John of John

Roman | »Bis zum smarten Happy End erzählt Stuart ein ganzes Inselleben, ich schmecke die salzige Luft und fühle mit allen mit.« Emotion
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Buchprofile - Rezension
Berührende Familiengeschichte auf der schottischen Insel Harris.
Nach seinem Studium in Edinburgh und der anschließend erfolglosen Job-Suche, kehrt Cal auf seine Heimatinsel Harris in den Äußeren Hebriden zurück. Er liebt die Farben, die Natur und das raue Klima der Insel, kann sich aber nur schwer wieder an den Menschenschlag und seinen eigensinnigen Vater gewöhnen. Cal hat in Edinburgh seine Homosexualität offen gelebt, hat sich seiner Familie gegenüber aber nie offenbart. Allein seiner geliebten Großmutter zuliebe bleibt er auf der Insel und arbeitet zusammen mit seinem Vater auf dem gemeinsamen Hof und in der hofeigenen Weberei für Tweedstoffe. Was Cal nicht weiß: auch sein Vater führt seit Jahrzehnten mit seinem besten Freund Innes eine Liebesbeziehung, deretwegen Cals Mutter die Scheidung einreichte. Cals Großmutter will Vater und Sohn wieder zusammenbringen und dadurch Cals Vater zwingen, seine Beziehung zuzugeben und endlich sein Glück zu finden. - Dieser Roman ist ein wahres Schmuckstück, nicht nur für Liebhaber der schottischen Mentalität. Obwohl die Menschen so rau wie die sie umgebende Natur sind, strahlt der Roman eine menschliche Wärme und Gemeinschaftssinn aus, wie man sie selten findet. Es ist anrührend zu lesen, wie schwer Vater und Sohn sich tun, obwohl sie sich so ähneln. Ein großartiger Familienroman, der einen tief berührt und bis zur letzten Seite fesselt.
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

Die besten Familienromane handeln von dysfunktionalen Familien oder von denen, die sich vom Vater-Mutter-Kind-Schema unterscheiden, denn genau hier finden sich die Geschichten, über die sich zu schreiben lohnt.

Ein meisterliches Beispiel dafür ist der neue Roman des schottischen Schriftsellers Douglas Stuart, der mit „John of John“ auf die Hebriden-Insel Harris entführt, ein Flecken Erde von atemberaubender Naturschönheit, beherrscht von rauem Klima. Von hier kommt der weltberühmte Harris-Tweed, der bis heute nicht industriell, sondern von den Einwohnern überwiegend in Heimarbeit und inspiriert von den Farben der Insel hergestellt wird. Das spielt in diesem Roman eine wichtige Rolle, denn Cal, der junge Protagonist, wird von seinem Vater John nach Hause zurückbeordert, damit er sich in das Farmleben, die Tweed-Weberei und die Betreuung seiner geliebten Großmutter einbringt. Für den homosexuellen, jungen Mann ein einschneidender Schritt, denn er ist vor seiner Familie nicht geoutet, andererseits hat er nach seinem Studium mit seinen künstlerischen Ambitionen in Edinburgh nicht Fuß fassen können.

Nun ist er also wieder auf der Insel und unter der Fuchtel seines strengen, gottesfürchtigen Vaters und der liebevollen Fürsorge seiner Großmutter, die den Schwiegersohn im Gegensatz zu ihrer Tochter nicht verlassen hat. Cal tut sich schwer, wieder in die Rolle des Kindes zu schlüpfen und lässt keine Gelegenheit aus, den sturen Vater zu provozieren, gegen die eingefahrenen patriarchalen Strukturen zu rebellieren und sich gegen Verkupplungsabsichten zu wehren. Bis eine Kinderfreundin in Not gerät und er hinter ein lange gehütetes Lebensgeheimnis seines Vaters kommt...

„John of John“ hat alles, was man von einem aufregenden Stück Literatur erwartet: die Geschichten, die Landschaft, die Einbettung in Historie und Gesellschaft und ein hinreißendes Personal von Douglas Stuart in einnehmender Weise in Szene gesetzt.

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch
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Artikelbeschreibung

Der neue Roman von Booker-Preisträger Douglas Stuart: »Menschliche Wärme, die seltsam schöne Atmosphäre eines unwirtlichen Insellebens, eine große innere Spannung: Ein Roman, wie er nur alle zehn, fünfzehn Jahre vorkommt.« (Daniel Schreiber) Cal ist zurück und all das, vor dem er nach Edinburgh geflüchtet war, ist wieder da: das karge Leben auf den Hebriden, der windgepeitschte Kreislauf aus Schafzucht und Nächten am Webstuhl, die Enge der Inselgemeinschaft. Sein Vater John hat ihn nach Hause beordert, dem er all sein Wissen über Farben und Wolle verdankt, dessen Hingabe als Tweed-Weber er liebt und dessen presbyterianische Strenge er hasst. Sie sind einander so nah und kennen sich so wenig - blind für das wohlgehütete Geheimnis des anderen. Niemals könnte Cal dem Vater von seiner Sehnsucht nach einem Partner erzählen, wo dieser schon seine langen Haare als Sünde ahndet. Stattdessen sucht Cal immer mehr die Nähe von Innes, Johns sanftem bestem Freund ...Ein großer Roman über Verpflichtung und Verblendung, Liebe und Scham und die verwandelnde Kraft der Wahrheit.

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Personeninformation

Douglas Stuart, geboren und aufgewachsen in Glasgow, studierte am Royal College of Art in London. Nach seinem Abschluss zog er nach New York, wo er als Modedesigner arbeitete. Für seinen ersten Roman "Shuggie Bain", der in 40 Ländern erschien und zum Weltbestseller wurde, erhielt er den Booker Prize 2020. Zuletzt erschien von ihm "Young Mungo" (2023). Sophie Zeitz, 1972 geboren, lebt in Berlin. Sie übersetzt Literatur aus dem Englischen, u. a. Taffy Brodesser-Akner, Tess Gunty, John Green, Henry David Thoreau und Joseph Conrad, und ist dafür mehrfach ausgezeichnet worden.

Pressestimmen

»Das ist ein tolles, von Zuneigung grundiertes Buch über die eigenartige Beziehung großer Kinder zum Elternhaus und das Erwachsenwerden.... Eine dicke Empfehlung gilt auch der Von Charly Hübner gelesenen Hörbuch-Fassung.« Philipp Holstein, Rheinische Post, 6.7.26 »'John of John' ist kein modischer Schnickschnack, keine grelle Effekthascherei, sondern ein handwerklich äußerst sorgfältiges Erzählgeflecht, dessen Raffinesse sich in kleinen, auf den ersten Blick unscheinbaren Details offenbart.« Frank Schorneck, CulturMag, 1.7.26 »Sensibel, aufmerksam und klug führt uns Douglas Stuart vor Augen, wie Wunden von einer Generation auf die nächste übergehen und wie schwierig es ist, auf die Fähre zu steigen, die uns von unserer Heimatinsel fortbringt.« Susanne Schumann, Brigitte, 18.6.26 »So klein der Kosmos der Hebriden-Insel ist, so sehr steht er doch für eine vollumfängliche Welt. Eine Welt, und das merkt man auf jeder Seite des Romans, die vor allem von Liebe getragen werden sollte, weil alles andere überhaupt keinen Sinn macht.« Birgit Kawohl, Cruiser, Sommer 2026 »Für mich aber gehört Douglas Stuart zu den wenigen Gegenwartsautor:innen, die mit sprachlichen Verzierungen und Pathos in die Vollen gehen können, sich ganz nah an die rote Linie wagen, sie aber nie überschreiten.« Carsten Schrader, Kulturnews, 11.6.26 »Ein atmosphärischer Roman über Identität, Herkunft und die Menschen, die uns prägen.« Michaela Brosi, Business Insider, 12.6.26 »Die Folgen der Unmöglichkeit, offen miteinander zu reden, legt Booker-Preis-Gewinner Douglas Stuart in seinem großartigen, neuen Roman 'John of John' aufs schmerzlichste dar.« Martin Thomas Pesl, Buchkultur 3/2026 »Der Roman ist komplex, fantastisch erzählt - eines der besten Bücher des Jahres und vielleicht auch das Beste von Douglas Stuart bisher.... Ein außergewöhnliches Buch... ein zeitlos-mythischer Roman.« Peter Supp, "Mein schwules Buch"-Podcast, 1.6.26 »Ein großartiger Roman über die Macht von Geheimnissen, einengende Strukturen und große Lieben. Dieses Leseerlebnis hallt lange nach.« Eliport, 16.6.26 »Ein großer Roman über Verpflichtung und Verblendung, Liebe und Scham und die Kraft der Wahrheit.« Harper's Bazaar, 26.5.26 »Im Verlaufe dieses wundervoll geschriebenen Romans, der die Perspektiven elegant wechselt, erlebt der Leser eine bizarre love triangle... Stuart erzählt mit großer Geste, er pinselt satte Farben auf sein robustes erzählerisches Mauerwerk, dessen Inneres die fragilen Gerüste menschlicher Beziehungen in Szene setzt.... Sein dramaturgisches Können ist atemberaubend.« Thomas Andre, Hamburger Abendblatt, 19.5.26 »Eine opulente Lektüre, eine große Symphonie... Grandiose Figuren!« Thomas Böhm, radioeins, 7.5.26 »Bis zum smarten Happy End erzählt Stuart ein ganzes Inselleben, ich schmecke die salzige Luft und fühle mit allen mit.« Silvi Feist, Emotion, 5.5.26 »Ich bin wirklich der festen Überzeugung, dass ihr Leben ein besseres werden wird, wenn sie sich beim nächsten Buch, das sie lesen,... für diesen Roman entscheiden.... Er findet einen Sound, der das Körperliche und die Härte des im Roman verhandelten Umfelds mit Cals Sinn für Schönheit und seinem Farbenrausch verbindet.« Carsten Schrader, kulturnews.letter, 28.4.26 »Schade, dass Stuart den Booker Prize schon einmal gewonnen hat. 'John of John' ist ein Lese-Erlebnis.« Daniel Stender, Südwestfunk, 24.4.26 »Im Roman herrscht eine beunruhigende, geradezu mystische Stimmung, in der alles gleichzeitig passiert: Körper und Glaube, Begehren und Scham, Intimität und Verbot... Douglas Stuart ist ein begabter Erzähler.« Sebastian Galyga, queer.de, 25.4.26 »Ein Heimkehrroman, der zeigt, wie eng Liebe und Scham beieinander liegen.« Gersin Livia Paya, fm4, 22.4.26 »Ein Meisterwerk über die komplizierte Schönheit menschlicher Beziehungen und die Suche nach einem Platz in der Welt, in der man ganz man selbst sein darf.« Lola Fröbe, Elle, 12.4.26
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