Bewerbungen um einen Job als Mensch

Ein Depressionstagebuch
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Buchprofile - Rezension
Ehrliches Tagebuch eines Depressionskranken.
Der Autor hat außer Gedichten und Erzählungen bereits ein Buch über seine Depressionserkrankung veröffentlicht (BP/mp 20/727). Während einer weiteren depressiven Episode begann er ein Tagebuch zu schreiben, das – zunächst tagesaktuell auf Instagram veröffentlicht – nun als Buch erschienen ist. Er berichtet sehr offen darüber, wie sein Alltagsleben mit zwei Söhnen, die er zeitweise betreut, Beruf, einer Beziehung und eben der Erkrankung läuft und mal stärker mal weniger von depressiven Schüben und Erschöpfungszuständen torpediert wird, ein gelebter Ausnahmezustand. Der Buchtitel nimmt Bezug auf sein früheres Buch, in dem Maack schrieb, er bewerbe sich um einen Job als Kranker, obwohl er wisse, er habe ihn nicht verdient. Im aktuellen Tagebuch schreibt er als ins Leben zurück Entlassener, der versucht, es seinen Kräften entsprechend gut zu gestalten. Ängste, Scheitern, Rückfälle in früheren Selbsthass und ein weiterer Klinikaufenthalt sind Thema, aber auch neue Strategien, die Untiefen der Krankheit zu überbrücken. Und natürlich hinterfragt Maack auch immer wieder, ob diese Texte wirklich an die Öffentlichkeit gehen sollen. Für seine Selbstbeobachtung entwickelt der Autor eine oft unkonventionelle Sprache. Denn das Ringen darum, seine Erkrankung, seine Wünsche und die Anforderungen des täglichen Lebens zu einem für ihn und seine Familie lebbaren Ganzen zu fügen sprengt die Kategorien des Gewohnten. Man mag die Neuschöpfungen und wortspielerischen Umbenennungen manchmal anstrengend finden oder aber als erfrischend, kreativ und der Ausnahmesituation angemessen lesen. Nach aktuellen Zahlen haben rund 12 % der Deutschen die Diagnose „Depression“ gestellt bekommen. Für sie und alle, die in Zukunft erkranken, bietet das Buch einen unglaublich ehrlichen und persönlichen Einblick. Daher kann es kein Ratgeberbuch sein, aber ein sehr wichtiger Begleiter und ein Vermittler zwischen Betroffenen und Menschen, die verstehen möchten, wie sich ein Leben mit Depressionen anfühlt.
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Artikelbeschreibung

Benjamin Maack erzählt in Bewerbungen um einen Job als Mensch von seinem Alltag mit Depressionen, davon, wie verwirrend und schwer es ist, mit der Krankheit zu leben und zu lieben, die Kinder, seine Freundin, sich selbst. Und wie es trotzdem immer wieder gelingt. Ein entwaffnend ehrliches und direktes und manchmal auch lustiges Depressionstagebuch.Als Benjamin Maack im Frühjahr 2025 wieder eine depressive Episode erlebt, führt er auf Instagram ein Tagebuch. Er tippt es in sein Telefon, auf dem Sofa, in Wartezimmern von Ärztinnen und Ärzten, bevor er seine Kinder von der Schule abholt. Er erzählt von sich, seinen Gedanken und Gefühlen, seiner Familie. Schreibend reflektiert er seinen Alltag, eröffnet einen Raum, in dem die Menschen nah an sein Leben herankommen und in dem auch er eine Verbindung zu anderen findet. In den Kommentaren und persönlichen Nachrichten schreiben ihm fast täglich Leserinnen und Leser: dass sie sich durch sein Tagebuch weniger allein fühlen, dass die Einträge ihnen Hoffnung und Trost schenken, sie zu Tränen rühren, aber auch lachen lassen.

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Pressestimmen

»Die beiden Gefahren, die sich bei [autobiographischen Büchern über psychische Erkrankungen] auftun, umschifft Maack geschickt: Kein pures Selbstmitleid oder die Erfolgsgeschichte seiner Heilung, wie sie die sogenannte 'positiven Psychologie' erzählt. ... Dem hält Maack eine Biografie entgegen, die von Brüchen gezeichnet ist.« Teresa Heinrich SWR 20260428
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