Der Film

Roman
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Buchprofile - Rezension
Ein mutiger Roman über die Scheinheiligkeit der öffentlichen Meinung in der heutigen Zeit.
Die isländische Regisseurin Villa hat eine bewegte Vergangenheit. Sie war schwer drogen- und alkoholabhängig, hat gestohlen und ihren Sohn Haki ohne Vorwarnung bei Verwandten abgeladen, als ihr die Versorgung des Kindes zu viel wurde. Doch mit der Hilfe von Freunden hat sie sich aus dem Sumpf gekämpft und mit der Kamerafrau Ninja einen Dokumentarfilm über ihren Jugendfreund Dimitri gedreht, der auf einem Walfangschiff arbeitete. Bei der Premiere des Films auf einem Kunstfestival wird Villa scharf angegangen – nicht nur wegen des Walfangthemas, sondern auch, weil Dimitris kriminelle Machenschaften nicht beleuchtet wurden. Doch Villa wollte einen unverstellten, neutralen Blick auf den Walfänger in ihrem Film darstellen und keine Kritik zeigen. – Der Roman erzählt aus mehreren Blickwinkeln die Leben der Beteiligten zur Zeit der Entstehung des Films und in Rückblenden auch Villas bewegtes Leben. Dabei wird deutlich, dass niemand im Leben alles richtig macht oder machen kann. Die öffentliche Kritik und Empörung, der Villa ausgesetzt wird, ist scheinheilig und wird viel zu schnell und gnadenlos geäußert, ohne die Hintergründe zu kennen oder kennenlernen zu wollen. Ein mutiger und schonungsloser Roman, der gerne empfohlen wird.
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Artikelbeschreibung

Kristín Eiríksdóttirs Roman ist »ein Ereignis. Aufwühlend, mutig und zutiefst menschlich.« (Kristof Magnusson) Nach Jahren am Abgrund hat Villa sich mühsam ein neues Leben erkämpft. Sie lebt mit ihrem sechsjährigen Sohn in Reykjavík, wo sie aufgewachsen ist, und jobbt als trockene Alkoholikerin in einer Bar. Dort trifft sie Dimmi wieder, einen Jugendfreund aus ähnlich zerrütteten Verhältnissen, der auf einem Walfängerschiff anheuert, »weil es einem kleinen Mann guttut, einen großen Wal zu töten«. Villa beschließt, einen Film über ihn zu drehen, doch bei der Premiere wird sie heftig für ihr empathisches Porträt des vorbestraften Dimmi kritisiert. Moralisch in die Enge getrieben, spürt Villa die Geister ihrer Vergangenheit wieder hochkommen. Der Film ist ein mutiger, offener Roman über die Wahrheit in Geschichten, über Sucht, Scham und die Widersprüche, die unsere Biografien durchziehen.

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Personeninformation

Kristín Eiríksdóttir, 1981 geboren, zählt zu den wichtigsten literarischen Stimmen Islands. Für ihren Roman "A Fist or a Heart" wurde sie mit dem Isländischen Literaturpreis und dem Women's Literature Prize Iceland ausgezeichnet und war für den Literaturpreis des Nordischen Rates nominiert. Auch ihr aktueller Roman "Der Film" stand auf der Shortlist für den renommierten Literaturpreis des Nordischen Rates. Tina Flecken studierte Skandinavistik, Anglistik und Germanistik in Köln und Reykjavík. Sie übersetzt Prosa und Lyrik aus dem Isländischen, u.a. von Andri Snær Magnason, Auður Ava Ólafsdóttir und Sigríður Hagalín Björnsdóttir. 2021 wurde sie mit dem Isländischen Übersetzungspreis Orðstír ausgezeichnet.

Pressestimmen

»Ein so sensibler wie auch schonungslos nüchterner Roman.« Verena Stössinger, NZZ am Sonntag, 28.6.26 »Womit eine der Grundfragen des Buchs gestellt ist: Wie kann man eine wahre Geschichte über einen Menschen erzählen? Und ist womöglich die Fiktion ehrlicher als die Realität?« Marc Peschke, mare, Juni 2026 »Der Roman ist sprachlich grandios verfasst, dazu dramaturgisch atemberaubend gut gestaltet, dass man nur Staunen kann - aber Islands Schriftstellerinnen sind ja ohnehin derzeit eine Klasse für sich.« Frank Keil, Nordis, 3/2026 »Durch einen anachronistischen Aufbau und wechselnde Erzähler:innen werden wir zum Mitdenken angeregt. Zugleich erlaubt es dieser Kunstgriff der Autorin, thematische Verbindungen zu ziehen und in ihren Figuren immer noch weitere Abgründe aufzureißen.« Kulturnews.letter, 7.4.26 »Ein ebenso stilles wie beeindruckendes Stück Literatur, das den Leser auffordert, über seine moralischen Maßstäbe nachzudenken.« Carsten Tergast, BücherMagazin, 13.3.26 »Eiríksdóttir bringt uns mit ihrem starken Roman 'Der Film' an die Frontlinie des Erzählens.« Torsten Kellner, Kreuzer Leipzig, 1/2026 »Kristín Eiríksdottírs Roman 'Der Film' zeigt, dass es nicht die eine Wahrheit gibt, nicht nur Schwarz oder Weiß, sondern ganz viel dazwischen.... Höchste Zeit, die Autorin auch hierzulande zu entdecken.« Barbara Geschwinde, WDR Westart, 11.2.26 »Kristín Eiríksdottír erzählt von Sucht, Scham und der Frage, wie viel Wahrheit Geschichten ertragen - und wir selbst.« Woman, 19.2.26 »Eine faszinierende Lektüre... Wie in einem Dreieck spiegeln die drei Figuren sich gegenseitig. So ergänzen sich ihre Blicke aufeinander zu einer Erzählung, die reich ist an Schattierungen, als eine Art Gegenentwurf zu dem Film, den Villa über Dimmi gedreht hat. Deutlich wird, dass es immer zahlreiche Wahrheiten gibt und nicht nur eine.« Valerie Bäuerlein, Berliner Morgenpost, 14.2.26 »Ein bedingungslos wahrhaftiges Buch über unsere Zeit und ihre Exzesse.« Annemarie Stoltenberg, NDR, 3.2.26 »Sehr schlau, sehr subtil... klug komponiert... Psychologisch plausibel... Eine sehr berührende Geschichte... Das wäre ein sehr gutes Buch für den International Booker Prize.« Meike Stein, Papierstau-Podcast, 29.1.26 »Das Buch hat eine außergewöhnliche Struktur... Man muss dranbleiben, aber es ist absolut lohnenswert!.. Ich bin sehr begeistert von 'Der Film'.« Anika Falke, Papierstau-Podcast, 29.1.26 »'Der Film' liest sich so spannend wie ein Krimi, überrascht und erschreckt auf jeder Seite und öffnet gerade durch seine Brutalität die Augen für die weichen, ambivalenten und nicht perfekten Seiten der Menschen.« Irène Bluche, radio3, 26.1.26
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