"Einfach gut sein"

Zur Geschichte des St.-Josef-Hospitals in Wiesbaden
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Artikelbeschreibung

Im Hauptteil zeichnet das Buch erstmals umfassend die Geschichte St. Josefs-Hospitals nach - des einzigen katholischen Krankenhauses Wiesbadens. Auf der Grundlage umfangreicher Archivrecherchen spannt es den Bogen von den Anfängen bis in die Gegenwart und verknüpft dessen Geschichte mit der des Ordens der Armen Dienstmägde Christi. Die Ordensschwestern kamen 1854 in die Hauptstadt des Herzogtums Nassau, um sich der Krankenpflege zu widmen. In der mehrheitlich evangelischen Stadtgesellschaft stießen sie zeitweise während des "Kulturkampfes" auf Widerstand, erfuhren aber zugleich große Unterstützung aus der Bürgerschaft. Insbesondere wohlhabende, oftmals alleinstehende Frauen fühlten sich ihnen verbunden - ein bislang kaum beachteter Aspekt der städtischen Frauen- und Sozialgeschichte. Zusammen mit der ambivalenten Haltung der Obrigkeit - die den Ordensschwestern einerseits den Betrieb einer Elementarschule für katholische Mädchen untersagte, andererseits im Krieg von 1870/71 gern auf das von ihnen geführte Lazarett zurückgriff - eröffnet dies neue Einblicke in die Stadtgeschichte des 19. Jahrhunderts. Der Orden war die treibende Kraft bei der Gründung des Hospizes zum Heiligen Geist und des späteren St. Josefs-Hospitals. Die Oberinnen leiteten die Krankenhäuser weitgehend eigenverantwortlich. Dank des medizinischen Fortschritts sind Krankenhäuser von einem stetigen organisatorischen, baulichen und personellen Wandel gekennzeichnet. Dieser Befund wird über die Jahrzehnte akribisch verfolgt; der quasi mikrohistorische Blick auf das St.-Josefs-Hospital und dessen Alltagsgeschichte steht damit exemplarisch für viele andere derartige Einrichtungen. Das Buch ist ein wichtiger Beitrag zur Geschichte der "Gesundheitsstadt" Wiesbaden. Es zeigt darüber hinaus, welche Handlungsspielräume Frauen innerhalb alternativer Lebensentwürfe besaßen und wie sie diese erfolgreich nutzten.
Der Essay über die "Geschichte der Katholiken in Wiesbaden" im letzten Viertel des Buches schildert - mit einigen Streiflichtern über die christliche Vorgeschichte - die historische Entwicklung, in der sich ab dem 18. Jahrhundert in Wiesbaden langsam ein deutlich wahrnehmbares "katholisches Milieu" herausbildet. Im "evangelischen" Wiesbaden prägt es zu seinen Spitzenzeiten nach dem Zweiten Weltkrieg durchaus die Hälfte der Stadtgesellschaft. Gleichzeitig macht der Autor deutlich, dass Wiesbaden seit nassauischen Zeiten für ein relativ offenes ökumenisches Klima und für reformfreudigen Katholizismus steht, bzw. stand. Die Genrewahl des Essays ermöglicht eine sehr persönliche und durchaus bewertende Perspektive auf das katholische Wiesbaden und lädt zu Schlussfolgerungen für die Zukunft ein. Eine solche überblicksartige und doch auch detailfreudige Darstellung des katholischen Lebens in Wiesbaden bis zur Gegenwart hat es bisher noch nicht gegeben.
Das Buch leistet damit insgesamt auch einen besonderen regionalen Beitrag zum 200. Jubiläum der Gründung des Bistums Limburg im Jahr 2027.

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Hersteller: Dr. Ludwig Reichert Verlag Inhaberin Ursula Reichert
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Personeninformation

Dr. Brigitte Streich, geboren 1954, studierte in Göttingen Mittlere und Neuere Geschichte, Romanistik und Historische Hilfswissenschaften. Ihre Dissertation hatte die Entstehung fester Residenzen im spätmittelalterlichen Kurfürstentum Sachsen zum Thema. Die Ausbildung für den Höheren Archivdienst absolvierte sie am Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt in Magdeburg, an der Archivschule Marburg und am Bundesarchiv Koblenz. 1994 übernahm sie die Leitung des Stadtarchivs Celle und wechselte 2001 als Direktorin an das Wiesbadener Stadtarchiv. In zahlreichen Aufsätzen und mehreren Monographien hat sie sich mit der Wiesbadener Stadtgeschichte auseinandergesetzt. Mit der 2023 erschienenen Publikation über den Wiesbadener Internistenkongress (2023), in der sie erstmals auch die Rolle von dessen weiblichen Mitgliedern erforschte, wandte sie sich der Medizingeschichte zu. Sie ist Mitglied der Historischen Kommissionen für Thüringen, Niedersachsen und Bremen sowie Nassau, außerdem Mitglied der Historischen Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen.

Stefan Herok, Jahrgang 1957, verheiratet, Diplomtheologe. Nach 41 wechselhaften und wechselfreudigen Jahren im Dienst des Bistums Limburg als: Pastoralreferent, Religionspädagoge, Studienleiter, Referent für Schulpastoral, Referent für Kommunikation im Dezernat Pastorale Dienste, Liturgie- und Katechese-Referent ist er inzwischen »PastoralrefeRentner«, macht aber für seine Kirche immer noch regelmäßig Beerdigungsdienste, theologische Bildungsangebote und Radiobeiträge im Hessischen Rundfunk. Mehrere Buchpublikationen. Seit vielen Jahren verarbeitet er seine spannungsvollen Erfahrungen im Kirchendienst als Kirchen-Kabarettist.
Er ist in Wiesbaden aufgewachsen und hat über 30 Jahre seines Bistumsdienstes vom Standort Wiesbaden aus gearbeitet. Als langjähriger Leiter einer religionspädagogischen Bibliothek hat er dort heimatkundliche Literatur zum Schwerpunkt "(Katholisches) Wiesbaden" gesammelt und Stadtführungen durchs "katholische Wiesbaden" angeboten. www.heroks.de
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