Die Liebe kommt immer zu spät

Drei Reisen
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Buchprofile - Rezension
Literarische Erkundungen an den Rändern Europas.
Es sind nicht die angesagten Reiseziele, die Marl-Markus Gauß aufsucht und in seinen feinen literarischen Reportagen und Essays beschreibt. Seine Reiserouten führen ihn vielmehr an Orte historischer Brüche in Mittel- und Südosteuropa und durch die Landschaften in den Grenzregionen, die häufig durch das multikulturelle Zusammenleben von Minderheiten geprägt wurden. Der Handschriftenlesesaal in der Nationalbibliothek von Ljubljana. Die steinerne Brücke in Mostar. Das Hotel Central und das Stadtviertel Marindvor in Sarajevo. Der Schanigarten in der Taverne in Bruck an der Mur. In seinen aktuellen Reiseberichten durch Slowenien, Bosnien und die Obersteiermark folgt Gauß den Biografien besonderer, in Westeuropa unbekannter Persönlichkeiten wie der im slowenischen Celje geborenen Schriftstellerin Alma M. Karlin oder den Spuren verdrängter Ereignisse wie dem im April 1945 durch die Waffen-SS verübten Massaker an griechischen Widerstandskämpfern am Stadtrand von Krems. Mit seinem enormen geschichtlichen Wissen und einem emphatischen Blick erkundet Gauß Orte, die als Symbole für das Vergessene oder das Übersehene stehen. Sein Interesse – und die zu spät gekommene Liebe – gilt all den Gegenden, in denen die kulturelle Vielfalt und mehrsprachige Nachbarschaften durch die Gewaltgeschichte des 20. Jh. im Namen des Nationalsozialismus oder des Kommunismus beinahe ausgelöscht wurden. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die ihr Reise- und Wissenshorizont erweitern wollen.
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Artikelbeschreibung

Mit dem vielseitigen Kartografen Karl-Markus Gauß auf Reisen zu den Rändern Europas. »Dieser Autor zählt zu den herausragendsten unserer Gegenwart.« Katja GasserKarl-Markus Gauß, der literarische Kartograf der europäischen Ränder, ist wieder auf Reisen gegangen. In Bosnien sucht er nach den Spuren einer multikulturellen Welt und findet sie bei seinem verstorbenen Freund Dzevad Karahasan. In Slowenien folgt er den Lebenswegen zweier tapferer Frauen, einer legendären Anwältin, die sich die Freiheit nahm, bald als Frau, bald als Mann zu leben, und einer kleinwüchsigen Schriftstellerin, deren Bücher auf der ganzen Welt gelesen wurden und die in der Stadt, die sie jetzt feiert, völlig verarmt gestorben ist. Und warum das obersteirische Bruck an der Mur und Beloiannisz in der ungarischen Puszta eigentlich auf dem Peloponnes liegen und Österreich auch eine griechische Geschichte hat, ist aus der dritten Reiseerzählung zu erfahren.

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Personeninformation

Karl-Markus Gauß, geboren 1954 in Salzburg, wo er auch heute lebt. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt und oftmals ausgezeichnet, darunter mit dem Prix Charles Veillon (1997), dem Johann-Heinrich-Merck-Preis (2010) und dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung (2022). Bei Zsolnay erschienen zuletzt »Die Jahreszeiten der Ewigkeit« (2022), »Schiff aus Stein« (2024) und »Die Liebe kommt immer zu spät« (2026).

Pressestimmen

»Sucht man nach einem Cicerone in Sachen osteuropäischer Kultur, Literatur und Geschichte, führt kein Weg am Österreicher Karl-Markus Gauss vorbei. ... Präzis und spannend erzählt, mit Detailkenntnis und wiederholten Exkursen in die Welt der Literatur.« Ilma Rakusa, NZZ, 12.05.26 »Gauß verknüpft Beobachtung mit historischem Wissen, ohne das eine dem anderen unterzuordnen. Seine Prosa ist von einer Klarheit, die auch komplexe Zusammenhänge zugänglich macht, ohne sie zu vereinfachen.« Joachim Leitner, Tiroler Tageszeitung, 04.05.26 »Es gibt Autoren, in deren Texte man sich einfach wohlfühlt. Man richtet sich in ihren Büchern häuslich ein, fühlt sich angesprochen durch die Vertrautheit der Sprache, angeregt durch die Originalität der Ideen, berührt und bewegt durch die angestimmten Emotionen. Karl-Markus Gauß ist so ein Autor, dessen Weltsicht und Weltweisheit sich nie aufplustert, sondern eher bescheiden, zurückhaltend daherkommt. Und gerade deshalb umso mehr fesselt.« Frank Pommer, Die Rheinpfalz, 26.03.26 »'Die Liebe kommt immer zu spät' zeigt Karl-Markus Gauß auf der Höhe seines Könnens - aufklärerisch und unterhaltsam stets die Schönheit der Komplexität im Blick.« Katja Gasser, ORF, 24.03.26 »Klarsichtig und berührend.« Cornelius Hell, Presse Spectrum, 21.03.26 »Ein besonders zärtliches und poetisches Buch.« Stephanie Panzenböck, Falter, 18.03.26 »Gauß' essayistische Reiseberichte zeigen, wie alles mit allem zusammenhängt: Menschen, Orte und Geschichte. Es sind Bücher, die den eigenen Horizont immer wieder aufs Neue erweitern - sogar auf einer Liege am Hotelpool.« Björn Gauges, Gießener Anzeiger, 12.03.26 »Auch in seinem jüngsten Buch präsentiert sich Karl-Markus Gauß, einer der großen Stilisten der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, als geschichtsbewusster Kosmopolit, der gerade im Zeitalter entfesselter Egozentrik an den Idealen einer humanen Gesellschaft festhält.« Günter Kaindlstorfer, Ö1 ex libris, 01.03.26 »Die richtigen Fragen so zu stellen und danach offen zu lassen, dass eine Geschichte lange nachhält, das beherrschen nur wenige Erzähler so formvollendet wie Karl-Markus Gauß.« Georg Renöckl, Ö1 Kontext, 27.02.26 »Gauß ist vielleicht der genaueste Beobachter jener Bruchstellen, an denen sich etwas vom Wesen eines Ortes offenbart. Er ist ein minutiöser Historiograf des fast schon Verschollenen, das gerade noch erfahrbar ist. Weder tritt er dabei als Nostalgiker noch als Melancholiker auf, sondern als kritischer Geist. Das kommt seinen eleganten Texten ungemein zu Gute ... Man kann bei ihm viel lernen, nämlich, wie man neugierig bleibt, touristisch ausgetretene Pfade meidet, um sich einmal nicht selbst zu finden und zu spiegeln, sondern die Sonderheit der Welt zu entdecken.« Ulrich Rüdenauer, Deutschlandfunk Büchermarkt, 24.02.26 »Ein wunderbarer Erzähler mit großer Empathie.« Gerhard Zeillinger, Standard, 21.02.26 »Ein kluges und wichtiges Buch. Glücklich ist, wem die Lektüre noch bevorsteht.« Peter Grubmüller, Oberösterreichische Nachrichten, 17.02.26 »Funkelnden Essayreportagen! Europäische Zeitgeschichte, wie nur Gauß sie aufspüren und reflektieren kann. Ein Buch, das die Werte der Humanität hochhält.« Günter Kaindlstorfer, Ö1, 16.02.26
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