Der Uhrmacher in der Filigree Street

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Buchprofile - Rezension
Die Begegnung mit einem mysteriösen japanischen Uhrmacher verändert das geruhsame Leben eines kleinen Angestellten im viktorianischen England.
Thaniel Steepleton führt im London des Jahres 1883 ein unaufgeregtes Leben. Das ändert sich, als der im Innenministerium arbeitende Telegrafist eine mysteriöse Taschenuhr in seiner Wohnung findet, die ihn Monate später rechtzeitig vor einem Bombenanschlag auf das Gebäude von Scotland Yard warnt. Thaniel, der zunächst selbst als Bombenbauer in Verdacht gerät, erhält den Auftrag, den undurchsichtigen Japaner Keito Mori auszuspähen, der in seiner Uhrmacherwerkstatt in der Filigreestreet nicht nur Uhren, sondern auch allerlei mechanische Wunderwerke baut und über die Gabe der Hellseherei zu verfügen scheint. Thaniel, der inzwischen die widerborstige Grace geheiratet hat, um ihr so die Möglichkeit zu geben, im viktorianischen England als Wissenschaftlerin arbeiten zu können, ist zunehmend fasziniert vom unergründlichen Charakter des Uhrmachers und den vielen Einblicken in die japanische Kultur, die Mori ihm ermöglicht und sucht immer mehr seine Nähe. - Der ungewöhnliche Roman beginnt als eine gelungene Mischung aus Kriminalgeschichte und historischer Erzählung in einem atmosphärisch dicht beschriebenen viktorianisch-japanischen Setting mit gut dosierten fantastischen Steampunk-Elementen. Wer allerdings einen spannenden Krimi erwartet hat, wird von der Geschichte sicher enttäuscht sein. Der vielschichtige, mit seinen unübersichtlichen Wendungen und nicht immer nachvollziehbaren Handlungen nicht leicht konsumierbare Roman erzählt facettenreich von der Freundschaft zwischen zwei Männern, die trotz aller Unterschiede zunehmend voneinander fasziniert sind. Die anderen Charaktere bleiben eher blass, der zu Beginn durchaus vorhandene Spannungsbogen wird nicht abgeschlossen. Wer sich von der Liebe der Autorin für Geheimnisse, mysteriöse Begebenheiten und fantastische Elemente anstecken lässt, wird an diesem etwas anderen und sehr erfindungsreichen Roman, von dem es in England bereits zwei Folgebände gibt, seine Freude haben.
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Artikelbeschreibung

»Ein großartiges Lesevergnügen. Stark, voller Energie!« The New York Times

Platz 1 der Phantastik-Bestenliste!

Sein Leben lief ab gleich einem Uhrwerk. Bis er dem Uhrmacher begegnete. »Der Uhrmacher in der Filigree Street« erzählt eine mitreißende, phantastische Geschichte um eine rätselhafte Uhr und einen ebenso spektakulären wie unmöglich aufzuklärenden Bombenanschlag auf Scotland Yard. Das Buch nimmt die Lesenden mit auf eine Reise durch das viktorianische England und das Japan des 19. Jahrhunderts und es eröffnet Türen in eine ganz andere, seltsame und magische Vergangenheit. London, Oktober 1883. Eines Abends kehrt Thaniel Steepleton, ein einfacher Angestellter im Innenministerium, in seine winzige Londoner Mietwohnung heim. Da findet er auf seinem Kopfkissen eine goldene Taschenuhr. Es ist ihm ein Rätsel, was es mit ihr auf sich hat. Sechs Monate später explodiert im Gebäude von Scotland Yard eine Bombe. Steepleton wurde gerade rechtzeitig gewarnt, weil seine Uhr ein Alarmsignal gab. Nun macht er sich auf die Suche nach dem Uhrmacher und findet Keita Mori, einen freundlichen, aber einsamen Mann aus Japan. So harmlos Mori auch scheint, eine Kette von unheimlichen Ereignissen deutet schon bald darauf hin, dass er etwas zu verbergen hat...

»Bezaubernd! Inmitten dieser Thriller-ähnlichen Handlung wirft Pulley nachdenklich stimmende Fragen über den freien Willen, das Schicksal und die Identität auf - eine reichhaltige Mischung aus historischer Fantasie, Philosophie und großen Emotionen.« The Washington Post

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Personeninformation

Natasha Pulley studierte in Oxford Englische Literatur. Nach Stationen im Buchhandel und bei der Cambridge University Press in den Bereichen Astronomie und Mathematik setzte sie ihre Studien in Tokyo fort. Sie erhielt ein Stipendium der Gladstone's Library als Writer in Residence. Gegenwärtig hat sie Lehraufträge an den Universitäten von Bath und Cambridge. Ihr Debüt Der Uhrmacher in der Filigree Street gewann den Betty Trask Award und wurde ein internationale Bestseller. Zuletzt erschien in der Hobbit Presse ihr Roman Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit.

Jochen Schwarzer, geboren 1967 in Nienburg/Weser, hat unter anderem Werke von Stephen King, Natasha Pulley, Patrick Rothfuss und Hunter S. Thompson ins Deutsche übersetzt.

Pressestimmen

»Ein Uhrwerk, und sei es noch so ausgetüftelt, wird erst vollkommen durch das, was sich nicht planen lässt. Das gilt gerade für die Mechanik von Androiden, die diesen Namen verdienen. Und, wie Pulley vorführt, noch mehr für den Roman.« Tilman Spreckelsen, FAZ, 30. Dezember 2021 Tilman Spreckelsen FAZ 20211230
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