Der Schnee war schmutzig

Eine düstere Graphic-Novel-Adaption von Simenons existentialistischem Noir-Krimi über Schuld, Verrat und menschliche Abgründe
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Buchprofile - Rezension
Studie eines zynischen jungen Verbrechers in einem Unrechtsstaat – Comicadaption nach Georges Simenon.
In einem namenlosen, besetzten Land wächst Frank Friedmaier als Sohn einer Bordellbesitzerin auf. Der verwöhnte 18-Jährige reizt seine Grenzen mit Verbrechen und Gewalttätigkeiten immer weiter aus. Eher aus Langeweile tötet er einen Offizier und aus Habgier eine alte Frau. Zudem verrät Frank die in ihn verliebte Tochter eines Untermieters. Auf seine Taten reagiert er nur mit Gleichgültigkeit. Georges Simenon bezeichnete diesen existenzialistischen Roman als sein bestes Werk, das 1953 mit Daniel Gélin verfilmt wurde. Autor Jean-Luc Fromental, der ebenfalls die Simenon-Comicbiografie „Warten auf Maigret“ schuf, sieht den Kreuzweg des rücksichtslosen Protagonisten durch den Tod von Simenons Bruders in Indochina ausgelöst. Rückblenden in Franks Kindheit verweisen auf eine schockierende Begegnung mit einer leidenden Katze und die Abwesenheit des Vaters. Die wenig sympathischen Charaktere legte Zeichner Yslaire zwischen Realismus und Karikatur in monochromer Farbgebung vor dem Hintergrund eines Unrechtsstaats an. Ein ausführliches Nachwort informiert über die Entstehungsgeschichte des Romans. Ein lesenswertes, dicht erzähltes Werk für größere Bestände.
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Artikelbeschreibung

Frank Friedmaier wächst im Bordell seiner Mutter auf. Aus Langeweile wird er zum Mörder und verrät die Frau, die ihn liebt. Doch sein Handeln hat Folgen. In einer namenlosen, besetzten Stadt erzählt Simenon eine düstere Geschichte von Schuld und Verlorenheit. Zeichner Yslaire setzt den existenzialistischen Noir-Krimi eindrucksvoll in Szene - mit intensiven Farben und bedrückender Atmosphäre.

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Personeninformation

Georges Joseph Christian Simenon, geboren am 12. Februar 1903 in Lüttich und gestorben am 4. September 1989 in Lausanne, war ein berühmter belgischer Schriftsteller. Bekanntheit erlangte er insbesondere als Autor von insgesamt 75 Kriminalromanen um Kommissar Maigret. Er verfasste über 100 weitere Romane und 150 Erzählungen sowie knapp 200 Groschenromane und mehr als 1000 Kurzgeschichten unter verschiedenen Pseudonymen.

wurde 1950 in Tunis geboren. Er ist Journalist und Drehbuchautor und hat sowohl Romane als auch Kinderbücher geschrieben. Bei CARLSEN ist zuletzt »Oups!« und das Pop-up-Buch »10 kleine Pinguine« erschienen.

Yslaire, bürgerlich Bernard Hislaire, wurde 1957 geboren. Er gehörte zu einer Gruppe junger Zeichner und Szenaristen, die in den siebziger Jahren in "Spirou" debütierten und sich bewusst an den Konzepten der ersten, sehr erfolgreichen Zeichnergeneration dieses Magazins um André Franquin, Morris und Peyo orientierten. Seit seinem achten Lebensjahr hatte Hislaire Zeichenunterricht genommen, später studierte er am Brüsseler Institut Saint-Luc Grafik, Malerei und Fotografie, und mit siebzehn Jahren schließlich sah Hislaire seine erste Seite in "Spirou" gedruckt. Nach zwei kurzlebigen Serien gelang ihm 1978 mit "Bidouille et Violette" ein erster großer Wurf. Als er danach mit dem Projekt einer realistischen Liebesgeschichte an die "Spirou"-Redaktion herantrat, wurde ihm mitgeteilt, dass diese nicht in das Konzept des Jugendmagazins passen würde. Also wechselte Hislaire das Magazin (er ging zu "Circus") und den Namen (er signierte nun mit Yslaire). Die Serie, die 1985 in "Circus" anlief, war "Sambre", anfänglich nach einem Szenario von Balac (das ist Yann Le Pennetier), ab Band 2 von Yslaire selbst geschrieben. Sie gilt heute als eine der herausragenden Schöpfungen des frankobelgischen Comics der letzten Jahre.

Pressestimmen

"Ein gezeichnetes Meisterwerk" Oliver Hahn maigret.de 20260207

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