Herr Groll und die Donaupiraten

Band 8
Roman
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Buchprofile - Rezension
Am Rand der Gesellschaft stehende Menschen beginnen sich auf gewaltsame Weise von ihren unerträglichen Lebensbedingungen zu befreien.
In den Balkan-Ländern entlang der Donau tut sich Erstaunliches. Behinderte, die bisher unter unmenschlichen Bedingungen in ihren Einrichtungen dahinvegetierten, brechen aus, brennen die Heime nieder, töten zum Teil sogar ihre sog. Betreuer und vereinigen sich mit anderen sozial ausgegrenzten, am Rand der Gesellschaft lebenden Menschen. So entsteht eine Wut-Bewegung, die immer mehr um sich greift und an Zulauf gewinnt. Die Regierungen der betroffenen Länder reagieren darauf mit entsprechender Härte. Groll, selbst Rollstuhlfahrer, soll über diesen Aufstand berichten und trifft in Kroatien auf eine Gruppe Alter und Behinderter, die ein Schiff gekapert haben und auf diese Weise versuchen, ihrem Elend zu entkommen. Ziel ist eine kleine Insel vor der lybischen Küste. Groll schließt sich den als Zirkus getarnten Leuten an, kann durch seine Verbindungen manche Klippen umschiffen und bringt so den "Zirkus" bis in ein liberales und weltoffenes Kulturzentrum in der Steiermark. Von dort gelingt der Gruppe sogar die Reise auf diese wundersame Insel vor Nordafrika. - Was für den Leser anfangs eine abstruse Idee zu sein scheint, wird im Verlauf des Buches immer mehr zu einer eigenartigen Persiflage, in der "Randständige" dorthin zu fliehen versuchen, woher heute die Flüchtlingsströme kommen. Vorwort und Epilog sind zudem eine knallharte Auseinandersetzung mit den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen in der gegenwärtigen Europäischen Union. Ein eigensinniges, vielleicht aufrüttelndes und gerade deshalb empfehlenswertes Buch.
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Artikelbeschreibung

Auf der Donau bei Novisad kollidieren im Morgennebel zwei Schiffe: eine Motorjacht namens Argo, erbaut und gesteuert von ehemaligen Werftarbeitern aus Korneuburg bei Wien und ein unbeleuchteter, antriebsloser Kohlefrachter. Donaupiraten klettern aus dem Frachtraum und kapern die Jacht, die nun stromaufwärts in Fahrt gebracht wird.Zur selben Zeit sind in den östlichen Donaustaaten behinderte Menschen und Flüchtlinge vielfältiger Gewalt ausgesetzt. Die Betroffenen wehren sich, Flüchtlingsquartiere und Behindertenheime gehen in Flammen auf, das Betreuungspersonal wird davongejagt oder umgebracht. Die Regierungen versuchen, den sich rasch ausbreitenden sozialen Flächenbrand totzuschweigen. Als die Kunde vom Aufstand ins Ausland dringt, rücken Armee, Polizei und Bürgerwehren aus. Der Privatermittler und Rollstuhlfahrer Groll stößt auf eine als Zirkus auftretende Gruppe behinderter Menschen. Er versucht, ihre Flucht aus Europa zu organisieren und findet sich als gejagter Krimineller wieder. Die Gruppe wird auf der ungarischen Donau verfolgt und findet schließlich im "Stieglerhaus" in der Weststeiermark Unterschlupf. Dort kommt es zur entscheidenden Schlacht. Grolls langjähriger Freund, der "Dozent", wird vom Strudel der Ereignisse ebenso mitgerissen wie der pensionierte Interpol-Offizier Alphonse Ledwinka. Ein Roman, der politische und gesellschaftliche Entwicklungen verdichtet und erschreckende Dinge über das gegenwärtige Europa erzählt.

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Personeninformation

Erwin Riess, geboren 1957 in Wien, aufgewachsen in Krems/Donau. Schreibt Theaterstücke, erzählende (Geschichten vom Herrn Groll) und essayistische Prosa in Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland und Österreich. Er lebt in Wien-Floridsdorf und Pörtschach-Pritschitz.
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