Maman

Roman
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Buchprofile - Rezension
Eine Autorin begibt sich auf Spurensuche nach der Vergangenheit ihrer Mutter und Großmutter.
Wer war die Mutter von Sylvie Schenk, diese verschlossene Frau, die so wenig von sich preisgegeben hat? Als uneheliches Kind einer Arbeiterin wird Schenks Mutter Renée im Dezember 1916 in Lyon geboren. Die Großmutter stirbt nach der Geburt. Das Mädchen kommt für einige Jahre in eine Pflegefamilie an der Ardèche. Dort wird es nicht gut behandelt, aber erst mit knapp sechs Jahren zurück ins Waisenhaus gebracht. Renée wird kurz darauf in eine bürgerliche Familie vermittelt, die sie später adoptieren wird. In einer freudlosen Ehe bekommt sie fünf Kinder, darunter die Ich-Erzählerin. - Sylvie Schenk begibt sich auf die Suche nach ihren Wurzeln und webt aus den wenigen verbrieften Tatsachen einen wunderbaren Familienroman. Die Mutter wird von der Familie des Vaters wegen ihrer ungewissen Herkunft abgelehnt. Dieser Makel belastet die ohnehin verunsicherte Frau, die ihre Kinder versorgt, aber ihre Liebe nicht zeigen kann. Das Thema Mutterschaft zieht sich vom Beginn der Erzählung bis in die Gegenwart. - Der berührende Roman zeigt die Bedeutung sozialer Ungerechtigkeit im Leben von Frauen und ist gleichzeitig ein Ausflug in 100 Jahre französische Geschichte. Das Buch bietet die Möglichkeit, die eigene Lebensgeschichte zu hinterfragen. Besonders wertvoll!
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Artikelbeschreibung

Sylvie Schenks neuer Roman - "Ein tief berührendes Lesevergnügen." Franziska Hirsbrunner, SRF2 KulturEine Annäherung an die eigene Mutter und eine schmerzhafte Abrechnung: 1916 wird Sylvie Schenks Mutter geboren, die Großmutter stirbt bei der Geburt. Angeblich war diese eine Seidenarbeiterin, wie schon die Urgroßmutter. Aber stimmt das? Und welche Geschichte wird den Nachkommenden mit auf den Weg gegeben? Als Kind leidet Sylvie Schenk unter dieser Unklarheit, als Schriftstellerin ist sie deshalb noch immer von großer Unruhe geprägt. Mit poetischer Präzision spürt sie den Fragen nach, die die eigene Familiengeschichte offenlässt. "Maman" ist waghalsiges Unterfangen und explosive Literatur zugleich. Nach "Schnell, dein Leben" hat die Autorin erneut einen Text voll Schönheit und Temperament geschrieben.

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Personeninformation

Sylvie Schenk wurde 1944 in Chambéry, Frankreich, geboren, studierte in Lyon und lebt seit 1966 in Deutschland. Sylvie Schenk veröffentlichte Lyrik auf Französisch und schreibt seit 1992 auf Deutsch. Sie lebt bei Aachen und in La Roche-de-Rame, Hautes-Alpes. Bei Hanser erschienen ihre Romane »Schnell, dein Leben« (2016), »Eine gewöhnliche Familie« (2018), »Roman d'amour« (2021) und »Maman« (2023).

Pressestimmen

"Fragmentarisch wie die Erinnerung, skeptisch gegen das eigene Ressentiment, zweifelnd an der eigenen Rolle im Familienspiel und am Schreibtisch, präzise, klug und voller Witz, hart und doch zart." Daniela Strigl, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.23 "Trotzdem ist 'Maman' kein trauriges Buch. Seine Genauigkeit, seine Schärfe, die gänzliche Abwesenheit von Larmoyanz und Sentimentalität und der gelegentliche Schalk machen es zu einem tief berührenden Lesevergnügen." Franziska Hirsbrunner, SRF2 Kultur, 23.05.23 "Unglaublich packend, hochliterarisch, sehr reflektiert." Elke Heidenreich, SPIEGEL Bestseller, 14.05.23 "Sylvie Schenks Kunst besteht darin, dieser unscheinbaren, fast wesenlosen Mutter 'einen luftigen Sarg aus Worten' zu machen, sie durch ihr Schreiben aus dem Nichts zu retten. Schon die zärtliche Anrede 'Maman' zeigt, dass Sylvie Schenk ihrer Mutter, dieser lebenslang ungeliebten Frau, die immer fror, ein Denkmal setzen, ihr Momente von Zuneigung und Zärtlichkeit schenken möchte." Barbara Machui, Der Standard, 13.05.23 "'Maman' ist nicht einfach nur ein Buch über eine Mutter, sondern ein Buch über das Leben selbst." Jörg Magenau, SWR2 Lesenswert, 04.05.2023 "'Maman' ist ein packendes, kluges Buch, das die Epoche der 1940er- bis 1960er-Jahre ebenso scharf konturiert wie die Psyche seines Personals. Sylvie Schenk, die im kommenden Jahr 80 Jahre alt wird, wird noch immer unter Wert gehandelt. 'Maman' wäre eine weitere Chance, daran etwas zu ändern." Christoph Schröder, Süddeutsche Zeitung, 22.04.23 "Gekonnt balanciert die Autorin zwischen Anmaßung und Wahrhaftigkeit." Brigitte Woman, 05/23 "'Maman' [ist] ein starker Aussöhnungstext geworden, der uns Töchtern beibringt, liebevoller auf die Frauen der Generationen über uns zu schauen." Mareike Ilsemann, WDR 5 Bücher, 20.03.23 "'Maman' ist ein bestürzendes und gleichzeitig brillantes Buch, das tiefe Abgründe im Verhältnis einer Tochter und ihrer Mutter, zu ihrer gesamten Familie erahnen lässt. ... Sylvie Schenk (ver-)urteilt nicht, sondern sie stellt dar, beschreibt, hält fest. Und das in einem transparenten, einnehmenden, schnörkellosen und doch eleganten Stil." Dirk Fuhrig, Deutschlandfunk Lesart, 06.03.23 "Der Roman von Sylvie Schenk über 'Maman' ist eine behutsame Annäherung an ein schweres Schicksal. Aber er ist kein Klagelied, sondern erzählt auch mit Temperament und Witz einfach von dem alltäglichen Stress von Leuten, die sich lieben. [...] Gerade die bedingungslose Suche nach Wahrheit macht ein solches Schreibprojekt auch für andere Leser zu einer wertvollen Lektüre - wie in diesem Fall." Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur, 21.02.23 "Diese Muttergeschichte ist eine der gleichermaßen lebendigsten, klügsten und berührendsten seit langem." Gerrit Bartels, Tagesspiegel, 17.02.23
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