111 Tage, die die Welt bewegten

18,95 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Schlaglichter auf bedeutende Augenblicke der Weltgeschichte.
Wohl jeder kennt die Bücherserie "111 Orte, die man gesehen haben muss ..." – deren Idee macht sich der Autor zu eigen und überträgt die geografische auf die weltgeschichtliche Zielebene. Ob ihm das gelungen ist? Angesichts so vieler fraglicher Kriterien, nach denen man Großereignisse in der Menschheitsgeschichte definieren und werten kann – noch dazu lediglich auf je einer Seite und reduziert auf einen entscheidenden Tag (!), auf eben die magische Minimalzahl 111? Das ist gewagt, sicher abhängig von subjektiven Auswahlverfahren – sprich Vorlieben des Verfassers. Da fällt dem kritischen Leser gleich auf, dass bei der Selektion, die erst (!) mit dem Mord an Julius Caesar beginnt, die nächsten Schritte mit Siebenmeilenstiefeln gewaltige Lücken überspringen und wesentliche Daten übergehen. So vermisst man alle wesentlichen Wendepunkte in der mittelalterlichen Geschichte, noch mehr während des explosiven Zeitalters der Entdeckungen (15./16. Jh.) – keine einzige heroische Tat mit globaler Fernwirkung kommt zur Sprache (Erfindungen zur Navigation und Geografie, kulturelle Aufbrüche oder Einschnitte wie die Künstler in der Renaissance bzw. im Barock), keine der technologischen Erfindungen des 19./20. Jh. (außer dem Eiffelturm und der DNA-Entschlüsselung!). Viel zu ausführlich und detailverliebt widmet sich der Autor dagegen den zeitgemäßen Bewegungen, deren Wirkung in der Weltgeschichte doch im späteren Rückblick zweifelhaft erscheint (die transsexuelle Revolte, die Prohibition, Jesse Owens vier Goldmedaillen, Notre-Dame in Flammen ...). Die Willkür und die Verdichtung innerhalb der akkurat 111 Tage auf die letzten Jahrzehnte reizt aber unsere geschichtsbewusste Neugier, sich Alternativen vorzustellen. Das verführt jeden Leser zu individuellen Gedankenspielen. Insofern ist dies ein anregendes, kreatives Werk, das ja auch auf andere Wissensgebiete übertragbar ist.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Kurz, knapp, kenntnisreichDiese 111 Tage zeigen, wie Geschichte an entscheidenden Momenten geschrieben wird. Am 21. Mai 1927 überquerte Charles Lindbergh als Erster nonstop den Atlantik. Der Sechstagekrieg im Juni 1967 veränderte die politische Landschaft des Nahen Ostens nachhaltig. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 offenbarte die Risiken der Kernenergie und erschütterte die Welt. Nur wenige Wochen später brachte das Live-Aid-Konzert Millionen Menschen zusammen, um gegen die Hungersnot in Afrika anzukämpfen - ein Moment globaler Solidarität. Diese 111 Tage sind Symbole für Wandel, Risiko und Hoffnung.

Produktsicherheit

Hersteller: Emons
Anschrift: Cäcilienstr. 48 48
DE-50667 Köln
Kontakt: info@emons-verlag.de

Personeninformation

Ralf Nestmeyer ist Historiker und Reisejournalist sowie Autor von zahlreichen Reiseführern, vor allem über französische Regionen, zudem verfasste er ein Buch über französische Mythen. Er ist Gründungsmitglied von PEN Berlin.www.nestmeyer.de
Mehr von Nestmeyer, Ralf

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.