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Nicht Nerds, sondern Schrift-Gelehrte sind es, die das Feld der generativen Künstlichen Intelligenz wie ChatGPT erklären können: Solche »Large Language Models« wurzeln in der Sprachwissenschaft, Literaturkritik, ja sogar in der Auslegung heiliger Texte. Diese These verfolgt Martin Warnke durch eine Archäologie der LLM-Ursprünge - von Zellig S. Harris' statistischer Sprachtheorie über Walter Benjamins Sprachphilosophie bis zur jüdischen Kabbala. Dabei zeigt sich, dass mystische Textauslegungstechniken ähnliche Eigenheiten und damit auch Probleme aufweisen wie heutige Computersysteme: Es sind Sprachstrukturen, keine künstlichen Gehirne, die uns faszinieren und beängstigen. Die »Halluzinationen« der KI sind keine Kinderkrankheiten, sondern zwangsläufige Folge linguistischer Verfahren, die Semantik ohne Weltbezug allein aus Syntax ableiten. Eine Kritik muss daher bei der fundamentalen Frage ansetzen: Was sind das für Systeme, die nur in der Sprache sind und keine Welt haben?
»Ganze Provinzen auf der Landkarte der menschlichen Natur sind nicht länger weiße Flecken, weil die großen Romane sie bereist haben.« Mit poetischen und poetologischen Gedanken wie diesem beschäftigt sich der international gefeierte Autor Juan Gabriel Vásquez in seinem Essayband über die Kunst des Romans. Wie hat die Gattung unser heutiges Verständnis vom Menschen nicht nur geprägt, sondern überhaupt erst hervorgebracht? Was geben uns Romane, was uns keine andere Erzählform geben kann? Welchen Platz nehmen sie in unserem Privatleben, aber auch in der Gesellschaft ein?
Auf seinen Streifzügen durch die Weltliteratur - von Cervantes bis Conrad, von Tolstoi bis Vargas Llosa, von Proust bis Camus - fördert Vásquez originelle Antworten auf diese Fragen zutage und überrascht dabei immer wieder mit erstaunlichen wie vergnüglichen Einsichten: Wer hätte gedacht, dass Shakespeare ein verhinderter Romanautor war oder dass man Velázquez' Gemälde Las Meninas mit Fug und Recht als Roman bezeichnen kann? In Reisen mit weißer Landkarte singt Vásquez ein Loblied auf die vielgestaltige Gattung des Romans - und fragt nach seiner Bedeutung in unserer schnelllebigen Welt.
Deutsche Sprache, schöne Sprache
Die deutsche Sprache steht im Ruf, genau und logisch, aber auch schwerfällig, hart im Klang und sogar unschön zu sein. Bestsellerautor Roland Kaehlbrandt widmet sich keiner geringeren Aufgabe, als zu beweisen: Deutsch ist eine schöne Sprache! Denn sie lädt zu feinsten Nuancen ein; sie ist klangvoll, klar und anschaulich, kann aber auch anmutig und elegant sein, ja sogar voller Witz. Dieses Buch ist eine Schatztruhe an Sprachschönheiten, aufgespürt in Wörtern, Sätzen, Versen, Liedern, Reden, im Sprachwitz und in unseren Mundarten. Ein ästhetisches Lesevergnügen für alle Sprachliebhaber.
»Um die deutsche Sprache zu lieben, muß man ihre Schönheit entdecken - Roland Kaehlbrandt öffnet uns dafür Augen und Ohren.« Martin Mosebach
Literatur ist Gesellschaft im Kleinen. Sie spiegelt nicht nur die fundamentalen Umbrüche, die immer schneller aufeinander folgen, sie durchlebt selbst die Krisen, die unsere Gegenwart ausmachen - sozial, politisch, ökonomisch und auch ästhetisch. 1989 wurden Autoren noch einmal auf die große Bühne gerufen: Von Christa Wolf erwarteten die Demonstranten auf dem Berliner Alexanderplatz Orientierung. Im «deutsch-deutschen Literaturstreit» und in den Skandalen um Strauß, Handke, Walser oder Grass veränderte sich die Öffentlichkeit von Grund auf. Die «Popliteratur» erklärte Autoren nur noch zu Marken unter anderen. Im Hintergrund erprobte Amazon am Beispiel des Buchs erstmals die Möglichkeiten des digitalen Kapitalismus. Literatur war in einer neuen Zeit angekommen, aber anders als einst erhofft.Steffen Martus zeichnet ein Panorama der deutschen Literatur und ihrer Gesellschaft von 1989 bis zu den jüngsten Debatten um Migration, Identität oder Klassismus. Er öffnet die Augen für die Vielfalt der Literatur und zeigt, was sie über die Gegenwart verrät und für die Selbstverständigung unserer Gesellschaft bedeutet.
Der neue Literaturverführer / bekannt als @buchantiquariat_willbrand auf Instagram und TikTok
»Welche Werke von Thomas Mann sollte man gelesen haben?« »Welche anglo-amerikanischen Schriftstellerinnen sind besonders empfehlenswert?« Wer Antworten auf diese oder ähnliche Fragen sucht oder einfach Lust hat, sich mit Literatur zu beschäftigen, ist bei Klaus Willbrand bestens aufgehoben. In seinem ersten Buch teilt der Antiquar seine eigene Leserbiographie und spricht Empfehlungen aus - gewohnt meinungsstark und mit profundem Wissen. Er erzählt, wie er selbst zur Literatur gefunden hat, welche Schriftsteller:innen und Werke ihn in seinen ersten Lesejahren geprägt haben und was es mit seinem dreijährigen Lesesabbatical auf sich hatte. »Einfach Literatur« ist eine Einladung, sich mit der Weltliteratur zu beschäftigen - klug und unterhaltsam.
Ein Lexikon der Redensarten für alle, die mehr als "Bahnhof verstehen" wollen
Wir nehmen andere "auf den Arm" oder führen sie "an der Nase herum": Redewendungen durchziehen täglich unsere Sprache. Wir haben sie ganz selbstverständlich im Gebrauch - doch ist uns auch bewusst, woher sie kommen und welche Bedeutung damit verbunden ist? Den meisten unter uns ist wohl die Herkunft dieser idiomatischen Ausdrücke eher unbekannt.
Der Autor und "Redensartenpapst" Rolf-Bernhard Essig hat für die Neuauflage dieses Duden-Wörterbuchs die Ursprünge bekannter Redewendungen untersucht und ihre Bedeutung verständlich erklärt.
Auf den Grund gegangen: bildhafte Redewendungen und ihre Bedeutung
Manche Sätze sollten wir nicht zu wörtlich nehmen. Denn wem "ein Bär aufgebunden wird", muss nicht befürchten, Meister Petz mit sich herumtragen zu müssen, sondern sollte den Wahrheitsgehalt des Gehörten gründlich überprüfen. Doch warum nutzen wir diese metaphorischen Ausdrücke? Rolf-Bernhard Essig hat recherchiert, woher unsere Sprichwörter kommen, und fasst in diesem kurzweiligen Sachbuch zur deutschen Sprache die Hintergründe zu Herkunft und Bedeutung von mehr als 700 Sprichwörtern und geflügelten Worten zusammen.
Mit diesem Lexikon der Redensarten tappen Sie nicht mehr im Dunkeln, wenn es um Sprachwissen geht. Im Gegenteil: Sie können genüsslich damit punkten!
Die deutsche Sprache birgt viele funkelnde Edelsteine. Erst durch sie bekommen unsere Gefühle und Gedanken den richtigen Schliff: Wörter wie »feinsinnig« und »filigran«, »schlemmen« und »schlummern « zählen genauso zu diesem Schatz wie die »Anmut«, das »Augenmerk« und der »Ausbund«. Walter Krämer und Roland Kaehlbrandt haben die schönsten und kostbarsten Wörter unserer Sprache in einem Lexikon versammelt. Eine wunderbare Fundgrube für alle, die sich mit grauem Spracheinerlei nicht zufriedengeben wollen.
Ein Streifzug durch die Weltliteratur, von Shakespeare über Franz Kafka bis zu Salman Rushdie - und eine Lehre des aufmerksamen Lesens
Nicht nur der Teufel steckt im Detail, auch das Geheimnis großer Literatur - wenn man dafür ein Auge hat. Michael Maar, einer der renommiertesten deutschen Literaturkritiker und -historiker, zeigt, was die Werke der Weltliteratur dem aufmerksamen Leser en passant offenbaren: wie sich die Methode Sherlock Holmes' von derjenigen Sigmund Freuds unterscheidet, welches deutsche Vorbild hinter Nabokovs Lolita hervorschimmert und worum es in Stevensons «Dr. Jekyll und Mr. Hyde» und in Stokers «Dracula» eigentlich geht. Was missfiel Mark Twain an Jane Austen, und wie nimmt Virginia Woolf in «Mrs. Dalloway» ihr eigenes Schicksal vorweg? Daniel Kehlmann, Jonathan Franzen, Salman Rushdie: Auch in den Werken der Gegenwart funkeln die Details. Und das violette Hündchen? Es taucht ganz beiläufig in Tolstois «Krieg und Frieden» auf - und begleitet uns durch das Buch.
Michael Maar führt nicht nur bedeutende Werke und ihre Schöpfer lebhaft vor Augen; er ist selbst ein großartiger Erzähler und versammelt eine beeindruckende Fülle an fiktionalen wie ganz realen Begegnungen, Verwicklungen, Geschichten. Dabei wird das Detail zum Ausgangspunkt einer Entdeckungsfahrt durch die Weltliteratur - die nicht zuletzt zeigt, wie sehr es sich lohnt, die großen Romane immer wieder neu zu lesen.
»Eine herrlich unterhaltsame Huldigung.« Deutschlandfunk
»Ein ebenso lesenswertes wie gut lesbares Buch.« FAZ
»Und so ist die 'Liebeserklärung' ein ganz im Geist der Aufklärung geschriebenes Plädoyer für einen toleranten, weltoffenen Kulturpatriotismus. Sie gehört in den Handapparat jedes Deutschlehrers und aller, die an und mit unserer Sprache arbeiten.« Rhein-Zeitung
Was die deutsche Sprache kann!
Deutsch gilt als kompliziert, hart und teilweise sogar hässlich - zu Unrecht, findet Roland Kaehlbrandt und zeigt, warum wir gerade im Deutschen die ausdrucksstärksten Wörter haben, warum unsere Sprache so gut zu lesen ist und welch einzigartige Nuancen sie uns bietet. Dieses Buch vereint die größten Vorzüge der deutschen Sprache - mit viel Humor und zahlreichen Beispielen.
»Höchst kurzweilig, amüsant und spannend erörtert Roland Kaehlbrandt die wunderbare Vielseitigkeit unserer deutschen Sprache - ein echtes Lesevergnügen!« Nele Neuhaus
»Roland Kaehlbrandts liebenswürdiges Buch über unsere liebenswerte Sprache preist die Vorzüge des Deutschen, die manchmal gerade als Schwierigkeiten betrachtet werden und die hier als herrliche Eigenschaften beschrieben und gefeiert werden. Anschaulich durch schöne Beispiele, überzeugend argumentiert und doch leicht und urban im Ton wird das Buch die Liebe zu unserer Sprache bestärken und verbreiten.« Prof. Dr. Jürgen Trabant
Welches sind die häufigsten Buchstaben der deutschen Sprache? Was ist das Wort mit den meisten Bedeutungen? Welche deutschen Wörter sind in andere Sprachen migriert? Was bedeutet das "Schorn" in "Schornstein" oder das "gam" in Bräutigam? Was ist mit dem "Knacklaut" gemeint? Und welche Dialekte sind am beliebtesten oder unbeliebtesten?
Die deutsche Sprache beherbergt so viele kuriose Eigenarten, von denen die Dudenredaktion in dieser erweiterten Neuauflage 135 ausgewählt hat, um die Leserinnen und Leser zum Staunen zu bringen - über die schöne und sonderbare deutsche Sprache.
Sie sinn obber ned vo dou?Leicht möglich, dass man Sie im Frankenland mit dieser Frage begrüßt. Um dem fränkischen Charme mit gekonnter Schlagfertigkeit ohne Gfredd begegnen zu können, soll Ihnen dieses Büchlein ein treuer Begleiter sein. Anhand vieler charmanter Worterklärungen und unterhaltsamer Anekdoten lernen Sie die fränkische Sprache und Mentalität mit all ihren Eigenheiten kennen. Ob in Fädd, Nämberch oder an der Grenze zu den Moosbüffln - mit diesem kleinen Ratgeber sind Sie um keine Antwort verlegen. Und zwar ganz ohne Rumgegazze.
Für jedes Kapitel ein vertonter Crashkurs in der Scan2Learn-App
Edzerd baggmers oo!
Wie wird Sprache zu Literatur? Was ist Manier, was ist Jargon, und in welche Fehlerfallen tappen fast alle? Wie müssen die Elementarteilchen zusammenspielen für den perfekten Prosasatz? Michael Maar zeigt, wer Dialoge kann und wer nicht, warum Novalis über- und Rahel Varnhagen unterschätzt wird, warum Kafka ein Alien ist und warum nur Heimito von Doderer an Thomas Mann heranreicht. Nach einem Abstecher aufs Atoll der modernen Lyrik führt Maar aufs fruchtbare Feld Eros in der Dichtung, macht deutlich, warum Bambi Pornografie ist und wie sich ein Anonymus durch einen stilistischen Fingerprint verrät. In fünfzig Porträts, von Kleist bis Kronauer, entfaltet er unter der Hand eine höchst originelle Geschichte der deutschen Literatur. Wer Maars Buch zuschlägt, das zwar gelehrt, vor allem aber vergnüglich ist, wird künftig anders lesen - und besser schreiben.
Unter den französischen Sprachwissenschaftlern und Semiologen ist Julia Kristeva wohl die unbequemste Denkerin: sie ist der theoretische Kopf der Tel Quel-Gruppe. Ihre Studien zur literarischen Textanalyse und zur Semiotik haben weit über Frankreich hinaus auf die Entwicklung neuer Methodologien und Vorstellungen in den Kultur- und Sozialwissenschaften Einfluß genommen. Mit dem vorliegenden Buch erscheint nun zum ersten Mal eine ihrer programmatischen Hauptarbeiten in deutscher Ubersetzung: eine Untersuchung der Symbolstrukturen. Ausgehend von der Poesie Lautréamonts und Mallarmés und von Erkenntnissen Freuds und Lacans versucht Julia Kristeva, die Logik subjektiver Rede neu zu formulieren, die Sprache als Praxis des Subjekts zu bestimmen. Die sprachlichen Neuerungen der literarischen Avantgarde am Ende des letzten Jahrhunderts gelten ihr als ein Indiz dafür, daß (und wie) sich zwei Träger signifikanter menschlicher Praxis«, Sprache und triebbewegter Körper, in ein widersprüchliches Verhältnis zueinander setzen, das seinen besonderen Ausdruck entweder in der Anlehnung an die geschichtlich vorgegebenen Symbolsysteme oder in der Auflehnung gegen sie findet. In dem Buch von Kristeva zeichnen sich die Umrisse einer Theorie der Kultur ab, die Sprachgeschichte und Erfahrungsgeschichte zusammenbindet.
Einführungen zu Leben und Werk
Thomas Mann war ein Schriftsteller von feinster Empfindlichkeit, mit lauernden Abgründen, tief verwurzelt in deutscher Kultur. Den Katastrophen seiner Zeit hat er sich unerschrocken ausgesetzt, auch wenn es ein weiter Weg war von der »machtgeschützten Innerlichkeit« des Kaiserreichs, die er verherrlichte, bis zum Kampf gegen das nationalsozialistische Deutschland, den er unermüdlich führte. In seiner pointierten Analyse von Thomas Manns literarischem Werk und in biografischen Annäherungen erschafft Hanjo Kesting ein Gesamtbild des großen Schriftstellers.
Gesellschaftliches Leben findet seit Menschengedenken primär im Medium der Stimme statt. Daran haben auch die epochalen Erfindungen von Schrift und Buchdruck oder elektronische Technologien nichts geändert. Vielleicht erklären die Unvordenklichkeit der Stimme und ihre elementare Funktionsvielfalt, warum die Geistes- und Kulturwissenschaften sie weitgehend übersehen haben. In Leben der Stimme unternimmt Hans Ulrich Gumbrecht entschlossene Denkschritte in diesem komplexen Bereich menschlicher Existenz.
Mit großem Respekt vor der ungeordneten Allgegenwart des Phänomens, aber nicht ohne klare begriffliche Unterscheidungen erhellt er in den sieben Kapiteln dieses faszinierenden Buches die Bedeutung und den Status der Stimme aus historischer, philosophischer, psychologischer, soziologischer und theologischer Perspektive. Jenseits akademischer Vermessungen ergibt sich daraus ein Impuls zu persönlicher Reflexion über unerschlossene Schichten von Nähe im individuellen Alltag.
Das »Reimlexikon« von Willy Steputat, 1891 erstmals bei Reclam erschienen und seither immer wieder neu bearbeitet, ist das bekannteste Reimlexikon der deutschen Sprache. Rund 30.000 Reimwörter leisten Hilfe beim Verfassen von Gedichten, Reden, Sprüchen, Songs und anderem mehr. Diese Neubearbeitung berücksichtigt - mit über hundert neu aufgenommenen Wörtern - die jüngsten sprachlichen Entwicklungen, vor allem zahlreiche Wörter aus anderen Sprachen, die Eingang ins Deutsche gefunden haben.
»Wir wissen alle, dass es so etwas gibt. Wir wissen auch alle, dass es bei Reclam erschienen ist ... Ein ganzes Buch mit Reimen! Und richtig geordnet, so wie sich das gehört: die auf -afer stehen zusammen und die auf -obeln und die auf -under. Nun, Dichter, auf den Plan!« - Kurt Tucholsky