Saul

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Buchprofile - Rezension
Theaterstück über das Schicksal des alttestamentlichen Königs.
Das theokratisch strukturierte Volk Israel möchte einen König als Herrscher. Nur zögerlich stimmt Gott zu; der junge Saul wird - fast gegen seinen Willen - zum neuen Herrscher. Nach anfänglichen militärischen Erfolgen entscheidet sich der immer mehr von Selbstzweifeln geplagte Herrscher gegen die göttlichen Gesetze und wird so selbst zur Gefahr der neuen Gesellschaftsordnung. Da erscheint der junge David, der nicht nur das Volk, sondern auch Sauls eigenen Sohn Jonathan so betört, dass alle nur noch an David glauben. Als Jonathan im Kampf gegen die Philister fällt, erkennt Saul für sich, dass sein Leben gescheitert ist, und bringt sich um. - Botho Strauß thematisiert mit der Erzählung im 1. Buch Samuel den politischen Systemwechsel von der Theokratie zur Monarchie. Viel mehr ist sein Stück aber eine Tragödie über einen Menschen, der den Erwartungen an ihn nicht gerecht werden kann, der seine eigenen Grenzen erkennt und schließlich völlig deprimiert nur im Tod den Ausweg sieht. Dadurch ähnelt das Stück durchaus im Ansatz klassischen Tragödien. Das Interessante an Strauß Drama - das von ihm im Anhang selbst als recht uninszenierbar bezeichnet wird - ist aber vor allem die Sprache, in der der Autor sich (im Gegensatz zu anderen modernen Bearbeitungen biblischer Stoffe) bewusst an der alttestamentarischen Sprache orientiert. In der Kritik wird Strauß Altersstück von seiner literarischen wie dramatischen Qualität her kontrovers diskutiert. Dennoch durchaus interessant für große Bestände.
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Artikelbeschreibung

Das bunt zusammengesetzte Volk will endlich von einem König geeint und angeführt werden. Widerwillig erfüllt Gott ihm den Wunsch und lässt den jungen Saul zum Herrscher ausrufen, der anfangs umjubelte Erfolge feiert: Er gewinnt Kriege und gründet einen fest gefügten Staat, dessen Macht er stetig ausbaut. Doch immer mehr wird Saul von Selbstzweifeln geplagt, immer fataler bestimmen Misstrauen, Schwermut und Jähzorn sein Handeln. Er, der der Ursprung der neuen Ordnung ist - dem Wechsel von der Theokratie zur Monarchie -, wird zunehmend zu ihrer größten Gefahr. Gott muss erkennen, dass er die falsche Wahl getroffen hat, und nicht nur ihn reut seine Entscheidung, die zur Folge hatte, dass die alte Einheit zwischen ihm und den Menschen endgültig entzweit wurde.
Botho Strauß verdichtet die biblische Erzählung aus dem 1. Buch Samuel zum eindringlichen Porträt eines Menschen, der zerrissen wird von der ihm schicksalhaft zugeteilten Aufgabe, den in ihn gesetzten Erwartungen und den Grenzen seiner Fähigkeiten. In einer beeindruckend klaren und gleichzeitig hoch poetischen Sprache zeigt "Saul" die Geburt der Tragödie aus dem Geist des Alten Testaments.

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