Das große A

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Nachdruck. Folgt laut Verlag/Lieferant: 12.08.2024
Buchprofile - Rezension
In den 1940er-Jahren wandert eine junge Italienerin in die italienische Kolonie Eritrea aus, wo sie nicht das erhoffte Glück findet.
Die 13-jährige Giada träumt davon, zu ihrer Mutter Adele nach Afrika zu ziehen. Adele hatte ihre Familie und Italien verlassen, um sich in Eritrea ein neues Leben aufzubauen. Zuvor hatte sie ihre drei Kinder in die Obhut ihrer Verwandten gegeben. Adeles Tochter Giada leidet, weil sie bei ihrer vom herrschenden Faschismus überzeugten Tante lebt, die Giada hungern und arbeiten lässt und Adeles Unterhaltszahlungen für Giada veruntreut. Erst als Giada 17 ist, holt sie die Mutter zu sich, doch Giadas Traum vom reichen Leben platzt. Ihre Mutter sorgt dafür, dass ihre Tochter alsbald einen Hallodri heiratet, mit dem Giada ein Kind bekommt. Erst, als ihr Mann Giada verlässt, beginnt sie, für sich selbst zu sorgen. Sie stellt ihrem Mann Bedingungen, als er reumütig zurückkehrt. Mit dem Ende der italienischen Kolonialherrschaft packt Giada ihre Koffer und kehrt mit Mutter und Sohn nach Italien zurück. – Vor dem Hintergrund des faschistischen Italiens und der sich abschottenden Kolonialisten in Afrika entwirft Caminito ihren aus ihrer Familiengeschichte inspirierten Plot. In kurzen Sätzen und bildhafter Sprache passt sie den Erzählstil dem Erleben ihrer sensibel gezeichneten Protagonistin an und schildert die Ereignisse aus deren Sicht.
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Artikelbeschreibung

Die Lombardei im Zweiten Weltkrieg: Die Menschen suchen Zuflucht vor ständigen Bombenangriffen, deutsche Besatzer jagen Partisanen, das Essen wird rationiert. Die 13-jährige Giada wohnt bei ihrer Tante, einer gläubigen Faschistin, Gewalt und Entbehrung prägen den Alltag. Also träumt sich Giada fort, träumt vom »Großen A«: Afrika, wo ihre Mutter Adele in den italienischen Kolonien angeblich ein abenteuerliches, unabhängiges Leben führt.Und wirklich: Nach Kriegsende holt die Mutter sie zu sich nach Eritrea. Doch die großen Erwartungen werden enttäuscht: Dauerhitze und die Arbeit in Adeles Bar am Rand der Wüste haben so gar nichts Märchenhaftes an sich. Und sogar der Kaffee schmeckt nach Salzwasser. Eritrea ist auf dem Weg in die Unabhängigkeit, die verbliebenen Kolonisten ringen um eine Zukunft unter den neuen Machtverhältnissen. Und die schillernde Mutter erstickt jeden Freiheitsdrang, bis Giada den charmanten, aber undurchsichtigen Giacomo kennenlernt.Atmosphärisch und mit störrischer Poesie erzählt Giulia Caminito von zwei widerspenstigen, willensstarken Frauen, die auf sehr unterschiedliche Weise zur Selbstbestimmtheit finden.

Produktsicherheit

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Kontakt: mail@wagenbach.de

Personeninformation

Giulia Caminito, 1988 in Rom geboren, ist in Anguillara Sabazia am Lago di Bracciano aufgewachsen. Sie hat politische Philosophie studiert und drei Romane verfasst, darunter der 2020 bei Wagenbach erschienene »Ein Tag wird kommen«. Ihr dritter Roman »Das Wasser des Sees ist niemals süß« stand 2021 auf der Shortlist des Premio Strega, gewann den alternativen Premio Strega Off und den renommierten Publikumspreis Premio Campiello. Der Roman wird in über zwanzig Sprachen übersetzt. Caminito arbeitet als Herausgeberin und Lektorin, sie lebt in Rom.
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