Die letzte Prinzessin

Roman
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Buchprofile - Rezension
Biografischer Roman über die Tochter von Erzherzog Rudolf von Habsburg, dem Sohn Kaiser Franz Josefs.
Als junges Mädchen erlebt Elisabeth den nie ganz aufgeklärten Tod ihres Vaters, des Thronfolgers, auf Schloss Mayerling mit. Streng behütet und ganz in der Tradition des Erzhauses wächst sie auf, hat aber ein besonders enges Verhältnis zum Großvater, dem Kaiser, auch wenn ihre Mutter durch ihre spätere Eheschließung aus dem engen Familienkreis ausscheiden musste. Auch Elisabeth, genannt Liesl, scheidet aus dem Kreis der Thronfolgeberechtigten aus, als sie um 1900 einen Fürsten Windisch-Graetz ehelicht. Obwohl ihr Wille, wird die Verbindung unglücklich; die Erzherzogin zieht sich im Ersten Weltkrieg auf ihr Landgut in der kriegswichtigen Industrieregion bei Wien zurück und lernt dort das Leben aus der Perspektive der hungernden Arbeiter kennen. Sie wendet sich der Sozialdemokratie zu und findet in Leopold Petznek einen neuen Lebensgefährten. - Der Autor erzählt diese Lebensgeschichte aus zwei Perspektiven. Die eine gehört zum langjährigen Gärtner an Elisabeths Alterssitz, der die letzten Stunden der Kaiserenkelin unmittelbar erlebt. Die andere führt chronologisch durch die wesentlichen Lebensabschnitte Elisabeths bis zur Gründung der Republik. Prinz ist so ein engmaschiger Einblick in die letzten Jahrzehnte des regierenden Hauses Habsburg gelungen, der viel Empathie für die Erzherzogin und ihre Lebensentscheidungen beinhaltet. Das Buch wendet sich vor allem an historisch Interessierte, die diese Epoche nicht nur mit Sissi-Filmen in Verbindung bringen.
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Artikelbeschreibung

Als Elisabeth Petznek 1963 in Wien stirbt, werden auch die scharfen Schäferhunde in ihrem Bett ruhig. Knapp 80 Jahre ist sie geworden. Jähzornig, verletzlich, unbeherrscht, offenherzig, schroff und eigensinnig. Eine Frau, die ihr ganzes Leben weder in die ihr zugedachten noch in die von ihr ersehnten Rollen gepasst hatte. Anlässlich ihrer Geburt im Jahr 1883 wurde sie als Enkelin Kaiser Franz Josephs noch mit Geschützsalven, Fackelzügen und Aufmärschen gefeiert, 80 Jahre später konnte sich die Situation nicht starker von jener des imperialen Pomp unterscheiden. Sie hatte mit allem gebrochen, was ihre Herkunft einmal bedeutete. 1948 hatte sie zum zweiten Mal geheiratet: Leopold Petznek, ihren langjährigen Lebensgefährten, einen Lehrer und sozialdemokratischen Politiker; der erste Mann, der nicht vor ihr kapitulierte.

Der Roman erzählt die Lebensgeschichte einer verwöhnten Enkelin, Habsburgerin und Sozialistin, einer vierfachen Mutter und Salondame, die ebenso großherzig und charmant wie eigensinnig sein konnte.

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Personeninformation

Prinz, MartinMartin Prinz, geboren 1973, aufgewachsen in Lilienfeld (Niederösterreich), studierte Theaterwissenschaft und Germanistik und lebt als Schriftsteller in Wien. Seit 2014 arbeitet er als Co-Autor mit Johannes Dürr an dem Langzeitprojekt »Der Weg zurück«.

Pressestimmen

»Ein opulentes Werk ... man muss das lesen, um erfassen zu können, was in der Geschichte dieser Frau drinsteckt und was das alles für Strahlkraft hat auf viele Diskussionen, die wir auch im Feminismus heute führen.« Elisabeth Scharang ORF 20160909
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