Was wissen sie vom Freisein

Roman
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Buchprofile - Rezension
Eine 16-jährige Sizilianerin wagt es im Jahr 1960, eine Vergewaltigung anzuzeigen.
1960 lebten ländliche Sizilianer in der "guten, alten" Zeit, mit einer fast noch archaisch zu nennenden Gesellschaftsordnung. Welche Zwänge dies für ein Mädchen bedeutet, das sich zur jungen Frau entwickelt, erfährt Oliva sehr deutlich. Sie muss die Höhere Schule verlassen, darf nicht lächeln und muss die Freiheit des Kindseins hinter sich lassen. Treibende Kraft ist dabei ihre Mutter, die sich als Kalabresin erst ihre Stellung im Dorf durch Wohlverhalten verdienen musste. Ziel all dessen ist eine möglichst vorteilhafte Verheiratung. Oliva wagt es, einen Verehrer abzuweisen, der sie als Rache entführen lässt und vergewaltigt. Die "Schande" (für die Frau) kann durch eine Eheschließung getilgt werden. Die Familien wollen schon vermitteln, da wagt es Oliva, den Verehrer anzuzeigen. Ein für sie entwürdigendes Gerichtsverfahren folgt. Letztlich verlässt ihre Familie den Ort; Oliva setzt ihre Ausbildung zur Lehrerin fort. Nach 20 Jahren gibt es ein Familientreffen im Herkunftsort, wohin Oliva als Lehrerin zurückgekehrt war. Zwischenzeitlich hat Italien die Ehescheidung eingeführt und die rehabilitierende Eheschließung nach einer Vergewaltigung abgeschafft. – Die Autorin hält konsequent die Perspektive der jungen Frau durch. Umso krasser wirken die Episoden auf uns Heutige. Subtil beschreibt sie im Fortgang des Romans den Sinneswandel der Mutter, der Oliva anfangs verblüfft. Als Kontrapunkt zu Oliva angelegt ist die gleichaltrige Liliana, deren Vater, ein Kommunist, Gesprächsrunden zu gesellschaftlichen Fragen leitet. Sie erreicht auch ihr Lebensziel, Abgeordnete im Parlament zu werden. Das Buch trägt zum Verständnis gerade bei jüngeren Lesenden bei, wie kurz nur die Zeiträume sind, in denen sich Europa aus patriarchalischen Strukturen löste.
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Artikelbeschreibung

Ein Mädchen voller Mut und Hoffnung. Eine Frau, die den Zeiten trotzt.

Sizilien, 1960. Als Mädchen darf Oliva mit ihrer Steinschleuder auf Jungs zielen. Sie darf mit ihrem Bruder Cosimino über die Straße zum Dorf rennen und verschwitzt und mit dreckigen Knien nach Hause kommen. Doch je älter Oliva wird, desto mehr verändert sich ihre Welt. Aus dem Mädchen wird eine junge Frau, und Frauen sind wie eine Vase, behauptet ihre Mutter. Wer sie zerbricht, der nimmt sie. Was das bedeutet, muss Oliva schließlich am eigenen Leib erfahren. Als das stillschweigende System der Frauenunterdrückung, in dem sie lebt, sie dazu zwingt, den Mann zu heiraten, der sie missbraucht hat, muss sie sich entscheiden: Ist Oliva bereit, den Preis für ihre Rebellion zu zahlen? Viola Ardone beschwört auf wunderbare Weise ein Land und seine Menschen, Bräuche und Leidenschaften herauf und haucht einem unvergesslichen Mädchen in all ihrer Intensität, Verzweiflung und Tapferkeit Leben ein. Ein Roman, der zwischen Unbeschwertheit und Tragik wechselt - kraftvoll, fesselnd und befreiend.

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Pressestimmen

»Kraftvoll und fesselnd erzählt Viola Ardone über den Mut des Aufbegehrens und den Gewinn der eigenen Freiheit.« marie claire
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