Der dunkle Sommer

Nur einer weiß, was in jener Nacht geschah. | Thriller
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Buchprofile - Rezension
Ein atmosphärischer Thriller mit Tiefgang, der frauenfeindliche kulturelle Traditionen entlarvt.
Es ist ein besonders heißer Sommer, der sich über das menschenleere sardinische Geisterdorf Botigalli legt. Hier hat die Architektin Tilda ein Haus mit einer düsteren Geschichte erworben – vor mehr als 30 Jahren kamen hier während einer Hochzeitsfeier die meisten Dorfbewohner gewaltsam ums Leben. – In ihrem dritten Thriller greift Vera Buck auf ein Erzählmuster zurück, bei dem die einzelnen Kapitel aus der Perspektive wechselnder ProtagonistInnen erzählt werden. Neben Tilda, die auf Sardinien einen Neuanfang und innere Ruhe sucht, sind es der Journalist Enzo, der seit Jahren zu den Vorkommnissen im Dorf recherchiert, sowie die junge Franca, die in den 1980er Jahren in Botigalli aufwächst und die, noch nicht volljährig, auf Druck der Familie mit Tomaso zwangsverheiratet wird. – In dem Text zeigt die Autorin die zerstörerische, ja mörderische Wirkungskraft von patriarchalischen Traditionen und gesellschaftlichen Normen auf, die die Familienehre an die Keuschheit der heranwachsenden Töchter knüpfen. So hat in Italien bis in die 1980er Jahre der Strafgesetzbuch-Artikel 544 über die "Wiedergutmachungsehe" (matrimonio riparatore) all die Männer rehabilitiert, die die von ihnen vergewaltigten oder sexuell missbrauchten Frauen heirateten. Die Thriller-Lektüre werden daher alle LeserInnen genießen, die mehr als nur den genretypischen Spannungsbogen und einen mysteriösen Handlungsschauplatz suchen.
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Die Hamburger Architektin Tilda wagt nach einem verheerenden Unfall auf einer ihrer Baustellen einen Neuanfang und zieht nach Sardinien. Dort kauft sie für einen Euro ein heruntergekommenes Haus in einem verlassenen Bergdorf, das sie mit ihren eigenen Händen renovieren will. Die Alpträume, die sie Nacht für Nacht heimsuchen, haben ihre Ursache nicht nur in dem, was in Hamburg passierte, sondern werden auch von unheimlichen Begebenheiten in dem scheinbar menschenleeren Dorf begünstigt. Tildas Stimme ist nicht die Einzige, die diese Story erzählt. Francesca ist tief im Dorf verwurzelt, ihre Geschichte beginnt im heißen Sommer 1982, als Italien Fußballweltmeister wurde und auf Sardinien Kindesentführungen an der Tagesordnung waren. Enzo, ein Journalist aus Cagliari, will einen alten Fall aus diesem Jahr aufklären, in den er persönlich involviert ist. Ein brandheißer Sommer auf einer Insel, die für die einen ein Traumziel für andere jedoch Keimzelle einer dunklen, kollektiven Schuld ist. Und mittendrin Tilda, die nicht ahnt, wie sehr sie das alles betrifft. Der dunkle Sommer“ von Vera Buck ist einer der besten Krimis, die ich 2025 gelesen habe - hochspannend und mysteriös.  

Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Ein Haus in einem alten Geisterdorf in Italien, ein Traum, der zum Albtraum wird ...

Ein Haus in Italien für einen Euro: Für die deutsche Architektin Tilda ist die verfallene Villa auf Sardinien ein Glücksgriff. Sie will alle Brücken hinter sich abbrechen und stürzt sich in die Renovierung. Doch die vermeintliche Idylle des verwinkelten Ortes trügt. Ist das Geisterdorf wirklich so verlassen, wie es den Anschein hat? Sonntags läuten die Glocken, und Unbekannte behaupten, ein Fluch liege auf Tildas Haus. Zusammen mit dem Journalisten Enzo, der die Geschichte des Dorfes erforscht, versucht Tilda herauszufinden, was hier geschehen ist. Doch der einzige Bewohner, der mehr weiß, ist der alte Silvio. Und der schweigt beharrlich. Als plötzlich Tildas jüngerer Bruder Nino vor ihrer Tür steht, lässt Tilda ihn zähneknirschend bei sich unterkommen. Er bringt Erinnerungen mit, die sie dringend vergessen will. Dann verschwindet Nino auf mysteriöse Weise. Getrieben von der verzweifelten Suche nach ihm offenbart sich Tilda und Enzo im schroffen Hinterland der Insel eine Wahrheit, die düsterer ist als jede Geistergeschichte - und die eng mit Tildas eigener Vergangenheit verwoben scheint.

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Personeninformation

Vera Buck, geboren in Nordrhein-Westfalen, hat Journalistik, Europäische Literaturwissenschaft und Drehbuchschreiben quer durch Europa und auf Hawaii studiert. Für ihr Schreiben erhielt sie Stipendien und Auszeichnungen im In- und Ausland. Sowohl ihr Debütroman «Runa» als auch ihr erster Thriller «Wolfskinder» erhielten eine Nominierung für den renommierten Friedrich-Glauser-Preis. «Das Baumhaus» schaffte es auf die Bestsellerliste und war für den Crime Cologne nominiert. Heute lebt die Autorin in der Schweiz, wo sie bei mitunter halsbrecherischen Touren Inspiration für ihre Thriller findet.

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