Der Große Gopnik

Roman
28,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Vom Aufstieg eines kleinen kriminellen russischen Halbstarken ("Gopnik") hinauf in den Kreml. Eine literarische Aufarbeitung der Person Putins.
Einer der bekanntesten russischen Gegenwartsautoren, Viktor Jerofejew, legt einen Putin-Roman vor, obwohl sein Name nie fällt. „Gopnik“ ist im Russischen ein krimineller Halbstarker und Rowdy aus der Unterschicht, der mit Gewalt bis ganz nach oben kommt. Der Roman ist – so die Zusammenfassung des Verlags – eine „literarische Erklärung für das, was heute in Putins Russland passiert“ und eine Art reale und fiktive literarische Autobiografie des Autors selbst. Seine Eltern tauchen aus dem Jenseits auf, Schriftstellerkollegen treffen sich, der kleine nächtliche Stalin spukt durch die Geschichte und schließlich Putin, der mit Gopniks aufwächst und sich entsprechend wild und grob gibt. Wie eine Ganovengeschichte liest sich der Roman. Der Kremlherrscher ist einer der Banditen der Hinterhöfe, der gerade Krieg gegen die Ukraine führt. Der Roman trägt dazu bei, Russland etwas besser zu verstehen. Jerofejew, 1947 in Moskau geboren, litt persönlich unter dem Verbot und der Zensur seiner Texte, er wurde aus dem Schriftstellerverband der UdSSR ausgeschlossen, verließ 2022 Russland mit seiner Familie und lebt heute in Berlin.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Viktor Jerofejews epischer Roman ist ein brillantes Schelmenstück, das vom Aufstieg Putins handelt, der als Großer Gopnik das verkörpert, was eigentlich nicht möglich sein sollte: einen Halbstarken, einen Rowdy, einen Proll, der nicht nur bis in die höchste Machtzentrale vordringt, sondern sich dort auch hält. Das kann sich nur jemand ausgedacht haben! Aber wer? Jemand, der von seiner Mutter für talentlos gehalten wird und dessen Vater wegen der Veröffentlichung eines kritischen Texts seinen Posten als hochrangiger Diplomat verliert, ein Autor, der niemals so radikal wie seine Schwester O. sein wird, die dem postsowjetischen Russland mithilfe der Pornografie den Spiegel vorhält, und der trotzdem mehr als einmal aus dem Schriftstellerverband fliegt und heute im Exil in Deutschland lebt. Und so erzählt Jerofejew die Geschichte des heutigen Russlands aus der Perspektive des Schriftstellers - dem es freisteht, sich durch Zeit und Raum zu bewegen, Figuren auf- und abtreten zu lassen, Dinge dazuzuerfinden und Erlebtes, Gehörtes und Gesehenes als Schwindel zu entlarven. Jerofejew wagt nicht weniger als eine literarische Erklärung für das, was heute passiert: Der Große Gopnik ist eine rasante und ironische, zuweilen auch zynische Bewegung durch Zeit und Raum, in der sich Stalin, Putin und die Eltern des Schriftstellers, seine Schriftstellerkollegen und seine Frauen wie zum Abendessen an einem Tisch wiederfinden, um die eine unlösbare Frage zu stellen: Wie konnte es nur so weit kommen?

Produktsicherheit

Hersteller: MSB Matthes & Seitz Berlin Verlagsgesellschaft mbH
Anschrift: Großbeerenstr. 57A
DE-10965 Berlin
Kontakt: info@matthes-seitz-berlin.de

Personeninformation

Viktor Jerofejew, 1947 in Moskau geboren, wurde weltweit bekannt durch seinen 1989 erschienenen und in 27 Sprachen übersetzten Roman Die Moskauer Schönheit. 1979 wurde er wegen seiner Beteiligung an der Literaturanthologie Metropol mit von der Zensur verbotenen Texten verschiedener Autoren aus dem Schriftstellerverband der UdSSR ausgeschlossen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gab er diesen von ihm als »Röntgenapparat, der die ganze Gesellschaft durchleuchtete« bezeichneten Almanach in einer Reihe neu heraus. Zudem ist er Herausgeber der ersten russischen Nabokov-Ausgabe. Er schreibt regelmäßig für die New York Times Book Review, DIE ZEIT, die FAZ und DIE WELT und gilt als kritischer Intellektueller wie auch als einer der bekanntesten russischen Gegenwartsautoren.

Beate Rausch, 1955 geboren, studierte Slawistik und Germanistik in West-Berlin und Leningrad, arbeitete viele Jahre an Universitäten in Moskau und St. Petersburg. Heute lebt sie in Ulm, St. Petersburg und Triest. Sie übersetzt russische Literatur ins Deutsche, u.a. Viktor Jerofejew, Anton Tschechow, Daniil Charms.

Pressestimmen

»(D)ie Mischung aus Hochpolitischem, Intimem und Surrealem ergibt eine Gemengelage, die natürlich nitcht alle Fragen beantwortet, aber trotzdem ein in der Gegenwartsliteratur beispielloses und streitbares Porträt einer zerrissenen Nation zeichnet.« Markus Kranz Dresdner Kulturmagazin 20240201
Mehr von Jerofejew, Viktor

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.