Diamanten

Roman
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Buchprofile - Rezension
Familienaufstellung mit Hindernissen: David Vajdas Debütroman überzeugt durch das Erzählen einer mutterlosen Familiengeschichte.
Wird man so, wie man als Kind und als Jugendlicher genannt wird? Welche Bedeutung haben Kose- und Rufnamen fürs Erwachsenwerden? Und wie wirken sich solche Namensgebungen auf individuelle Entwicklung und familiäre Atmosphäre aus? Das sind die Fragen, mit denen David Vajdas erster Roman in die Geschichte einsteigt. „Diamanten“ ist ein Rufwort des Vaters für seine vier Kinder, „Macak“ (Kater) ein anderes. Wer ihm widerspricht, ist ein „Trottel“. Ist es noch Liebe, die diese Rumpffamilie zusammenhält? Die Mutter ist gestorben, und die vier ziehen mit ihrem hyperaktiven Vater, einem Regisseur aus dem ehemaligen Jugoslawien, durch halb Europa, erleben die mondäne Hochzeit eines Onkels in Griechenland, sie kommen an bayerischen Seen, in Wien, in einer Villa in der Provence zusammen. Alles beginnt in der Herkunftswelt des Vaters, in Belgrad, vor Titos Mausoleum. Ihre beständige Begleitung ist die abwesende Mutter. In Erinnerungen taucht sie auf, wie in szenischen Kamerafahrten, entlang ihres Lebens, ihrer Krankheit, ihres Sterbens. Der Mutterverlust macht das Nachdenken produktiv, lähmt aber das Vorauswissen. Niemand von den Geschwistern, drei Brüder und eine Schwester, scheint zu wissen, wo die Reise letztlich hingeht. – Mit tastenden Trostversuchen und amüsanten Randgeschehnissen erzählt David Vajda von einer Familienaufstellung mit Hindernissen. Ein angenehm lesbarer Familienroman, eine geschwisterliche Coming-of-age-Story und ein opulenter Road-Trip. Empfehlenswert.
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Artikelbeschreibung

»David Vajda hat die Gabe, Charaktere auf den Punkt zu bringen. Und zwar den Punkt in der Mitte der Zielscheibe.« (Philipp Tingler) - Ein sprachlich funkelndes, zärtlich-ernstes Debüt.Er nennt sie Macak - Kater - oder seine Diamanten. Hin und wieder auch Trottel, wenn sie seine Witze nicht verstehen. Doch egal, wie viele Namen ihr ex-jugoslawischer Vater ihnen gibt, wie viel Lammkeule und Wein er serviert, die Lücke, die der Tod der Mutter hinterlassen hat, vermag er nicht zu füllen. In seinem tragikomischen Debüt erzählt David Vajda von vier erwachsenen Geschwistern und ihrer exzentrischen, über die Welt verteilten Familie zwischen Boheme und deutschem Großbürgertum, zwischen Berlin und Hollywood. Sie treffen sich in Griechenland zur opulenten Hochzeit des Onkels, in Belgrad am Grab von Tito, in der Provence mit ihrer esoterischen Tante - nur trauern können sie nicht. Lieber flüchten sie sich in Sarkasmus oder ins Groteske und frönen dem leichten Verweilen. Ein außergewöhnlicher erster Roman: amüsant, zärtlich, ernst.

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Personeninformation

David Vajda, 1989 in München geboren, studierte Philosophie und Politikwissenschaften in London und in Cambridge. Er hat freischaffend u. a. für den Guardian, das Financial Times Magazine und Reportagen geschrieben, sowie Kurzgeschichten in Edit und DUMMY veröffentlicht. Sein erster Spielfilm in Ko-Regie mit seinem Bruder feierte auf der 71. Berlinale Premiere. Für seinen Debütroman "Diamanten" erhielt er das Arbeitsstipendium Literatur des Berliner Senats. David Vajda lebt als freier Autor und Regisseur in Berlin und Wien.

Pressestimmen

»David Vajda nutzt konsequent szenisches Erzählen und knappe Beschreibungen, verzichtet auf psychologisierende Analysen. Mit Hilfe von realistischen Dialogen und dank stilistischer Souveränität gelingen ihm sowohl präzise Charakterzeichnungen als auch eine wohldosierte Mischung zwischen sarkastisch-humorvoller Distanz und existenzieller Tiefe.« Zita Bereuter, Ö1, Juli 2026 »Was für ein Talent, Tragik und Komik so kongenial verschmelzen zu lassen!« fsm 3/2026 »Unsentimental und berührend.« Sara Schausberger, Falter, 16.6.26 »Die sich entspinnende szenische Episoden-Montage ist sprachlich faszinierend, aber aus merkwürdiger, verfremdender Distanz, wie durch den Blick einer Kameralinse erzählt.« Julian Hienstorfer, Juni 2026 »Auf knapp 165 Seiten komprimiert Vajda präzise umrissene Charaktere zu einem dichten Porträt einer jüdisch-jugoslawisch-deutschen Familie... Ein sprachlich geschliffenener, schonungsloser, weicher, manchmal spielerischer, verletzlicher Roman.« Anna Lindner, ORF, 24.5.26 »David Vajdas Stil ist dem 'Show, don't tell' verpflichtet, der wichtigsten Regel des Filmemachers. Da wird nichts psychologisch erklärt oder interpretiert, die Verhältnisse der Figuren zueinander ergeben sich aus Handlungen oder Dialogen und die haben es in sich.« Mittagsjournal, Ö1, 23.4.26 »Die Unfähigkeit, der eigenen Trauer Sprache folgen zu lassen, lässt die vor Nebensächlichkeiten strotzenden und doch tief melancholischen Dialoge nur umso herausragender wirken.... Vajda erzählt nicht, er inszeniert.« Kulturnews, 1.5.26 »David Vajda erzählt mit seinem Debütroman 'Diamanten' eine Geschichte, die sich in vielen Passagen derart nach familiären Dissonanzen anfühlt, dass Feirtagstraumata aufkommen... Ein sehr gelungenes Debüt, das Potenzial für eine Fortsetzung hat.« Luca Heinze, tip Berlin, Mai 2026 »David Vajda beschreibt diese Szenen in seinem Debütroman mit einer Schwermut, einem Witz und einer Klarheit, die einen geradezu filmisch in die Geschichte hineinziehen.« Annik Hosmann, Tagesanzeiger, 10.3.26 »Der erste Roman von David Vajda ist ein grosses Glück.... Komik und Tragik verschmelzen auf eine Weise, die das Alltägliche leicht und schmerzhaft zugleich erscheinen lässt.« Zelda Biller, Neue Zürcher Zeitung, 15.4.26 »David Vajda schafft es, seine Figuren so vielschichtig und genau zu beschreiben, dass man meint, man sei selbst mit ihnen verwandt. Seine Beschreibungen sind akribisch und gleichzeitig poetisch... Er findet Sprache für Phänomene, von denen man noch gar nicht wusste, dass sie welche sind.« Neele Kehrer, Harper's Bazaar, 11.4.26 »Sehr geschickt gemacht... In diesem Roman steckt sehr viel drin und trotzdem ist es angenehm unaufgeregt.« Simon Sahner, Deutschlandfunk Kultur, 4.4.26 »Selbst In Momenten großer Tragik lässt Vajda Komik aufblitzen.« Gabriel Rath, Presse am Sonntag, 5.4.26 »Virtuos ... ein traurig schönes Buch.« Holger Heimann, WDR, 28.3.26 »Diese knappen und sprachlich virtuosen Beschreibungen zu lesen, ist ein einziges Vergnügen. Bei aller Pointenhaftigkeit werden sie nie gefällig, sondern sind in ihrem Witz oft schmerzlich wahrhaftig.« Jakob Kraner, Literaturhaus Wien, 17.4.2026 »Man merkt dem Autor an, dass er vom Film kommt ... was für ein Talent Tragik und Komik so kongenial verschmelzen zu lassen.« Irene Schwingenschlögl, fsm, 28.3.26 »Geniales Buch übrigens! Jetzt schon das beste Buch des Frühlings ... schon jetzt legendär. ... So viel Sarkasmus und Melancholie war schon lange nicht mehr in der deutschen Literatur.« Maxim Biller, Die Zeit, 26.3.26 »David Vajdas Debüt ist eine Seltenheit .... David Vajda beweist darin seine Begabung für Tempo und ein geradezu filmisches Gespür für die Spannung und die rastlose Verlorenheit zwischen seinen Figuren.... Vajda lässt die Schwere oft schwebend leicht wirken.« David Hugendick, Die Zeit, 12.3.26 »Vajda gelingt diese Gratwanderung zwischen Leichtigkeit und Schwere mühelos.« Althea Pappas, Salzburger Nachrichten, 28.2.26 »Wenn sich die in alle Welt verstreuten Geschwister einer postjugoslawischen Familie mit ihrem ewig grantelnden Vater am Tito-Mausoleum treffen, bleibt kein Auge trocken.« NIls Kahlefendt, Börsenblatt 1/2026

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