Heim holen

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Buchprofile - Rezension
Eine junge Österreicherin mit donauschwäbischer Herkunft erforscht die Nazi-Vergangenheit ihres Großvaters.
„Heim holen“ von Katherina Braschel ist ein autofiktionaler Roman, der die Nachforschungen einer "Third Generation"-Enkelin über die Nazi-Verstrickungen ihres Opas zum Thema hat. Die Ich-Erzählerin Lina wächst in Salzburg in einer Gemeinschaft von Donauschwaben auf. Feste, Bräuche und Vereine prägen diese Welt ebenso wie die Erzählungen von Vertreibung und Verlust der Heimat. Aufgrund einer Aussage ihrer Mutter erforscht Lina die Vergangenheit ihrer aus Belgrad stammenden Großeltern und entdeckt, dass der Großvater 1941 dort der SS beitrat und an einer Außenstelle des KZ Dachau stationiert war. Schockiert von der Erkenntnis, dass ihr liebevoller Opa womöglich ein Kriegsverbrecher war, beginnt sie, die genauen Details zu recherchieren. Parallel dazu nehmen wir Teil an Linas Alltag, der sich als starker Kontrast zu der düsteren Vergangenheit um Partys, Freunde treffen und Dating Apps dreht. Teilweise wirken die Unterhaltungen über Linas Nachforschungen etwas konstruiert. Dennoch ein lesenswertes Debüt, im Text wird konsequent mit Sonderzeichen gendert, zudem das genderneutrale Pronomens „dey“ verwendet.
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Artikelbeschreibung

Aufgewachsen ist Lina, ein Kind der 1990er, in einer Welt, die aus der Zeit gefallen scheint: in einer donauschwäbischen Gemeinschaft, die sich nach Vertreibung und Flucht in Salzburg angesiedelt und ihr traditionelles Leben nach 1945 dort fortgesetzt hat. Als Lina eines Abends von der SS-Mitgliedschaft ihres Großvaters erfährt, beginnt sie, nach Antworten jenseits der großenOpfererzählung zu suchen. Zerrissen zwischen der Liebe zu ihren verstorbenen Großeltern und ihrer eigenen Politisierung, will sie erstmals das Schweigen brechen. Getragen von ihren engen Freund*innen stellt sich Lina ihrer Familiengeschichte und bricht zu einer Recherche auf, die sie bis nach Belgrad führen wird. Als sie endlich auch die Konfrontation mit ihrer Mutter sucht, wird das zur Zerreißprobe ...

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Personeninformation

Katherina Braschel, geboren 1992 in Salzburg, Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien, lebt und arbeitet als freie Schriftstellerin in Wien. Katherina Braschel ist zudem Kulturveranstalterin, Redaktionsmitglied zweier Literaturzeitschriften und gibt Schreibworkshops. 2024 war sie Writer-in-Residence der Max Kade Foundation an der Bowling Green State University in Ohio (USA). Sie hat zahlreiche Preise und Stipendien erhalten, u. a. den Förderpreis der Rauriser Literaturtage (2019) und den WORTMELDUNGEN-Förderpreis (2019), den Limburg-Preis (2022). 2020 publizierte sie den experimentellen Band "es fehlt viel". "Heim holen" ist ihr erster Roman.
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