Herbstkind

Roman
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Nachdruck. Folgt laut Verlag/Lieferant: 06.08.2018
Buchprofile - Rezension
Eine indonesische Künstlerin, die in Berlin lebt, gerät in Schwierigkeiten wegen ihrer provozierenden Skulpturen.
Die indonesische Künstlerin Siri erfährt im Herbst vor ihrem fünfzigsten Geburtstag, dass der Mann, den sie bisher für ihren Vater gehalten hatte, nicht ihr leiblicher Vater ist. Dieser ist als Kommunist und politischer Gefangener in einem Straflager gestorben. Bisher hat der Herbst für Siri Glück bedeutet, doch nun traumatisiert sie die Erkenntnis, dass sie zwei Väter hat, so sehr, dass sie nach Berlin flieht, um ein neues Leben zu beginnen. Ihre Kunstobjekte provozieren, sie zeigt pornografische und blasphemische Arbeiten, riesige Skulpturen, in denen sie sich kritisch mit Männer- und Frauenkörpern auseinandersetzt und die Frage aufwirft, was eine Frau zur Frau und einen Mann zum Mann macht. In Berlin erhält sie die Chance einer Ausstellung und verliebt sich. Dann passiert eine Katastrophe: Ihre Stieftochter in Jakarta wird schwanger vom verheirateten Bruder ihrer ehemals besten Freundin Dara und wird von radikalen Muslimen erpresst, auch wegen Siris Kunst, die den aktuellen indonesischen Machthabern ein Dorn im Auge ist. Siri muss ihre Ausstellung absagen, um ihre Familie zu retten. - Der Roman ist die Fortsetzung des preisgekrönten "Alle Farben rot" (BP/mp 15/928), in dem das Leben und die große Liebe von Siris Mutter Thema war. Er gibt einen Einblick in die politische Situation Indonesiens, ist aber in erster Linie ein Künstlerroman: die Szene in Berlin wird detailliert geschildert, ebenso die Diskussionen der Künstler und Galeristen über ihre Werke. Ein anspruchsvolles Buch vor allem für kunstinteressierte Leser. (Übers.: Corinna Rodewald)
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Artikelbeschreibung

Eine Frau zwischen Tradition und Moderne, Jakarta und Berlin, der Last der Erinnerung und dem Abenteuer der Gegenwart

Alles, was in ihrem Leben gut ist, kam für Siri immer im Herbst - beruflicher Erfolg als Künstlerin, der Beginn einer neuen Liebe -, doch auf einmal hält der Herbst etwas anderes für sie bereit. Sie erfährt von ihrer Mutter Amba, dass der Mann, den sie für ihren Vater gehalten hat, nicht ihr leiblicher Vater ist. Diese Nachricht erreicht sie kurz vor ihrem fünfzigsten Geburtstag und gerade als es ihr schien, als sei sie angekommen in ihrem Leben als Wanderin zwischen den Welten mit Wurzeln in Indonesien. Um ihr Gleichgewicht wiederzufinden, zieht sie nach Berlin, eine Stadt so vernarbt und widersprüchlich wie sie selbst, und eine Stadt, mit der ihre beiden Väter viel verband.

Ein Roman darüber, was es heißt, sich mit allen Facetten seiner Identität auseinandersetzen zu müssen, und wie die Geheimnisse von früher die Zukunft prägen.

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Personeninformation

Pamuntjak, LaksmiLaksmi Pamuntjak ist eine indonesische Essayistin, Lyrikerin und Journalistin, sie veröffentlicht u. a. im indonesischen Monatsmagazin Tempo und in The Guardian. Ihr Roman »Alle Farben Rot« stand auf der Weltempfänger-Bestenliste und wurde 2016 mit dem Liberaturpreis der LitProm ausgezeichnet. Sie lebt in Jakarta.
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