (S. 153) - Die warmherzige Geschichte kann allen Büchereien empfohlen werden.
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Immer, wenn Selma von einem Okapi träumt, muss jemand in ihrem kleinen Westerwälder Dorf sterben. Als dies zum vierten Mal geschieht, versuchen ihre Enkelin Luise und ihr bester Freund Martin alles, um potentielle Todeskandidaten zu retten. Was nach Hellseherei und Aberglaube klingt, ist in Wirklichkeit eine zauberhafte Geschichte über Liebe, Freundschaft und Geborgenheit, in die Marina Leky immer wieder mit größter Selbstverständlichkeit herrlich überraschende Sätze einstreut, die genau den Kern der Dinge treffen. Ich mochte schon Lekys früheren Roman „Die Herrenausstatterin“, aber Selma, Luise und das Okapi werden ihr sicher zum Durchbruch verhelfen.
Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Irgendwo im Westerwald - Mariana Lekys weiser und warmherziger Bestsellerroman über ein Dorf in der Provinz und seine skurrilen BewohnerSelma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman. 'Was man von hier aus sehen kann' ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan ...

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Personeninformation

MARIANA LEKY studierte nach einer Buchhandelslehre Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Sie lebt in Berlin und Köln. Bei DuMont erschienen der Erzählband 'Liebesperlen' (2001), die Romane 'Erste Hilfe' (2004), 'Die Herrenausstatterin' (2010) sowie 'Bis der Arzt kommt' (2013). Ihr SPIEGEL-Bestsellerroman 'Was man von hier aus sehen kann' (2017) wurde in über zwanzig Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt, 2022 erschien 'Kummer aller Art' und wurde ebenfalls zum SPIEGEL-Bestseller.
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