Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein

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Buchprofile - Rezension
Sehr bewegende autobiografische Darstellung des täglichen Lebens eines Depressionskranken.
Autor Benjamin Maack leidet unter heftigen Depressionen. Immer wieder erlebt er Schübe, die sein und das Alltagsleben seiner Familie massiv beeinträchtigen. Was als Tagebuchnotizen begann, führte zu diesem Buch, mit dem der Autor anderen, von Depressionen geplagten Menschen und ihren Angehörigen Mut machen möchte. Mut, durchzuhalten, mit der Situation zurechtzukommen. Maack schreibt ehrlich, schonungslos, sehr berührend, dabei bei aller Drastik in der Darstellung durchaus literarisch, und vielleicht ist gerade deshalb das Buch - trotz des ernsten Themas - so kraftvoll, Mut machend, letzten Endes irgendwo auch positiv, weil lebensbejahend. Zur Anschaffung sehr zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

'Bin ich jetzt ein Leben müde?', fragt Benjamin Maack, als er mit seinem großen, schwarzen Rollkoffer vor der Psychiatrie steht. Vier Jahre zuvor hatte er sich schon einmal eingewiesen, nach einem Nervenzusammenbruch - die Diagnose: Depression. Jetzt ist er wieder hier und berichtet von den letzten Nächten, die er nicht mehr im Ehebett, sondern auf dem Sofa verbringt, schlaflos, nervös, in Panik. Und dem Alltag in der Klinik, wie er mit den Mitpatienten 'Alarm für Cobra 11' schaut oder im großen Aufenthaltsraum Delfine im Mondlicht puzzelt. Wie ihm statt Frau und Kindern die Pfleger zum 40. Geburtstag gratulieren und wie er in der Kreativwerkstatt lernt, zu sticken. Er erzählt von Medikamenten, ihren Nebenwirkungen, von Selbstmordgedanken und jenem Abend, an dem auch starke Beruhigungsmittel nicht mehr helfen und er auf 'die Geschlossene hinter der Geschlossenen' verlegt wird - ständig schwankend zwischen Hoffnung und tiefer Verzweiflung.Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein ist ein entwaffnend ehrliches Zeugnis vom Leben mit Depressionen. Benjamin Maack ringt der unbarmherzigen Krankheit tragikomische Momente ab und erzählt von ihr in so berührenden wie klaren Bildern. Seine Geschichte ist aber nicht nur Psychiatrie- und Krankenbericht, sondern auch Familiendrama und die Erzählung eines persönlichen Schicksals. Ein schonungsloses, literarisch kraftvolles Buch.

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Pressestimmen

»... Maacks Introspektion ergeht sich keineswegs in einer bloß elegischen Auflistung von Symptomen, Ängsten und Identitätseruptionen. Ihm gelingt es, eine dichte Formsprache für das Formlose und Chaotische zu finden.« Björn Hayer DIE ZEIT 20200310
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